Wissenschaftler kommen zu Wort
Nicht ich heile, sondern es heilt die göttliche Kraft 
durch mich.
Nicht ich heile, sondern es heilt die göttliche Kraft
durch mich.
Bruno Gröning
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Aufsehenerregende Heilungen

Nach der Währungsreform, im Jahre 1948, bewirkt Bruno Gröning Heilungen Dieter Hülsmannim Ruhrgebiet und spürt die innere Berufung, dies nun zu seiner Hauptaufgabe zu machen. Im März 1949 wird er nach Herford gerufen. Dort liegt der neunjährige Dieter Hülsmann bewegungsunfähig im Bett, für die Ärzte unheilbar. Er hat Muskelschwund im fortgeschrittenen Stadium. Bruno Gröning nimmt sich seiner an. Bald kann der Junge aufstehen, gehen und sogar die Treppe steigen. Überall berichtet der glückliche Vater von der wundersamen Heilung und löst damit eine Lawine aus.

Immer mehr Leidende strömen nun zum Haus der Familie Hülsmann, wo sich Bruno Gröning aufhält. Er spricht zu der Menschenmenge und erkMenge in Herfordlärt, dass Gott der größte Arzt ist und es kein „Unheilbar“ gibt. Seine Worte bewirken Wunder: Schmerzen schwinden, Blinde werden sehend, Gelähmte erheben sich aus ihren Rollstühlen und schieben sie selbst. Die göttliche Berufung anderen zu helfen, lässt ihn Tag und Nacht wirken.

Wie ist so etwas möglich? Bruno Gröning sieht sich als „kleiner Diener Gottes“ und will durch seine Worte den Menschen Zugang zu den heilenden göttlichen Kräften eröffnen. Er betont, dass er diese Kräfte nur weiterleitet und nicht er, sondern die göttliche Kraft heilt. Deshalb lehnt er jegliche Bezahlung ab. Er mahnt die Menschen jedoch, sich wieder Gott zuzuwenden, um dadurch Gesundheit und Lebensglück zu erlangen.Krücken weg!

Doch welche Auswirkung haben die zahllosen Heilungen! Der Menschenauflauf vor dem Haus wird immer größer. Sie strömen aus der ganzen Bundesrepublik zusammen, reisen sogar aus dem Ausland an. Es kommen Tausende, auch Ärzte mit ihren Familienangehörigen und Patienten.

 

1948-1949

Nach der Währungsreform von 1948 widmete sich Bruno Gröning wieder verstärkt den Hilfesuchenden Kranken – zunächst im Ruhrgebiet. Aus dieser Zeit liegen einige eidesstattliche Erklärungen zu Heilungen vor. [18] Bruno Gröning:
„Nach der Währungsreform, als sich alles mehr beruhigte und stabilisierte, wandte ich mich wieder meiner Aufgabe zu, kranke Menschen zu heilen; diesmal in der Absicht, nicht mehr von meiner Mission zu lassen und alles daranzusetzen, ein legales Betätigungsfeld für meine Aufgabe zu finden. Ich machte mir anfangs weniger Kopfzerbrechen über den theoretischen und behördlichen Teil, der hiermit verknüpft war, und fuhr fort, mich meiner Sache voll zu widmen.“

18. März - 18. Juni 1949 Herford

SchlagzeilenMit einem Bericht vom 18. März 1949 [19] informierte der Herforder Ingenieur Helmut Hülsmann die Öffentlichkeit und die Presse, dass sein 9-jähriger Sohn Dieter, der an progressiver Muskeldystrophie (fortschreitender Muskelschwund) gelitten habe und dessen Zustand sich nach dem Zusammentreffen mit Bruno Gröning erheblich gebessert habe, geheilt sei. Die Nachricht verbreitete sich in Windeseile.


Heilungen in HerfordZunehmend große Scharen von Kranken versammelten sich in den kommenden Wochen vor dem Hause Hülsmann in Herford, Wilhelmsplatz 7, in dem sich Bruno Gröning aufhielt. Bruno Gröning hielt vom Balkon des Hauses Ansprachen und
befasste sich mit Heilungssuchenden auch im Hause. Es kam auf dem Platz vor dem Hause, aber auch in dem Hause zu vielen Heilungen.    

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Hindernisse entstehen

Bruno Gröning möchte den Zustrom der Hilfe suchenden Menschen mit den Behörden in geordnete Bahnen lenken und mit den Ärzten zusammenarbeiten. Von öffentlichen Stellen kommt ihm jedoch fast nur Unverständnis und Misstrauen entgegen. Die geistige Heilweise ist in Deutschland noch weitgehend unbekannt und wird von einflussreicher medizinischer Seite zurückgewiesen und ignoriert. Sie setzt alles daran, den kostenlos wirkenden „Wunderdoktor“, der keinerlei akademische Ausbildung vorzuweisen hat, zu stoppen.

Bruno Gröning bekommt am 3. Mai 1949 behördliches Heilverbot! Heilungssuchende strömen aber weiterhin in Massen nach Herford und üben Druck auf die Behörden aus. Sie stürmen schließlich empört zum Rathaus von Herford. Das Heilverbot wird kurzzeitig gelockert.

Mitte Juni 1949 kommen täglich tausende von Hilfe suchende Menschen zum unglaubliche HeilungenWilhelmsplatz vor das Haus der Familie Hülsmann. Wieder geschehen viele aufsehenerregende Heilungen. Die Gegner dieses Heilungsgeschehens setzen gegen Bruno Gröning das Heilverbot mit Hilfe der örtlichen Behörden endgültig durch. Er muss dem Behördendruck weichen.

Viele Reporter haben zunächst beeindruckt und bewundernd von den erstaunlichen Heilungen berichtet und damit für weltweite Schlagzeilen gesorgt. Nachdem das Heilverbot erlassen wurde, kehrt sich die Berichterstattung um und es erscheinen Sensationsberichte mit völlig gegensätzlichen Inhalten, in denen selbst vor Unwahrheiten nicht zurückgeschreckt wird.

Mai/Juni 1949

Der Oberstadtdirektor Meister erließ am 3. Mai gegen Bruno Gröning ein Heilverbot mit der Begründung, er verstoße mit seinem Handeln gegen das Heilpraktikergesetz. Wer das Heilverbot forcierte und warum es rechtswidrig war, lesen Sie im Kapitel „Reaktionen auf die Heilungen“. 

Am 13. Mai führte Bruno Gröning vor einer Ärztekommission neben dem Jungen Dieter Hülsmann 5 Geheilte vor, die die Heilung von Asthma, Muskelschwund, Magenkrankheit u. a. in Gegenwart von Reportern bekannter Illustrierten und Zeitungen bestätigten. Dennoch erkannte die Ärztekommission die Heilungen nicht an.Nacht der 5000

In der Nacht vom 14. auf 15. Juni waren Tausende vor dem Hause Wilhelmsplatz 7 versammelt. [20] Es kam zu biblischen Szenen: Blinde konnten wieder sehen, Lahme wieder gehen.


Dennoch sprach der Oberstadtdirektor am 18. Juni 1949 persönlich beim Oberstaatsanwalt in Bielefeld vor. Man kam überein, dass Gröning um 12 Uhr wegen fortgesetzten Verstoßes gegen das Heilpraktikergesetz und wegen Verdunkelungs- und Fluchtgefahr verhaftet werden sollte. Auch sollte Bruno Gröning auf seinen Geisteszustand in einer Heil- und Pflegeanstalt untersucht Heilverbotwerden. Das Amtsgericht Herford lehnte jedoch noch an demselben Tag einen Haftbefehl ab, da die vorgelegten Unterlagen in keiner Weise dazu ausreichten. [21]

Bruno Gröning kehrte am 18. Juni abends Herford nach 3 Monaten endgültig den Rücken.

Der Sozialminister des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW) Dr. Amelunxen untersagte dann sogar in seinem Erlass an die Regierungspräsidenten in NRW vom 26. Juni 1949 Bruno Grönings Wirken in ganz NRW und wies darüber hinaus die Regierungspräsidenten an, bei Zuwiderhandlung Bruno Grönings unverzüglich ein Strafverfahren gegen ihn wegen Verstoßes gegen das Heilpraktikergesetz, wegen Betruges und wegen fahrlässiger Körperverletzung einleiten zu lassen. [22]

Wie, durch wen und warum Bruno Grönings segensreiches Wirken bekämpft wurde, ist im Kapitel „Reaktionen auf die Heilungen“ dargestellt.


Erläuterungen und Quellen

Abkürzungen: a.a.O. (am angegebenen Ort) = die oben schon angeführte Fundstelle; ebd. (ebenda) = selbe Fundstelle wie direkt zuvor

[18] Eich, Thomas: Mein Leben heißt helfen. Biografie über Bruno Gröning, Band 1, Mönchengladbach: Grete Häusler GmbH - Verlag, 1. Auflage 2006, S. 63 ff.

[19] Abgedruckt in: Schmidt, E. A.: Die Wunderheilungen des Bruno Gröning, Berlin: Falken-Verlag 1949; Nachdruck 2007 Wegberg: Grete-Häusler-Verlag, S. 77-80

[20] Zahl 5000: Freie Presse 18.06.1949, Passauer Neue Presse 30.06.1949

[21] Schreiben des Regierungspräsidenten von Detmold, Drake, an den Sozialminister NRW v. 20.06.1949 – M 31-8 B, Landesarchiv NRW in Düsseldorf, NW 377 Nr. 24, Akte des Justizministeriums NRW, Blatt 129-131

[22] Erlass des Sozialministers NRW v. 26.06.1949, Kommunalarchiv Herford, Sign 32/7, Blatt 16