Wissenschaftler kommen zu Wort
Wer gibt wem das Recht, mir zu verbieten, kranke Menschen, die tatsächlich von ärztlicher Seite voll und ganz aufgegeben sind, zu heilen.
Wer gibt wem das Recht, mir zu verbieten, kranke Menschen, die tatsächlich von ärztlicher Seite voll und ganz aufgegeben sind, zu heilen. Bruno Gröning
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Aus den Worten wurden Taten

Den Ankündigungen dieser Ärztegruppe
folgten bald entsprechende Taten, durch
die ihre wahre Motivation weiter offenbar
wurde:

  • Berufskollegen wurden tatsächlich unter
    moralischen Druck gesetzt, wenn sie die
    in ihrer Verantwortung stehenden
    Patienten zu Bruno Gröning schickten.
    [42]
  • Ergänzend hierzu bekam Bruno Gröning
    von der Herforder Stadtverwaltung eine
    schriftliche Ermahnung, dass er auch Hilfesuchenden, die unter ärztlicher Betreuung standen, nicht helfen dürfe. [43]
  • Unter Androhung von Sanktionen wurde den ärztlichen Berufskollegen untersagt, eine Heilung durch das Wirken Bruno Grönings zu bestätigen. [44]
  • Gemäß dem Verbot durfte Bruno Gröning keinem Hilfesuchenden mehr helfen, auch nicht den als „unheilbar“ erklärten und damit von Ärzten aufgegebenen Kranken. Die Bitte, ob nicht wenigstens für „Unheilbare“ eine Ausnahmegenehmigung gelten dürfe, lehnte diese Ärztegruppe rigoros ab. [45]
    Bruno Gröning sagte dazu:
    „Wer gibt wem das Recht, mir zu verbieten, kranke Menschen, die tatsächlich von ärztlicher Seite voll und ganz aufgegeben sind, zu heilen?“ 
  • Sie begannen auch, Bruno Gröning persönlich zu entwürdigen, und bezeichneten ihn öffentlich als einen „ganz primitiven Menschen“, als einen „schweren Psychopathen“, als einen „skrupellosen Fanatiker“ und einiges mehr, ohne ihn überhaupt näher zu kennen. [46] Diese Darstellungen stehen im krassen Gegensatz zu den zahlreichen Zeitzeugenberichten über persönliche Erfahrungen mit Bruno Gröning.
  • Ohne Kenntnisse über Heilung auf geistigem Weg zu haben, erklärten sie öffentlich beispielsweise, dass Bruno Gröning nur durch suggestive und hypnotische Beeinflussung das Schmerzempfinden vorübergehend nehmen könne. Diese Behauptungen gaben sie als medizinisch kompetente Information weiter, was so auch als "Wissen" in die medizinische Wissenschaft gelangte. [47] Die vielen dauerhaften Heilungen von damals und heute bezeugen jedoch, dass solche Behauptungen ebenfalls falsch sind.
  • Ein weiteres Vorsprechen Bruno Grönings beim zuständigen Regierungspräsidenten in Detmold mit Bitte um Verständnis und Kooperation blieb ohne Erfolg. Im Gegenteil, es wurde erklärt, dass auf die Einhaltung des Verbots strikt geachtet werde, und wenn das Verbot übertreten würde, so müsste man Gröning einsperren. [48]
  • Ärzte behaupteten z. B., die Hilfesuchenden würden zu den seelisch Labilen, funktionell Gestörten, wenn nicht gar schweren Neurotikern gehören; zu einer Gruppe von Menschen also, die in einen seelischen Irrgang geraten seien, aus dem sie allein nicht mehr herausfinden könnten. [49]
  • Zahlreiche Medien veröffentlichten derartige Behauptungen ohne weitere Überprüfung im Vertrauen auf diese Ärzte, und andere schrieben fleißig ab. Die bis dahin auf dem wahren Geschehen basierende Berichterstattung begann sich zu wandeln.

Behauptungen wurden aufgestellt und kamen in Umlauf

Gröning handele mit Suggestion, Hypnose; er könne vielleicht seelisch bedingte organische Krankheiten heilen, was der bekannten Psychotherapie entspreche, aber nicht organische Krankheiten, die nicht seelisch bedingt seien; er bleibe den wissenschaftlich-exakten Beweis schuldig, dass er wirkliche – keine eingebildeten – Kranken geheilt habe; er entziehe sich einer ärztlichen Prüfung seiner Heilungen; manche Personen seien nicht vollständig geheilt; die Heilungen würden nur auf Aussagen, Erzählungen und Gerüchten beruhen; in verschiedenen Fällen sei ein Rückfall in die alte Krankheit zu verzeichnen. Die Mehrzahl der Kranken, die ihre Zuflucht bei einem Wunderdoktor suchen würden, gehörten zu den seelisch Labilen oder Neurotikern. - Es handelt sich in diesen Artikeln um ein Sammelsurium an bunt gemischten Behauptungen.

Solche unsachlichen Artikel fanden sich z. B. in „Freie Presse“, Bielefeld, v. 21.05., 28.05. und 04.06.1949, in „Hannoversche Nachrichten“ v. 23.6.1949 und im „Herforder Kreisblatt“ v. 02.02.1950.

Diese Artikel waren schon deshalb nicht objektiv, weil sie über die tatsächlich in großer Anzahl geschehenen Heilungen von unheilbaren Krankheiten nicht berichteten, sondern sie ignorierten.

Anmerkungen zu diesen Behauptungen

Solche Behauptungen entstanden aus Unkenntnis der geistigen Heilweise. Diese wollte man nicht zur Kenntnis nehmen oder sie wurde abgelehnt, so dass man angesichts der zahlreich aufgetretenen Heilungen in Erklärungszwang geriet.

Verhalten der Mediziner - sachlich und objektiv?

Hätten die akademischen Mediziner sich sachlich und objektiv verhalten, hätten sie folgende Konsequenzen ziehen müssen: Sie hätten die beobachteten Heilungen anerkennen und sie studieren müssen. Das Gegenteil war der Fall. Dr. Dyes vom Regierungspräsidium Detmold erklärte: „Was die medizinische Wissenschaft nicht anerkannt hat, existiert für uns nicht.“ [50]

Die logische Folge aus dieser starrsinnigen Einstellung war, dass für die Schulmedizin durch das Wirken Bruno Grönings auch keine Heilungen geschehen sind. Sie wollte und konnte sie nicht wahrhaben. Die Schulmedizin kam aus ihrem ideologischen Eigensinn nicht heraus.

Suggestion und Hypnose - bekannte Begriffe der Ärzteschaft

Soweit die Gegner überhaupt die eine oder andere Heilung anerkannten, war sie nach ihrer Meinung durch Suggestion oder Hypnose zustande gekommen. Diese Begriffe waren der Ärzteschaft bekannt und sollten die durch Bruno Gröning bewirkten Heilungen erklären.

Bei der Suggestion werden Menschen seelisch beeinflusst, um sie zu einem bestimmten Verhalten zu veranlassen, z. B. einer politischen Meinung zu folgen oder bestimmte Waren zu kaufen. Bei der Hypnose wird der Mensch in einen nahezu willenlosen Zustand versetzt. Derartige Manipulationen hat Bruno Gröning stets abgelehnt, er sagte z. B.:
„Hypnose ist das Böse! Das darf der Mensch nicht anwenden! Ich übe keine Suggestion aus; jeder hat den freien Willen.“

Willkürliche Unterscheidung von organischen Krankheiten

Die Unterscheidung von organischen Krankheiten in seelisch bedingte und nicht seelisch bedingte durch die Gegner Bruno Grönings trennt Krankheitsbilder in willkürlich gewählte Kategorien auf und ist nicht zutreffend. [51] Abgesehen davon gehen die Heilerfolge Bruno Grönings weit über die üblichen Behandlungserfolge einer Psychotherapie hinaus. Dies zeigen die zahllosen Beispiele. [52]

Solche Erklärungsversuche waren ein inadäquates Herangehen und damit ein untaugliches Unterfangen. Bruno Gröning sagte, dass die Heilungen, die mit seiner Hilfe zustande kommen, geistig durch die Kraft Gottes („Es“) zustande gekommen seien. Für eine solche „Methode“ hatte die Schulmedizin weder Kategorien noch Fachkompetenz. Sie war und ist ihr völlig unbekannt.

Eine weitere Behauptung

Die weitere Behauptung, Gröning entziehe sich der ärztlichen Überprüfung seiner Heilungen, ist ebenfalls unrichtig. Er hatte der Ärztekommission am 13. Mai viele Menschen vorgestellt, die von unheilbaren Krankheiten geheilt worden waren. Er hatte ebenfalls die geschilderte Fahrt nach Bielefeld angetreten, war aber aus den dort genannten Gründen umgekehrt, weil er befürchtete, dass die Ärzte ihm eine Falle stellen würden. Im Übrigen wurde seine Bereitschaft, sein Wirken von ernsthaften Ärzten überprüfen zu lassen, durch die zehntägige Heidelberger Klausur vom 27. Juli - 7. August 1949 deutlich, in der er durch Prof. Fischer und Prof. Wüst sein Wirken an bis dahin unheilbaren Fällen überprüfen ließ.

Behauptung der nicht vollständigen oder Nichtheilung

Was die Behauptung der nicht vollständigen Heilung oder Nichtheilung in verschiedenen Fällen betrifft, hat Bruno Gröning selbst gesagt, dass bei manchen Menschen er mehrmals einwirken müsse, bei anderen Menschen dauere der Heilungsprozess länger. Dazu kommt, dass Bruno Gröning wegen des ab 3. Mai bestehenden Heilverbotes, das nur ganz kurzzeitig durch eine Duldung seines Wirkens aufgehoben war, gar nicht tätig sein durfte, auch nicht in den Fällen, in denen eine mehrmalige Einwirkung notwendig gewesen wäre. In wiederum anderen Fällen konnte er gar nicht „heilend“ einwirken, da diese Menschen skeptisch waren bzw. nicht glaubten oder Todeskandidaten waren, bei denen jeder Lebenswille erloschen war. Auch sagte er, dass in manchen Fällen die geschehene Heilung wieder verschwinde, weil der Geheilte an seine eigene Heilung nicht mehr glaube. Beeinflusst durch seine Familie („das kann nicht sein, dass du gesund bist“, „du bildest dir das nur ein, dass du geheilt bist“) oder durch diffamierende Pressemeldungen war oft der Glaube an seine Heilung zerstört worden.

Dauerhaftigkeit der Heilungen

In der überwiegenden Zahl der Fälle hielt jedoch die Heilung an, wenn die Menschen die dafür erforderliche innere Einstellung behalten hatten. So berichteten schon Kaul [53] und Trampler [54] von monatelang anhaltenden Heilungen. Heute bestätigt sich, dass die Heilungen dauerhaft bestehen, solange der Mensch nicht die geistigen Auslöser der Krankheit zurückholt. Weiteres dazu siehe auch ...    

Heilungssuchende eine Masse von labilen, haltlosen Menschen?

Die Heilungssuchenden wurden durch führende Ärzte als Masse vMenge Heilungssuchenderon labilen, haltlosen Menschen bezeichnet. Dies diffamiert ehrenhafte Menschen allen Alters und aller Volksschichten, denen diese Ärzte damit Hoffnung auf Heilung von ihren oftmals schweren, als "unheilbar" erklärten Leiden genommen hatten.

Hintergründe dieser Behauptungen

Hinter all diesen Behauptungen steckt offensichtlich, dass die Medizinalverwaltung, die Vertreter der Ärzteschaft und die Presse, soweit sie ablehnende und diffamierende Äußerungen vertraten, die Gesetzmäßigkeit des göttlichen Wirkens nicht sahen oder nicht anerkennen wollten. Die Ärzte hätten allerdings gerne die „Methode“ Bruno Grönings verstanden und selber in eigenem Interesse angewendet [55]. Dies war ihnen aber nicht möglich, solange sie nicht den Zugang zum geistigen Hintergrund fanden. So erklärten sie, Bruno Gröning könne gar nicht heilen. Damit haben sie trotz Kenntnis der zahllosen Heilungen vielen Menschen den Zugang zur Heilung (und damit zum Heil) versperrt und ihren beruflichen Auftrag verraten.

Bezeichnend für die Haltung einflussreicher Mediziner

waren die im Mai 1949 die oben und im vorigen Kapitel zitierten Äußerungen des medizinischen Sachbearbeiters bei dem für Herford zuständigen Regierungspräsidenten in Detmold, Oberregierungsrat Dr. Dyes zur Nichtexistenz von medizinisch nicht Anerkanntem. Auf die Frage: „Wie ist die Situation, wenn Gröning bis zu dem gesetzten Termin, sagen wir einmal rund 500 Beweise seiner erfolgreichen Heilungstätigkeit erbringen wird?“, antwortete Dr. Dyes betont: „Auch dann sind wir nicht gewillt und in der Lage, das Verbot aufzuheben.“

Er brachte ferner zum Ausdruck, dass man vonseiten der Behörde strikt auf die Einhaltung des Verbots achten werde, würde das Verbot übertreten, so müsste man Gröning einsperren. [50]


„Die Nacht der 5 000“

Trotz des Verbotes und erster öffentlicher Diffamierungen kamen von weither immer neue Bruno Gröning will allen helfenHilfesuchende zu Bruno Gröning. In der Nacht vom 14. auf den 15. Juni 1949 war die Zahl der Wartenden auf etwa 5 000 angewachsen, wartend darauf, dass Bruno Gröning wieder wirken durfte. Diese in tiefer seelischer und körperlicher Not stehenden Menschen sandten mehrfach Abordnungen zur Stadtverwaltung und ersuchten diese nachdrücklich, das Verbot aufzuheben. Gegen Mitternacht wurde eine Ausnahmegenehmigung gewährt, aber schon am folgenden Tag trat das Verbot wieder voll in Kraft. Bruno Gröning war tief erschüttert über so viel Unverständnis, er wollte doch nur helfen.

 Heilungssuchende drängen weiter zu Bruno Gröning,

zahlreiche Heilungen geschehen.
Das erneute schriftliche Totalverbot vom 7. Juni veranlasste viele Kranke und Hilfesuchende in der amerikanischen Zone und dem Ausland, Bruno Gröning in ihre Heimat einzuladen. Hotels und Villen am Rhein, am Bodensee, an der Mosel, im Schwarzwald usw. wurden ihm als eine neue Heimstätte angeboten. Das letzte deutsche Angebot sei von einem Schloss im Taunus gekommen, dessen Besitzer ein Sanatorium in seinen 25 renovierten Räumen und Anlagen für das Wirken Bruno Grönings zur Verfügung stellen wollte. [56]

Zustrom aus aller Welt

Gleichzeitig drängten immer mehr Menschen zu Bruno Gröning. Der Postbote brachte täglich über 2 000 Postsendungen, darunter Briefe aus Amerika, Australien und Neuseeland. [57] Abordnungen von Heilungssuchenden demonstrierten fast täglich vor dem Rathaus oder dem Sitz des britischen Stadtkommandanten, bestürmten am 11. Juni sogar die Privatwohnung des gerade amtierenden Stadtdirektors Wöhrmann und nötigten ihm das kurzzeitige Aussetzen des Heilverbots ab. Bei dieser Gelegenheit war Wöhrmann bis in die Nacht hinein im Hause Wilhelms­platz 7 und wurde Zeuge verschiedener Heilungen.

Bereits am nächsten Morgen war das Heilverbot wieder in Kraft.

Es entstand ein zermürbendes Hin und Her von Verbot und kurzfristigen Ausnahmeregelungen. Nichtsdestoweniger hielt der Zustrom der Kranken unvermindert an. Zeitzeuge E. A. Schmidt schreibt,

„Das Wetter war [...] kalt, windig und regnerisch, und doch standen die Menschen unentwegt Tag und Nacht vor Grönings Haus mit Kindern, Kranken und Gebresthaften, die sich in letzter Verzweiflung an die Hilfe von Gröning klammerten. [...] Das Gewühl war bis auf 5 000 Menschen angeschwollen. Etwa 200 Autos parkten am Platz, darunter viele LKW und Autobusse mit einer Fracht menschlichen Jammers, wie sie in dieser Konzentration wohl selten zu sehen ist.“ [58]

Der Bürgermeister konstatiert: "Mir bleibt der Verstand stehen!
Bruno Gröning heilt Lahme, Blinde, Stumme ..."

Der Journalist Karl Stankiewitz, Berichterstatter der „Süddeutschen Sonntagspost“ [59], schreibt u. a.:
„Aus dem benachbarten Ennigerloh kommt ein junger Arzt, Dr. M., mit drei Patienten. Der Bürgermeister sprachlos‚Das ist für mich doch interessanter als ein ganzes Semester Psychologie und Medizin', sagt er. Er ist natürlich skeptisch. Als sich die Heilungsfälle im Hausflur mehren, ist er sprachlos. Der Bürgermeister konstatiert: ‚Mir bleibt der Verstand stehen.' [...]

Bruno Gröning auf dem Balkon

Gröning tritt auf den Balkon. [...] Dann spricht er, sehr akzentuiert, aber ohne Pathos:
‚Meine lieben Heilungssuchenden! Euer Flehen und Bitten zum Herrgott war nicht umsonst. [...] Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass diese Heilung nur denen zugutekommt, die den Glauben an unseren Herrgott in sich tragen oder bereit sind, den Glauben in sich aufzunehmen. Ich spreche Sie hiermit alle im Namen Gottes gesund. Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass der eine oder der andere noch leichte Schmerzen verspürt. Das sind die Regelungsschmerzen, die sehr bald verschwinden werden, wenn Sie weiter fest an die Heilung glauben. Ich weiß auch, dass in diesem Augenblick viele Menschen in anderen Gegenden gesund geworden sind. Wer für einen kranken Angehörigen hier ist, kann getrost nach Hause gehen. Die Heilung geschieht auch ohne mein Beisein. Mein Wunsch geht darauf hinaus, allen Menschen zur Gesundung helfen zu können. Ich frage nicht nach der Religion. Ich frage nicht nach der Nation. [...] Ich bitte Sie jetzt, nicht zu nörgeln, denn wer an seiner Heilung zweifelt, zweifelt am Herrgott. Den Dank für diese Heilung bitte ich nicht an mich zu richten. Der Dank gehört allein unserem Herrgott. Ich verlange von Ihnen kein Entgelt. Zu erwarten habe ich aber, dass Sie in Ihrem ganzen Leben zu Gott beten werden. Das Leben ohne Gott ist kein Leben.'“

Die Stadtverwaltung sah sich außerstande, das Verbot aufzuheben

Angesichts dieser Situation erklärte die Stadtverwaltung am 14. Juni, sie sehe sich außerstande, das Verbot aufzuheben, erklärte sich aber mit Rücksicht auf die „Schwerkranke(n) und Mütter mit ihren Kindern, die sich vernunftswidrig durch längeren Aufenthalt im Freien zusätzlich Gesundheitsschädigungen aussetzen“ bereit, gegen „die Heiltätigkeit des Herrn Gröning bis zur Entscheidung der Angelegenheit durch die Landesregierung nicht einzuschreiten“.

Der Bescheid wurde vom Stadtdirektor um 24 Uhr unterzeichnet und von E. A. Schmidt der gespannt lauschenden Menschenmenge vorgelesen. Bruno Gröning, der in Viersen war, sagte telefonisch sein sofortiges Kommen zu. „Dies löste großen Jubel bei der Menge aus, die nun doch in ihrer Hoffnung nicht enttäuscht worden war.“ [60]

Menschen warteten auf Bruno Gröning

Etwa 5 000 Menschen hatten sich um das Haus am Wilhelmsplatz 7 versammelt und warteten auf Gröning. [61] Was sich dann abspielte, Beeindruckte Reporterveranlasste den „Münchner Merkur“ zu der Überschrift „Tausende im Banne des Herforder ‚Wunderdoktors‘ – Lahme zerbrechen ihre Krücken, Blinde werden sehend“ [62], und Journalist Stankiewitz (s. o.) schrieb:

„In dieser Nacht und am darauffolgenden Samstag notiere ich u. a. noch folgende Heilungen, alle in Abwesenheit Grönings:
- Cäsar Zilinski aus Lottinghof, dem durch Blutkreislaufstörung das linke Bein und der rechte Arm gelähmt gewesen sind, innerhalb von drei Minuten völlig geheilt.
- Regina Schmidt, 14 Jahre alt aus Porz, seit elf Jahren gelähmt, kann plötzlich den steifen Fuß wieder bewegen.
- Albine Strauß aus Minden, schwer zuckerkrank, nerven- und herzleidend, jahrelanger Sanatoriumsaufenthalt, laut Klinikbefund unheilbar, kann wieder die Treppe steigen: ‚Ich fühle mich jetzt völlig wohl.‘
- Willi Horstmann aus Schlangen, am linken Auge völlig erblindet, kann plötzlich wieder hell und dunkel unterscheiden, wenig später sieht er völlig normal.“ [63]
   

Der Journalist Dr. phil. A. Kaul, in dieser Zeit ebenfalls persönlich vor Ort, berichtete umfassend und kompetent. Zitate aus seinem Bericht finden Sie im Abschnitt „Das Geschehen in Herford“ in Kapitel „Reaktionen auf die Heilungen“. 

Nach seiner Ansprache bat Bruno Gröning die Anwesenden, in Ruhe nach Hause zu gehen und nicht mehr zu protestieren. Die riesige Menschenmenge löste sich nur langsam auf. Auch am folgenden Morgen kam es zu zahlreichen Heilungen.

Am Morgen des nächsten Tages

„Bruno Gröning wandte sich nun im Licht des frühen Tages erneut den wartenden Autos mit Schwerkranken zu. Für uns, die wir bei ihm waren, und die vielen, die es mit ansehen konnten, war es ein Zug des Wunders, der Siegeszug einer nicht kriegerischen, sondern versöhnlichen und helfenden Macht. Der Gewalvon Mensch zu Menscht dieses Bildes konnte sich keiner entziehen. [...] Bei Kindern wurden gelähmte Glieder, die unter ständigem Kältedruck standen, wieder warm. Bruno Gröning stieg von einem LKW auf den anderen hinauf, ging von Mensch zu Mensch, die auf Stroh und Matratzen gebettet waren. Sie richteten sich auf und fühlten neue Kräfte. [...]

So ging es Wagen für Wagen, bis der Platz lichter und lichter wurde. Dies war die letzte und wohl auch erfolgreichste Tat des öffentlichen Wirkens Bruno Grönings in Herford. Von diesem Augenblick an trat das Tätigkeitsverbot mit voller Wirkung in Kraft.“ [64]


Reaktionen der Behörden

Die unübersehbaren Erfolge, z. B. in der „Nacht der 5 000“, und die positive Presseberichterstattung darüber veranlassten Behörden und Medizinalverwaltung sogar zu einem noch schärferen Vorgehen gegen Bruno Gröning. Das rechtswidrige Verbot wurde jetzt gegen alle Proteste der Hilfe suchenden Menschen mit Staatsgewalt durchgesetzt.

Bereits am 14. Juni sprachen der Oberbürgermeister und der Oberstadtdirektor von Herford persönlich beim Regierungspräsidenten von Herford, Drake, vor. Dieser gab offen seine negative Einstellung Bruno Gröning gegenüber zu, in seiner Haltung unterstützt durch ein bezahltes Auftragsgutachten über Bruno Gröning, erstellt von Prof. Schorsch (Bethel), der schon bei den Treffen der Ärztekommission keinen Hehl aus seiner ablehnenden Haltung zu Bruno Gröning gemacht hatte.

Am 16. Juni schrieb Stadtdirektor Wöhrmann an den Regierungspräsidenten in Detmold, dass die Verhältnisse inzwischen untragbar geworden seien, da sich „etwa 3500 bis 4000 Menschen vor dem Hause Wilhelmsplatz 7 versammelt haben. Auch sie warteten größtenteils bereits einige Tage und Nächte.“ [65]

Zugesagte Aussetzung des Heilverbotes widerrufen

Auch die am 14. Juni zugesagte Aussetzung des Heilverbotes wird widerrufen, und Bruno Gröning zu folgender Erklärung veranlasst:

„Aufgrund der heutigen Besprechungen zwischen dem Herrn Oberstadtdirektor und der Stadtverwaltung Herford gebe ich hiermit bekannt, dass ab sofort in Herford Heilungssuchende nicht behandelt werden mit Ausnahme der Heilung suchenden Bewohner des Stadt- und Landkreises Herford. Ich beabsichtige, an verschiedenen Orten Westdeutschlands meine Tätigkeit auszuüben. Durch Presse und Rundfunk werde ich den Ort und die Zeit bekanntgeben, wo und wann ich meine Heiltätigkeit auszuüben gedenke. Vom 18.6.1949 bis 2.7.1949 bin ich in Herford nicht anwesend. Jeder Besuch zum Zwecke einer Behandlung durch mich ist deshalb für diese Zeit zwecklos. Nähere Bekanntmachungen über meine Heiltätigkeit in Zukunft werde ich durch Presse und Rundfunk bekannt geben. gez. Gröning.“

Kaul berichtet weiter:

„Die bis zum 18. Juni 1949 zugestandene Weiterbehandlung von Kranken wurde aber am Freitag, den 17. Juni 1949 durch ein erneutes striktes Verbot unterbrochen. Die Menschenmassen auf dem Wilhelmsplatz waren auf Drei- bis Viertausend angewachsen, die unter stürmischen Rufen: „Wir wollen Heilung, wir wollen Heilung!“ nach Gröning verlangten. Zustrom zum RathausAm Nachmittag sammelten sich protestierende Massen vor dem Herforder Rathaus, um gegen das Verbot zu demonstrieren. [...] In Sprechchören wurde immer wieder freie Betätigung für Gröning gefordert. Die Lage der wartenden Kranken am Wilhelmsplatz wurde aber von Stunde zu Stunde schwieriger, weil auf der einen Seite Gröning nicht helfen durfte und andererseits die zum Teil von weit hergekommenen Patienten den behördlichen Maßnahmen kein Verständnis entgegenbringen konnten.“ [66]

Zeitzeuge E. A. Schmidt zitiert einen dieser „Demonstrierenden“:
„Ich habe dem Oberstadtdirektor gesagt, dass in einer Demokratie mich niemand daran hindern kann, auf der Straße zu stehen und mich von jemand heilen zu lassen, der mich nicht anrührt, mir nichts verschreibt, mir kein Geld abnimmt. Darauf erwiderte der Oberstadtdirektor, dass die Straße kein Sprechzimmer sei, worauf ich erwiderte, dass ich keinerlei Störung auf der Straße hätte feststellen können, trotzdem Hunderte von Menschen da waren. Bürgermeister Höcker erklärte darauf sehr erregt: Bruno Gröning darf nicht heilen‚Gehen Sie zurück zu ‚Ihrem' Gröning. Er wird zu Ihnen sprechen und darf bis morgen früh wieder tätig werden. Wir halten uns an unsere Abmachungen und erwarten, dass Herr Gröning sich auch daran hält.'“ [67]


Sitzung des Regierungspräsidenten mit Vertretern der Stadt Herford

Am gleichen Tag vormittags sprach Regierungspräsident Drake bei dem nordrhein-westfälischen Sozialminister Amelunxen vor. [68] Bei der anschließenden Sitzung des Regierungspräsidenten mit Vertretern der Stadt Herford, mit Prof. Schorsch, dem Vize-Regierungspräsidenten und dem stellvertretenden Medizinaldezernenten war es das erklärte Ziel, „die Angelegenheit Gröning so schnell wie möglich abzuschließen“. [69]


Zuerst sachliche Artikel über Bruno Gröning und sein Wirken

Ein Teil der Presse berichtete mittels eigener Reporter vor Ort objektiv und sachlich über die geschehenen Heilungen von „unheilbaren“ Krankheiten: So die „Westfalenpost“ v. 25. Mai 1949, „Der Stern“ v. 29. Mai 1949 (mit eigenem Reporter vor Ort), „Der Hausfreund“ v. 4. Juni 1949 (mit eigenem Reporter vor Ort), „Die Welt“ v. 23. Juni 1949, die „Main-Post“ v. 23. Juni 1949, der „Münchner Merkur“ v. 24. Juni 1949 (mit eigenem Reporter vor Ort), die „Süddeutsche Sonntagspost“ v. 25. Juni 1949 (mit eigenem Reporter vor Ort), die „Kieler Nachrichten“ v. 25. Juni 1949 (mit eigenem Reporter vor Ort).

Wandel in der Berichterstattung nach dem Verbot

Jedoch nach Bekanntwerden des Verbotes vom 3. Mai 1949 deutete schon die Überschrift „Wunderdoktor‘ oder Scharlatan?“ des ersten Presseartikels der „Westfalen-Zeitung“ vom 5. Mai 1949 über Bruno Gröning in Herford, die Bruno Gröning bis dahin unterstützte, an, dass neben den positiven Berichten von aufsehenerregenden Heilungen auch Skepsis und Ablehnung möglich waren.

Unsachliche und diffamierende Veröffentlichungen

Vom „Herforder Rasputin“ war die Rede, und „Der Spiegel“ titelte sarkastisch „Wer ein Schnitzel findet, ist geheilt“. Auch andere Blätter, die zudem nicht durch eigene Bericht­erstatter vor Ort waren, zeigten sich negativ eingestellt gegenüber Bruno Gröning. Sie bedienten sich der Argumente der Medizinalbürokratie und der Ärztevertreter, die sie wiedergaben und mit denen sie Interviews führten.


Sein selbstloses Wirken stoppen

Das unrechtmäßige Verbot sollte sein selbstloses Wirken stoppen. Mit dieser unlauteren juristischen Strategie beschuldigten interessierte Kreise ihn zeit seines Lebens, machten ihn damit wiederholt zum "Angeklagten" und "Straftäter", ruinierten nachhaltig seinen Ruf in der Öffentlichkeit, verunsicherten die Hilfesuchenden und unterdrückten so ohne Rücksicht auf die kranken Menschen das Heilungsgeschehen im größeren Umfang.

Beim Landgericht Bielefeld wurde Strafantrag gegen Bruno Gröning gestellt. Auf Drängen von Herforder Behördenvertretern sollte er am 18.06.1949 wegen fortgesetzten Verstoßes gegen das Heilpraktikergesetz und wegen Verdunkelungs- und Fluchtgefahr verhaftet und in einer Heil- und Pflegeanstalt auf seinen Geisteszustand untersucht werden. [69] Der Oberstadtdirektor und der stellvertretende Medizinaldezernent sprachen in dieser Angelegenheit persönlich beim Oberstaatsanwalt des Landgerichtes in Bielefeld vor. Bruno Gröning reist abMan kam überein, dass Gröning um 12 Uhr verhaftet werden sollte. [70]

Das Amtsgericht Herford lehnte den Haftbefehl jedoch ab, da die vorgelegten Unterlagen in keiner Weise ausreichten.

An diesem Tag verließ Bruno Gröning Herford endgültig.

 

Bruno Gröning wirkte in anderen Teilen Deutschlands weiter.

Am 11.07.1949 äußerte er sich in einem kleineren Kreis wie folgt: „Und hier bin ich immer wieder gehindert worden, indem ich immer wieder eins vor Augen sehe: Verbot, Verbot und nochmals Verbot! Jeder kann leben und gut leben. Hier geht es nicht um das eigene Leben, sondern um die kranken Menschen, den kranken Menschen zu helfen. Und davon gehe ich nicht ab, komme, was da wolle. Und ich kann nicht vorübergehen, wenn ich Menschen sehe, die so krank daliegen und keine Hilfe haben können.“


Das weitere Geschehen

Getrieben von ihren Ansprüchen sahen sich die Gegner Bruno Grönings jedoch veranlasst, weiterhin zu unlauteren Mitteln zu greifen.

- Gekaufte Stellungnahme:

Karl, ein Bruder Bruno Grönings, erlag der Verlockung, für 50 000 DM (damals etwa der Gegenwert eines Einfamilienhauses) unter der Schlagzeile „Bruder gegen Bruder“ eine unwahre Stellungnahme zu verfassen. Er verkaufte den Leumund seines Bruders.

Diese Unwahrheiten wurden hemmungslos verbreitet und verwendet, selbst dann noch, als Karl Gröning durch eidesstattliche Erklärung vom 4. November 1952 die Anschuldigungen gegen seinen Bruder mit tiefem Bedauern widerrufen hatte:

„Ich bedauere heute außerordentlich, dass dies geschehen konnte, wie ich es auch bedaure, dass durch meine früheren herabsetzenden unwahren Behauptungen meinem Bruder Bruno schwerer Schaden in Bezug auf seinen Ruf erwachsen ist.

Ich nehme hiermit alle unwahren Anschuldigungen gegen meinen Bruder Bruno zurück.“


- Otto Meckelburg,

Verfasser von Unterlagen zum Obergutachten sowie ab 1955 auch Hauptzeuge der Anklage im großen Prozess gegen Bruno Gröning. Otto Meckelburg war in der Hitlerzeit SS-Obersturmbannführer der Waffen-SS, führendes Mitglied der „Generalinspektion der verstärkten SS-Totenkopf-Standarten“ und inspizierte als solcher nationalsozialistische Konzentrationslager und SS-Wachverbände.
drohender MeckelburgSeine Einstellung und Motivation zu Bruno Gröning war keineswegs neutral, sondern wurde im Juni 1950 sogar Inhalt einer Schlagzeile in der Zeitschrift „Neue Post“: „Dem Gröning brech ich alle Gräten, sagte der Ex-Chefmanager Otto Meckelburg“
  

- Gutachten gegen Bruno Gröning:

Die Unwahrheiten des Bruders Karl sowie unseriöse Quellen (z. B. von Otto Meckelburg und dessen Umfeld) wurden Grundlage von zwei Gutachten (derselbe Gutachter, vom 24.10.1951 und vom 01.11.1955) zur Charakterisierung der Person Bruno Gröning in gerichtlichen Verfahren. Der Gutachter verwendete derartige Quellen, obwohl er selbst deren Dürftigkeit und Unsachlichkeit erkannt und ausdrücklich als „äußerst schlecht verwertbar“ beschrieben hatte.

Die zahllosen positiven Veröffentlichungen über Bruno Gröning, sein Wirken und die erfolgten Heilungen wurden von dem Gutachter abwertend beurteilt, dankbare Geheilte z. B. als „unkritische Anbeter“ betitelt.

Zahlreiche Formulierungen in den Gutachten unterstellten, dass die Öffentlichkeit vor Bruno Gröning geschützt werden müsse, und hätten dem Gericht damit die Handhabe gegeben, ihn in ein psychiatrisches Krankenhaus einzuweisen, obwohl dazu nicht einmal eine persönliche Untersuchung erfolgt war. [71]


Aktueller psychiatrischer Kommentar zu diesen Gutachten

von Herrn D. A., Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie
              Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Zur Vorbereitung dieser Kommentierung hatte ich Gelegenheit, die vorhandenen drei Gutachten (1951,1955 und 1957) über Bruno Gröning und Prozessakten einzusehen. Das Obergutachten von 1951 stützt sich ausschließlich auf Aussagen der damals vorliegenden Prozessunterlagen. Der Gutachter weist selbst ausdrücklich darauf hin, dass die überwiegenden Unterlagen tendenziös und parteilich sind und schreibt: „… daher nur äußerst schlecht verwertbar, sowohl im Hinblick auf seine diesbezügliche Dürftigkeit, als auch die Unsachlichkeit des zum großen Teil tendenziösen Materials“. Trotzdem wird bei dem Obergutachten vom 24.10.1951 eine persönliche Untersuchung für nicht erforderlich gehalten.

So bezieht sich der Sachverständige in seinen Aussagen unter anderem mehrfach auf eidesstattliche Erklärungen von Otto Meckelburg und seiner Frau sowie einem eidesstattlich abgegebenen Tatsachenbericht des Bruders Karl Gröning, den er bereits wenige Monate später eidesstattlich widerruft. Er bedauert in seinem Widerruf, dass er aus seiner materiellen Notlage heraus den Verlockungen eines geschäftstüchtigen Journalisten erlegen war.

Der Jurist Dr. Wolfgang Hausmann hat in seinem 2009 veröffentlichtem Buch: „Der große Prozess gegen Bruno Gröning 1955 bis 1959“ ausführlich die Unglaubwürdigkeit der Hauptbelastungszeugen wie Otto Mecklenburg und seiner Frau sowie des Bruders Karl Gröning dargestellt.

Dass ein Gutachten bei einer damals so öffentlichen Person wie Bruno Gröning ausschließlich nur anhand von Akten erstellt wurde, finde ich unglaublich und löste bei mir Betroffenheit aus. Die unzureichende Qualität der Aussagen der zwei Gutachten von 1951 und 1955 haben dem Ruf von Herrn Gröning bis in die heutige Zeit hinein geschadet.

Das dritte Gutachten von 1956 wurde erstellt in der psychiatrischen Nervenklinik der Universität Freiburg und beruht auf einer persönlichen Untersuchung von Bruno Gröning. Herr Gröning befand sich vom 20.11. bis zum 01.12.1956 zur stationären Begutachtung freiwillig in der dortigen psychiatrischen Klinik. Das Gutachten ist für die damalige Zeit gut strukturiert und erfüllt die formalen und inhaltlichen Anforderungen eines psychiatrischen Gutachtens. Der Sachverständige kommt zu ganz anderen Schlussfolgerungen als der Erstgutachter. Im Heidelberger Obergutachten von 1951 wurde ohne eigene Untersuchungen, nur aufgrund des Aktenmaterials, Herrn Gröning zum Beispiel eine niedrige Intelligenz unterstellt. Dagegen stellt der Freiburger Sachverständige aufgrund einer testpsychologischen Untersuchung einen IQ fest, der im oberen Bereich der Normalverteilung liegt.

Die ersten zwei Heidelberger Gutachten von 1951 und 1955 enthalten inhaltliche und formale Fehler und haben auch zur damaligen Zeit die Mindestanforderung einer fairen psychiatrischen Begutachtung nicht erfüllt. Sie reihen sich ein in die Art von Gutachten, die in der Fachliteratur gelegentlich als „Verdammungsurteile“ bezeichnet wurden.


Bruno Gröning erklärte zum ersten Gutachten von 1951

Bruno Gröning äußerte sich über das erste Gutachten vom 24.10.1951 (das als Obergutachten bezeichnet wurde) wie folgt:
„Die Herren beamteten Wissenschaftler haben es sich ziemlich leicht gemacht und auf 73 Seiten ein mühselig zusammengefasstes und bestimmt recht kostspieliges Obergutachten niedergelegt. Mein ganzes bisheriges Leben, vom Säugling angefangen, wurde unter die Lupe genommen, und dann wurden daraus Schlüsse gezogen, die […] einfach haarsträubend sind. Arme Wissenschaft! Dafür ist Zeit und Geld da. Aber Millionen Menschen schmachten in Krankheit und Leiden, und es gelang bisher nicht einmal, die sogenannten großen Volkskrankheiten, wie Rheuma, Gicht, Tuberkulose, Multiple Sklerose, Krebs und andere mehr auch nur entfernt erfolgreich zu bekämpfen.[…]
Im Übrigen habe ich viele Hunderte Beweise meiner Fähigkeiten geliefert. Aber davon haben jene Herren keine Notiz genommen; sie wollten dies anscheinend auch gar nicht. […] Ich bin aber den deutschen Richtern sehr dankbar, die mich trotzdem freigesprochen haben, obwohl mich das Obergutachten vernichtend treffen sollte.“ [72]


Weichenstellung gegen die Hilfesuchenden und Bruno Gröning

Der Sozialminister von Nordrhein-Westfalen (Bundesland, in dem Herford liegt) verbot Bruno Gröning unter Strafandrohung sein Wirken im ganzen Bundesland. Er informierte darüber die Gesundheitsminister aller Bundesländer in Deutschland und empfahl einheitliches Vorgehen gegen Bruno Gröning.

Unrechtmäßg beschuldigten einzelne Behördenvertreter Bruno Gröning zeit seines Lebens, gegen das Heilpraktikergesetz verstoßen zu haben. Damit konnten sie den Zustrom der Hilfe suchenden Kranken einengen und ihr eigenes Ansehen wahren.

Behördliches um den „Wunderdoktor von Herford (Gröning)"

Am 23. Juni beauftragte der Hauptausschuss des Landtages NRW die zuständigen Ministerien, den Fall des „Wunderdoktors von Herford (Gröning)“ beschleunigt zu prüfen und eine endgültige Regelung der Tätigkeitserlaubnis zu treffen. [73] Drei Tage später untersagte der Sozialminister des Landes NRW, Dr. Amelunxen, in einem Erlass an seine Regierungs­präsidenten Bruno Grönings Wirken in NRW und bat sie, bei Zuwiderhandlung Bruno Grönings unverzüglich ein Strafverfahren gegen ihn wegen Verstoßes gegen das Heilpraktiker­gesetz (HPG), wegen Betruges und wegen fahrlässiger Körperverletzung einleiten zu lassen. Zugleich ging eine Mitteilung gleichen Inhalts an die Presse. [74] Die Abschrift dieses Erlasses sandte er, eigenhändig unterschrieben, am 28. Juni an das Bayerische Innenministerium, Gesundheitsabteilung, mit der Bitte, in Bayern im gleichen Sinne zu verfahren. [75] Er informierte ebenso die Gesundheitsminister aller Länder Westdeutsch­lands und bat sie, in gleicher Weise gegen Bruno Gröning vorzugehen. [76]

Beschwerde gegen die Verbote der Stadt Herford

Am 28. Juni legten Bruno Grönings Rechtsanwälte Hans Vogt und Dr. Kurt Viering, Bielefeld, bereits Beschwerde gegen die Verbote der Stadt Herford ein, im Wesentlichen mit der Begründung, dass
- Bruno Grönings Tätigkeit nicht unter das HPG falle, sondern
- eine freie Liebestätigkeit sei
- er lediglich aus innerer Überzeugung anderen Menschen unentgeltlich helfe und
- damit dem Bedürfnis einer großen Zahl leidender Menschen entspreche, deren Wunsch nach Gesundheit in vielen Fällen Erfüllung gefunden habe.
Auch störe Bruno Gröning nicht die öffentliche Ordnung, soweit auf dem Wilhelmsplatz eine große Menschenmenge zusammenkomme. [77]
Der Regierungspräsident wies am 15. August 1949 die Beschwerde mit Hinweis auf den Erlass des Sozialministers vom 26. Juni zurück. [78]

Dr. Amelunxen wollte bei der Konferenz der westdeutschen Gesundheitsminister in Bad Neuenahr vom 13. bis 15. Juli die Sache Gröning zur Sprache bringen, um ein einheitliches Verfahren in dieser Angelegenheit zu ermöglichen. Am 29. Juni meldete die „Allgemeine Kölnische Rundschau“, dass das Kabinett des Landes NRW das Justizministerium angewiesen habe, vom „Wunderdoktor Gröning“ aus Herford einen Befähigungsnachweis erbringen zu lassen oder ihm die Berufsausübung zu untersagen.

Der Leiter der Gesundheitsabteilung im Bayerischen Innenministerium, Dr. Seiffert, legte am 7. Juli dem Bayerischen Innenminister, Dr. Ankermüller, einen Vermerk vor, nach dem der sogenannte „Wunderdoktor“ Gröning aus Herford gemäß Pressemeldungen beabsichtige, nach Bayern zu kommen. Dr. Seiffert war gegen Bruno Gröning eingestellt und bat den Innenminister um Weisung, bei einem Auftreten Bruno Grönings in Bayern das Verbot der Ausübung der Heilkunde zu erlassen. Gleichzeitig hatte er bereits eine Mitteilung für Presse und Radio entworfen, die aber von der Rechtsabteilung des Bayerischen Innenministeriums am 20. Juli abgelehnt wurde. [79]

Am 12. Juli stellte der Oberstadtdirektor von Herford beim Bielefelder Oberstaatsanwalt unter Bezugnahme auf den Erlass des Sozialministeriums vom 26.06.1949 Strafantrag gegen Bruno Gröning wegen fortgesetzten Verstoßes gegen das HPG, wegen Betruges und wegen fahrlässiger Körperverletzung. [80]

Da sich die Anschuldigungen nach Überprüfung als unhaltbar erwiesen, wurden sämtliche Ermittlungsverfahren am 13.04.1950 mit Ergänzung am 29.07.1950 mit Genehmigung der Generalstaatsanwaltschaft in Hamm eingestellt. Zur Begründung wurde u. a. angeführt, dass von einem fortgesetzten Verstoß gegen das HPG keine Rede sein könne. Die Strafverfolgungs­behörden in Heidelberg und München hätten bestätigt, dass in dem dortigen Auftreten Bruno Grönings kein Verstoß gegen das HPG zu sehen sei. Damit könne von einem fortgesetzten verbotenen Auftreten Bruno Grönings keine Rede sein. [81]


Erläuterungen und Quellen

Abkürzungen: a.a.O. (am angegebenen Ort) = die oben schon angeführte Fundstelle; ebd. (ebenda) = selbe Fundstelle wie direkt zuvor

[42] Schmidt, E. A.: Die Wunderheilungen des Bruno Gröning, Berlin: Falken-Verlag, 1949, S. 122; Nachdruck 2007 Wegberg: Grete-Häusler-Verlag, S. 138

[43] Schreiben des Oberstadtdirektors Meister, Herford, vom 2. Juni 1949, Kommunalarchiv Herford, Sign 32/7; auch in Schmidt (a.a.O.), S. 123 f.

[44] „Mitteilungen vom Ring der Freunde Bruno Grönings - Weltgemeinschaft“, 01.09.1949, Seite 4-5

[45] Schmidt (a.a.O.), S. 119 

[46] Quelle vieler Verleumdungs-Begriffe ist der Hobbygraphologe und Grundstücksmakler Dipl.-Kaufmann Ludewitz aus Duisburg, der eine zufällig erhaltene Schriftprobe zur Grundlage eines sogenannten Gutachtens machte, das er dem Oberstadtdirektor von Herford in einem Schreiben vom 27.05.1949 kostenlos zur Verfügung stellte. Er bezeichnete darin Bruno Gröning u. a. als Schwindler, Gauner, Egoist mit boshaft-kritischen Neigungen, einem Verheimlichungstrieb, an Selbstüberschätzung leidend u. a. m. (Kommunalarchiv Herford, Sign. 10/0/270).

Zwei der genannten einflussreichen Ärzte, nämlich die Professoren Wolf und Schorsch, deren Urteil zunächst E. A. Schmidt noch als äußerst sachlich, teils sogar zustimmend bezeichnet, änderten bald darauf ihre Haltung und verbreiteten nun Äußerungen, die dazu dienten, den Glauben an Bruno Gröning zu zersetzen. Im Gespräch mit Prof. Fischer, dem Leiter der im Anschluss an dieses Kapitel dargestellten Heidelberger Untersuchungen, sagt Prof. Schorsch am 29. Juni 1949 in Bielefeld, dass Bruno Gröning ein ganz primitiver Mensch sei und vor allem kein Charisma (Sendungsbewusstsein)  habe. Das religiöse Sendungsbewusstsein, von dem Bruno Gröning in Herford und an anderer Stelle geredet habe, sei reines Theater. Er handele vielmehr aus Egoismus und Selbstüberheblichkeit. Zum „Beweis“ seiner Worte zeigt er Prof. Fischer und den Redakteuren der Zeitschrift „Revue“ ein graphologisches Gutachten über die Handschrift Bruno Grönings (Revue, 14.08.1949, Seite 8).

Das „Herforder Kreisblatt“ zitiert in einem Artikel vom 02.02.1950 Prof. Wolf, der vor der Gefahr von hypnotischer oder suggestiver Beeinflussung etwa von Patienten mit Magengeschwüren warnte. Auch Prof. Schorsch wird dort mit Aussagen zitiert - deren Richtigkeit unterstellt -, bei Bruno Gröning handele es ich um einen schweren Psychopaten, um einen geltungssüchtigen, skrupellosen Fanatiker, dessen krankhafte Empfindlichkeit gegen jede Art von Kritik durch einen hemmungslosen Autoritätsanspruch überkompensiert werde. Weitere abqualifizierende Begriffe wie „Minderwertigkeitsgefühl“, „verantwortungslos und ohne jedes Charisma“, „anmaßend und von unverkennbarer erotischer Triebhaftigkeit“ werden gebraucht.

Weiterhin lässt sich feststellen, dass ein großer Teil der Pressemedien (die keinen Reporter vor Ort hatten) lediglich die ihnen von den Ärztevertretern und der Bürokratie gegebenen Informationen wiedergab. Mit den Ärztevertretern machten sie Interviews, mit Bruno Gröning nicht.

Die „Münchner Allgemeine“ vom 28.08.1949 warnte allerdings: „Geistiger Hochmut einem Außenseiter gegenüber, der vielleicht intuitiv manchen Geheimnissen des Lebens näher gekommen ist als die bisherige exakte Wissenschaft, wäre falsch am Platze...“:

Auch die  Landesregierung Nordrhein-Westfalen setzte alles daran, dass die Presse Bruno Gröning nicht unterstützt und ihn ignoriert, d. h. dass die Bevölkerung nichts über die Heilungen erfährt (Vermerk des Innenministers des Landes Nordrhein-Westfalen v. 23.06.1949 in: Landesarchiv NRW, Düsseldorf, NW 224 Nr.64, Innenminister NRW, Abteilung IV, Blatt 1-2).

Bruno Gröning selbst forderte die Presse auf, sich selbst zu überzeugen und nicht Gehörtes oder Vermutetes, sondern verantwortlich die Wahrheit zu schreiben. „ Ich habe es bisher nicht gewagt, Zeitungen in die Hand zu nehmen und Artikel zu lesen, ich weiß es ja schon vorher…Gerade auf den schmutzigsten Artikel hin, der in der ‚Freie Presse Herford’ erschienen war, fanden Menschen zu Gröning. Wie der Lizenzträger sagte, reagierten die Leser mit 800 Abbestellungen darauf…“

Er bat auch später am Traberhof die Pressevertreter, durch wahre, objektive Berichterstattung, frei von aller Sensationslust und Profitjägerei, den armen Menschen zu helfen und Hilfesuchenden oder schon Geheilten nicht wieder durch entstellte Berichte in schwerste seelische Bedrängnis und Rückfall in die Krankheit zu bringen. (Zweite Sonderausgabe über Grönings Erfolge, Rosenheim, 2. Septemberwoche 1949; Die Neue Zeitung 03.09.1949).

Eine andere als die o. g. Handschriftenanalyse Bruno Grönings, nämlich Pethein in „Echo der Woche“ v. 09.09.1949 sieht übrigens als „Grundhaltung seines Wesens“ Güte, Nächstenliebe und absolute Hilfsbereitschaft.

[47] Westfalen-Zeitung, 05.05.1949; Freie Presse, 28.05. und 05.06.1949

[48] Revue, 14.08.1949 S. 11; Schmidt (a.a.O.), S. 121

[49] Westfalen-Zeitung, 05.05.1949; Freie Presse, 11.05.1949; Herforder Kreisblatt, 02.02.1950

[50] Schmidt (a.a.O.), S. 121

[51] So schon Sonnet, André: Wunderheilungen und Heilwunder. Vom Geheimnis in uns. Heidenheim 1960: Erich-Hoffmann-Verlag, Kapitel „Wunderdoktor Gröning“, Seite 149-159

[52] a) Heidelberger Klausur: Heilung u. a. des Herrn Strobel von Bechterew sowie der Frau Else Joest von schwerem Darmleiden, sh. Revue 21.08.1949
b) Ernst Kläs: ein nach Operation von zersplittertem Ellenbogengelenk versteifter Arm wurde nach Bruno Grönings Vortrag wieder beweglich
c) „Rennfahrer M... aus B... hatte einen Berufsunfall mit anschließender vollkommener Lähmung des Unterkörpers bis an die Hüftpartie heran, die bis in die Rückenpartie ausstrahlte, sodass er nicht nur nicht gehen, sondern sich selbst in seinem Rollstuhl nur mühsam aus dem Kreuze aufrichten konnte. Er wurde von Gröning geheilt, und zwar inmitten einer großen Menschenmenge auf dem Wilhelmsplatz. Für die Umstehenden war es nicht weniger erschütternd, als es für seine engsten Freunde immer wieder von neuem – auch in diesem Falle – erlebt wird: Der seit vielen Jahren bewegungsunfähige Mann verließ seinen Rollstuhl und ging ohne Stütze frei einher, wenn auch verständlicherweise noch ungelenk.“ (Zitat aus Schmidt (a.a.O.) S. 51
d) Weitere derartige Heilungen wurden zahlreich berichtet, z. B. in Monographien von Schmidt (a.a.O.), Trampler (Trampler, Dr. Kurt: Die Große Umkehr, Seebruck: Heering-Verlag 1950) und anderen, in Zeitungen und Zeitschriften sowie Sonderausgaben und von Zeitzeugen

[53] Kaul, Dr. phil. A.: Das Wunder von Herford, Bensheim/Bergstraße: Lauda-Verlag, 1949, S. 16

[54] Trampler (a.a.O.), S. 92;9

[55] Westfalen-Zeitung, 12.05.1949; Revue, 28.08.1949, S. 8 Bildunterschrift unten rechts; Revue, 09.10.1949, S.19 Zwischenüberschrift „Der Gröning-Effekt ist erlernbar“ mit Text darunter 

[56] Westfalen-Zeitung, 11.06.1949

[57] Westfalen-Zeitung, 11.06.1949; Münchner Merkur, 24.06.1949; E. A. Schmidt (a.a.O.), S. 126

[58] Schmidt (a.a.O.), S. 126 f.

[59] Süddeutsche Sonntagspost, 25.06.1949

[60] Schmidt (a.a.O.), S. 144

[61] Freie Presse, 18.06.49; Passauer Neue Presse, 30.06.49; Schmidt (a.a.O.), S. 126

[62] Münchner Merkur, 24.06.1949, der weiterhin über Heilungen u. a. von Lähmungen, Magengeschwüren, Blindheit… berichtet.

[63] Süddeutsche Sonntagspost, 25.06.1949. Dort weiter: „Adalbert Schneider aus Derschlag, der seit 3 Jahren an den Beinen gelähmt gewesen sei und nun mit Unterstützung seiner jungen Frau aufgestanden und 20 Meter gegangen sei. Von Regina Schmidt, 14 Jahre, aus Porz, die seit 11 Jahren gelähmt gewesen sei und plötzlich ihren steifen Fuß wieder bewegen könne.  Frau Steffan, die seit 30 Jahren an Neuralgie und Muskelrheuma gelitten habe, und ihre kleine Tochter Luitgard, die alle paar Stunden schwere Krämpfe bekommen habe, seien beide wieder völlig gesund. Der blinde Bruder von Paul Raff, der jetzt Bruno Gröning helfe, sei vor 4 Wochen von Bruno Gröning geheilt worden.“

[64] Schmidt (a.a.O.), S. 73 f.

[65] Schreiben des Stadtdirektors Wöhrmann an den Regierungspräsidenten in Detmold v. 16.06.1949, Kommunalarchiv Herford, Sign. 32/7

[66] Kaul (a.a.O.), S. 18

[67] Schmidt (a.a.O.), S. 130 f.

[68] Dr. Amelunxen war in Nordrhein-Westfalen Ministerpräsident von 1946-1947, Sozialminister von 1947-1950 und Justizminister von 1950-1958

[69] Mehrseitiges Schreiben des Regierungspräsidenten von Detmold, Drake, an den Sozialminister NRW vom 20.06.1949 – M 31-8 B-, Landesarchiv NRW, NW 377 Nr. 24, Akte des Justizministeriums NRW Blatt 129- 131;  Auszug aus den Akten der Staatsanwaltschaft Bielefeld in der Ermittlungssache gegen Bruno Gröning, Bayerisches Hauptstaatsarchiv in München, Innenministerium, vorl. Nr. 111597/01, Blatt 109-111

[70] Dies erfolgte als Fortsetzung einer Kampagne, die Bruno Gröning dauerhaft den Zugang zu den Hilfesuchenden versperren sollte. Nach damaligem Recht (§ 51 StGB) wären die von den Ärzten behaupteten Persönlichkeitsstörungen geeignet gewesen, eine beliebig lange Isolierung in einer geschlossenen Heil- und Pflegeanstalt medizinisch zu begründen. Kein Hilfe suchender Mensch hätte Bruno Gröning noch erreichen können.

[71] Hausmann, Dr. jur. Wolfgang: Der große Prozess gegen Bruno Gröning 1955-1959, Mönchengladbach: Grete Häusler GmbH - Verlag, 1. Auflage 2009, S. 55 ff.

[72] Vegetarisches Universum, Nr. 7, 1953, S. 4

[73] Westfalenpost, 23.06.1949 ; Die Welt, 23.06.1949

[74] Erlass des Sozialministers von Nordrhein-Westfalen v. 26.06.1949, Kommunalarchiv Herford, Sign. 32/7 und Bayer. Hauptstaatsarchiv MInn vorl. Nr. 111 597/01, Blatt 1-3;
Süddeutsche Zeitung, 30.06.1949; Münchner Merkur, 01.07.1949; Allgemeine Zeitung Mainz 29.06.1949

[75] Abschrift des Erlasses des Sozialministers von Nordrhein-Westfalen v. 26.06.1949 an das Bayerische Innenministerium, Bayer. Hauptstaatsarchiv MInn vorl. Nr. 111 597/01, Blatt 1-3

[76] ebd. sowie Münchner Merkur, 01.07.1949

[77] Beschwerde beim Regierungspräsidenten in Detmold gegen die Verfügungen der Stadt Herford vom 03.05., 02.06. und 07.06.1949 durch Bruno Grönings Rechtsanwälte Hans Vogt und Kurt Viering, Bielefeld, v. 28.06.1949, Kommunalarchiv Herford, Sign. 32/2/7

[78] Zurückweisung der Beschwerde durch den Regierungspräsidenten Detmold v. 15.08.1949, Schreiben an die Rechtsanwälte Hans Vogt und Kurt Viering, ebd.

[79] Bayerisches Hauptstaatsarchiv, MInn vorl. Nr. 11159/01

[80] Strafantrag des Oberstadtdirektors von Herford  an die Oberstaatsanwaltschaft Bielefeld v. 12.07.1949, Kommunalarchiv Herford, Sign. 32/2/7.
Schon am 18.05.1949 wurde von Amts wegen ein Ermittlungsverfahren gegen Bruno Gröning wegen Betruges, Verstoßes gegen das HPG und fahrlässiger Tötung eingeleitet. Zu sämtlichen genannten Vorwürfen schreibt der Oberstaatsanwalt in Bielefeld bereits am 06.08.1949 an den Justizminister NRW, dass die nachgeprüften Todesfälle (Heinz Becker aus Wüsten, Ingeborg Schlüssel aus Bielefeld) aufgrund der ausführlichen Gutachten der behandelnden Ärzte ergeben hätten, dass der Tod dieser Kinder nicht ursächlich auf das Handeln Bruno Grönings zurückzuführen sei. Auch für die Fälle mit dem Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung sei ein nachweisbarer Kausalzusammenhang nicht zu erkennen. Irgendwelche Strafanträge aus der Bevölkerung lägen nicht vor.

[81] a) Schreiben der Oberstaatsanwaltschaft Bielefeld an das Justizministerium NRW vom 13.04.1950 und gleichzeitiges Schreiben an das Bayerische Innenministerium vom 13.04.1950 mit Ergänzung vom 29.07.1950, Landesarchiv NRW, NW 377 Nr. 24, Akte des Justizministeriums, Blatt 180-194.
Die für die angebliche fahrlässige Körperverletzung angeführten Gründe (bei 3 Kranken habe sich der Zustand nach dem Kontakt mit Bruno Gröning verschlimmert) werden von der Oberstaatsanwaltschaft Bielefeld als falsch entlarvt, da diese in ihren Einstellungsgründen feststellt, das die Kranken auch nach dem Kontakt mit Bruno Gröning in ärztlicher Behandlung geblieben seien, d. h. dass ihr Kontakt mit Bruno Gröning gar nicht kausal für die angebliche Verschlimmerung gewesen sein könne. Dasselbe gelte für den Vorwurf der fahrlässigen Tötung, in dem der Patient ebenfalls nach dem Kontakt mit Bruno Gröning in ärztlicher Behandlung geblieben sei und es sich außerdem um einen von den Ärzten als hoffnungslos aufgegebenen Fall gehandelt habe. Ein Betrug liege nicht vor. Ebenfalls könne von einem fortgesetzten Verstoß gegen das HPG keine Rede sein, da Bruno Gröning am 15.06.1949 Herford verlassen habe und die Strafverfolgungsbehörden in Heidelberg und München bestätigt hätten, dass in dem dortigen Auftreten Bruno Grönings kein Verstoß gegen das HPG zu sehen sei. Damit können von einem fortgesetzten verbotenen Auftreten Bruno Grönings keine Rede sein, so dass das Verfahren aufgrund § 3 Straffreiheitsgesetz eingestellt worden sei.

b) Schreiben des Gesundheitsministers NRW Dr. Amelunxen an den Innenminister NRW v. 30.07.1949, Landesarchiv NRW, Düsseldorf, NW 224, Nr. 64, Blatt 10)