Wissenschaftler kommen zu Wort
Und das ist das, was Menschen überhaupt getan, dass sie sich vom guten Weg gelöst durch Irreführung, durch Irreleitung, dass sie vom guten Weg abgekommen sind, da haben sie das Gute nicht mitbekommen, da verblieb es.
Und das ist das, was Menschen überhaupt getan, dass sie sich vom guten Weg gelöst durch Irreführung, durch Irreleitung, dass sie vom guten Weg abgekommen sind, da haben sie das Gute nicht mitbekommen, da verblieb es. Bruno Gröning
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Eine theologische Betrachtung dazu

von Dipl. Theologe K. F.

Zu viele Zweifel sind in der heutigen Zeit geäußert worden, dass das Beten nichts nützt. Viele Menschen haben durch diese Behauptung ihren Glauben an Gott verloren. Deshalb auch die typische Fragestellung in den gesammelten Berichten: „Lieber Gott, wenn es Dich wirklich gibt, ...“ Wer den Zweifel gedanklich aufnimmt, wird ohne Erfolg bleiben, d. h. er wird seinen Unglauben nur bestätigt finden. Was muss ich also tun, um Erfolg zu haben? Der Erfolg sollte erfahrbar sein in der äußeren Erfüllung des Gebets oder größerer Glaubensgewissheit, in der Erfahrung, Gottes Nähe gewiss zu sein.

Allein auf sich gestellt dem unbekannten Gott gegenüber zu treten und den Erfolg zu suchen, scheint auf den ersten Blick sehr schwer. Gibt es doch kein Muster, kein Vorbild für dieses Tun. Aber die Not des Betenden stellt diese Frage beiseite. Wo das Innere aufbricht und spontan ruft, dort ergibt sich gleichsam wie von selbst ein Gegenüber. Weil der Aufschrei so heftig war, muss es doch jemand geben, der das hört.

Wir kennen viele solcher Hilferufe – im weiteren Sinne Gebete –

die scheinbar ins Blaue gerichtet sind: “Gott, wenn es dich wirklich gibt, dann hilf mir bitte“. Ob dieser für ihn der Schöpfer ist, sein Name Gott, Allah oder ... sein mag, allmächtig ist, oder sich gar von der Welt zurückgezogen hat, all das sind Fragen, die sich dem Menschen in Not nicht stellen. Verzweiflung und Not haben die Menschen zum Handeln getrieben, ohne dass sie sich bewusst waren, was sie taten. Das kann so weit gehen, dass jemand sagt: „Es betet in mir“.  

So kann der Mensch von Gott geführt werden ohne zu erfassen, was alles auf ihn zukommt.

Erlebnisberichte: „Durch Gebet zum Freundeskreis gefunden“

In den Erfahrungsberichten „Durch Gebet zum Freundeskreis gefunden“ wird vielfach die Not beschrieben, in der die Menschen standen. „Not lehrt beten“ heißt es nicht umsonst. Bei anderen Darlegungen kommt besonders die Ehrlichkeit und Spontanität zum Ausdruck. In diesen Berichten erhält der einzelne nicht einfach die Erfüllung des momentanen Wunsches, sondern etwas anderes und das Erwünschte meist erst später. Er wird auf einen anderen Weg geführt, auf den „göttlichen“ Weg. Das ist viel mehr als die Erfüllung des momentanen Wunsches, das ist die Verbindung zu Gott, von der Bruno Gröning immer wieder sprach: „Gottverbundensein – das ist alles.“

Ein wichtiges Merkmal für „Gottesdienst“ im Sinne Bruno Grönings ist die Selbstbesinnung:

 „Der erste Gottesdienst ist ja, wenn der Mensch zur Selbstbesinnung kommt, dann die Selbsterkenntnis und dann, dass er sich auf sein Hiersein genau besinnt, dass er weiß, wozu er hier ist, dass er seinem Körper dienlich ist, ihm das zukommen lässt, was Gott für ihn bestimmt hat, dass er wirklich Gott so folgt, wie er zu folgen hat. Denn er ist und bleibt ein göttliches Geschöpf“. 

Zur Selbstbesinnung gehört eine innere Ruhe, aus der der Mensch sich Gott zuwendet und sich trennt von allen Problemen und Zweifeln. In dieser Ruhe kann der Mensch die göttlichen Gedanken aufnehmen und seine Lebensaufgabe erkennen, die er von Gott erhalten hat. So kann der Mensch von Gott geführt werden, und sein Leben wandelt sich zum Guten.

Die offenen Hände und die offene Körperhaltung sind grundlegend für das Einstellen, wie Bruno Gröning es gelehrt hat.
Danken und Bitten sind die entscheidenden Motive des Einstellens.
„Danken Sie nicht mir, danken Sie dem Herrgott.“ 
„Bitten muss der Mensch immer.“