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Trotz aller Widerstände wird es mir auch
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Bruno Gröning
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Ein rechtswidriges Verbot


Oberstadtdirektor Meister bei Bruno Gröning

Am Vormittag des 3. Mai 1949 stattete der Oberstadtdirektor von Herford, Meister, Bruno Gröning im Hause Hülsmann einen Besuch ab, wählte selbst eine Frau mit Lähmungserscheinungen aus der Menge der Wartenden aus und führte sie zu Bruno Gröning. Dieser erzielte bei der Frau einen offenbaren Erfolg. Meister war stark beeindruckt über das von ihm beobachtete Heilungsgeschehen, als er sich von Bruno Gröning verabschiedete [11].


Erlass des Verbotes am 3. Mai 1949

Gedrängt von Ärzten aus der regionalen Medizinalverwaltung erließ Oberstadtdirektor Meister am Nachmittag des selben Tages offiziell das folgende Verbot:

Das Heilverbot der Stadtverwaltung Herford

Das Heilverbot

Trotz eigener positiver Erfahrungen setzte Oberstadtdirektor Meister Bruno Gröning nachmittags per Boten über das Heilverbot in Kenntnis:

Es ist festgestellt worden, dass Sie in Herford, Wilhelmsplatz 7, die Heilkunde ausüben, ohne als Arzt bestallt zu sein bzw. ohne im Besitz einer Erlaubnis gemäß § 1 des Gesetzes über die berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung (Heilpraktikergesetz) vom 17.02.1939 (RGBl, I S. 251) zu sein.
Hiermit untersage ich Ihnen mit sofortiger Wirkung die weitere Ausübung Ihrer Tätigkeit.
[13]

Bruno Gröning gab den ca. 120 Personen, die sich im Hofraum und dem Wohnraum Totalverbot für Gröningder Familie Hülsmann aufhielten, unmittelbar bekannt, dass ihm ab sofort die Ausübung seiner Tätigkeit untersagt worden sei. Das Verbot ging sofort durch die Tagespresse Deutschlands. Die eingelegte Beschwerde Bruno Grönings beim Regierungspräsidenten in Detmold blieb erfolglos.


Rechtswidrig war das Verbot aus formalen Gründen

Dieses Verbot war aus formalen Gründen rechtswidrig, weil in einem rechtsgültigen Verbot zumindest ein konkretes Beispiel einer Krankenbehandlung im medizinischen Sinne durch Bruno Gröning hätte nachgewiesen sein müssen.

Hinweis

Eine Behandlung im medizinischen Sinne ist nur Heilpraktikern und Ärzten erlaubt. Bruno Gröning besaß eine solche Zulassung nicht, und so gaben die zahllosen Heilungen durch sein Wirken einigen Behördenvertretern offenbar einen Grund, ihn zu beschuldigen, er habe gegen das Heilpraktikergesetz verstoßen. Dazu hätte die Behörde als Anlass und Grundlage zu dem Verbot jedoch nachweisen müssen, wo, wann, an welchen Kranken und mit welcher Therapie Bruno Gröning angeblich im medizinischen Sinne behandelt habe. Dieses Verbot benannte aber kein einziges Beispiel.


Rechtswidrig war das Verbot auch aus inhaltlichem Grund

Heilung auf geistigem Weg ist prinzipiell keine medizinische oder naturheilkundliche Krankenbehandlung. Sie steht dazu weitgehend sogar im Widerspruch. Heilung auf geistigem Weg ist im Vergleich zu allen Methoden der Medizin etwas völlig Neues.

Bruno Grönings Tätigkeit war ein rein geistiges Wirken, eher mit der eines Seelsorgers vergleichbar. Somit hat er gegen kein Gesetz verstoßen; er war sich dessen auch voll bewusst.
Bruno Gröning sagte z. B.: „Ich behandle keine Krankheiten! Krankheit ist Unordnung. Kommen Sie mit sich selbst und Gott in Ordnung, und die Heilung wird nicht ausbleiben!“  und
„Ich fordere auch kein Honorar, weil ich meinem inneren Auftrag folge – ich nenne es den ‚göttlichen Auftrag‘. Liebesdienst ist gesetzlich nicht gebunden.“ 

Kein Verstoß gegen das Heilpraktikergesetz - Begründungen

Dieses Verbot entbehrt jeder rechtlichen Grundlage, weil Bruno Gröning niemals Heilkunde im medizinischen Sinne ausübte. Im Folgenden wird dargelegt, dass sein geistiges Wirken nicht gegen das Heilpraktikergesetz verstieß.

Auszug a. d. Schreiben der Rechtsanwälte Vogt u. Viering am 28.06.1949 an den Reg.-Präs. in Detmold

Die Hilfen und Heilungen auf geistigem Weg durch Bruno Gröning sind im Vergleich zu allen medizinischen Methoden etwas völlig Neues. Seine Lehre enthält nichts, was gemäß Gesetz nur approbierten Ärzten oder Heilpraktikern vorbehalten ist. Das können heute viele Ärzte, Heilpraktiker und Juristen im Bruno Gröning-Freundeskreis bezeugen.

Grundlegend für Bruno Gröning war sein selbstloses, von reiner Nächstenliebe getragenes geistiges Wirken, wofür er auch keinerlei Honorar forderte. Solch ein ehren­wertes Tun ist per Definitionem keine Ausübung der Heilkunde im medizinischen Sinne und darüber hinaus durch kein Gesetz verboten.

Sein Wirken war ein rein geistiges (religiös orientiertes) Wirken im Sinne des Artikels 4 Grund­gesetz (Freiheit des Glaubens und der Religionsausübung), das nach höchst­richterlicher Rechtsprechung mit medizinischer Behandlung im Sinne des Heilpraktikergesetzes nichts zu tun hat.

Aktuelle Bestätigungen dieser Rechtsauffassung

Bestätigt wurde diese Rechtsauffassung durch die Entscheidung des in der gerichtlichen Hierarchie höchsten Gerichtes, des Bundesverfassungsgerichts, vom 2. März 2004 [14]. Diese Entscheidung besagt, dass z. B. ein Heiler, der die Selbstheilungskräfte des Patienten aktiviert, nicht im Sinne des Heilpraktikergesetzes behandelt, weil sein Wirken der rituellen (geistig-religiösen) Heilung und damit der freien Religionsausübung näher steht als der medizinischen Behandlung durch einen Arzt oder Heilpraktiker.

Soweit Bruno Gröning sich überhaupt einer Einzelperson angenommen hat, die durch sein Wirken geheilt wurde, hat er nicht im Sinne des § 1 Absatz 2 Heilpraktikergesetz behandelt. Die in § 1 Absatz 2 Heilpraktikergesetz genannte „Tätigkeit zur Heilung oder Linderung von Krankheiten, Leiden und Körperschäden“ wird vereinfacht „Behandeln“ genannt. Um zu behandeln, hätte Bruno Gröning eine Diagnose stellen und Anweisungen und Ratschläge geben müssen, durch welche Mittel, Gegenstände oder Methoden eine Krankheit zu heilen oder zu lindern gewesen wäre. Bruno Gröning hat weder Diagnosen gestellt noch Anweisungen oder Ratschläge solcher Art gegeben, er sagte vielmehr:
„Wer sich mit der Krankheit beschäftigt, hält sie fest und versperrt der göttlichen Kraft den Weg.“ 
und
„Nicht ich heile, sondern es heilt die göttliche Kraft durch mich.“

Bei allen Vorträgen Bruno Grönings, wenn er etwa wie ein Priester zu Gläubigen sprach, war es ein geistiges (religiöses) Handeln im Sinne des Artikels 4 Grund­gesetz. Bruno Gröning hatte bei solchen Vorträgen keinen Kontakt zu Einzel­personen, was für ein „Behandeln“ nach damaliger obergerichtlicher Recht­sprechung eine erste Voraussetzung gewesen wäre. Daher war und ist es gegenstandslos, ihn zu beschuldigen, er habe gegen das Heilpraktiker­gesetz verstoßen. [15]

Diese Rechtslage war Bruno Gröning voll bewusst

Er sagte z. B.: „Ich behandle grundsätzlich keine Krankheit und will von Krankheiten auch nichts wissen. Keiner derjenigen, die mich aufsuchen, darf mir seine Krankheit schildern. Das werden alle bestätigen müssen, die bis heute den Weg zu mir gefunden haben.“ 
und
„Es gibt kein Gesetz, das mir mein Wirken, Menschen zu helfen, verbieten kann. Deshalb kann keinem, auch nur einem einzigen Menschen, Rechte eingeräumt werden, die nicht vorhanden sind. In meinem Fall suchte man ... einen Grund und glaubte auch diesen gefunden zu haben – Vergehen gegen das Heilpraktikergesetz. Ich habe weder das Geringste mit Heilmethoden der Heilpraktiker, noch mit der Schulmedizin zu tun. Meine Heilmethode ist für die Wissenschaft noch ein unerforschtes Gebiet geblieben.“
und
"Wer gibt wem das Recht, mir mein Tun und Wirken zu verbieten? Wo gibt es ein menschliches Gesetz, das mir Derartiges verbieten kann? Ich habe durchsuchen lassen und kein Gesetz gefunden. Das gibt es nicht. Man hat versucht, mich hie und da einzustufen. Gibt's ja nicht. Deswegen sage ich nach wie vor: Für mich gibt es nur ein Gesetz, und das ist das göttliche! Das göttliche Gesetz verbietet es aber nicht, es verlangt es. Liebe deinen Nächsten mehr als dich selbst."

Bruno Grönings Rechtsanwalt Dr. A. Roedel bemerkte im Echo der Woche“ vom 09.09.1949 u. a. zum Heilpraktikergesetz (von 1939):
Rechtsanwalt Roedel stellt klar„Selbst dieses Gesetz, das dazu dienen sollte, den Heilpraktiker, den sogenannten Naturdoktor, abzuschalten und zum Aussterben zu verurteilen, musste einräumen, dass es den geborenen Arzt, das Genie von Geburt, gibt, dem man nicht gut die Betätigung versagen kann, auch ohne dass er die für den Arzt bestehenden, gesetzlich geregelten Voraussetzungen erfüllt. [...]

Auch nach dem Heilpraktikergesetz blieb es jedem gestattet, ohne berufs- oder gewerbsmäßige Ausübung heiltätig zu sein. „Wer in selbstloser Weise“ – so sagt die Begründung des Gesetzes – „seinen Mitmenschen hilft, Krankheiten vorzubeugen oder sie zu heilen, kann und soll daran nicht gehindert werden“.

Nicht berufs- oder gewerbsmäßig: Gröning hat für die Heilungen kein Entgelt genommen. Sein Wahlspruch ist: Wer nirgends Heilung gefunden hat, möge zu ihm
kommen, Geld und Angst zu Hause lassen, Glauben und Zeit mitbringen. Glauben,
weil der unerlässliche Voraussetzung für jede Heilung ist. Zeit, weil jede Heilung gewisse Zeit beansprucht. Diese freie Heiltätigkeit, die Gröning ausübt, unterliegt daher überhaupt nicht dem Heilpraktikergesetz.“  


Die Unrechtmäßigkeit des Verbotes war auch den Behörden bewusst

Der Stadtverwaltung von Herford war die Unrechtmäßigkeit des Verbotes offensichtlich auch bewusst. Sie bezeichnete wiederholt ihre Maßnahme als reine Formalität. Oberstadtdirektor Meister war auch nach dem 3. Mai 1949 mehrmals bei Bruno Gröning. Bei einer solchen Gelegenheit führte er z. B. eine ihm bekannte Frau zu Bruno Gröning, die an Armen und Händen gelähmt war. Er war begeistert darüber, wie diese Frau durch das Wirken Bruno Grönings sichtbar Besserung erlangte. Ein anderes Mal wird berichtet, dass er vier bis fünf Mal einzelne Kranke aus der Menge auswählte und Bruno Gröning bat, helfend einzugreifen. Viele der anwesenden Männer und Frauen weinten tief erschüttert über die glückliche Wandlung bei den Kranken. [17] Damit verstieß er jedoch mehrfach und wissentlich gegen das von ihm selbst erlassene Verbot.

Die „Revue“ schrieb rückblickend:

„Das Verhältnis zwischen den Behörden, Bruno Gröning und den wartenden Massen, in denen sich während der vorangegangenen Wochen zahlreiche bemerkenswerte Heilungen vollzogen, wird immer verwickelter.“ [18]

Zahlreiche Briefe gingen in den folgenden Tagen bei Oberstadtdirektor Meister ein, in denen die Menschen ihr Unverständnis für das Heilverbot betonten. Es sei nichts als Konkurrenzneid der Ärzte, die das eigene Wohl dem des Volkes voranstellen würden, war beispielsweise in dem Brief von Dr. L. aus Bielefeld vom 09.05.1949 zu lesen [19].


Gespräche mit Ärzten der regionalen Medizinalverwaltung

Gespräche mit den Ärzten aus der regionalen Medizinalverwaltung verliefen ganz anders. Als beispielsweise bei einem Treffen am 13. Mai 1949 einige durch das Wirken Bruno Grönings erfolgte Heilungen vorgestellt wurden (von Magengeschwür, Asthma, Diabetes, schwerem Nervenleiden usw.), erklärten die anwesenden drei Ärzte, dass dies für die Wissenschaft nichts Bedeutendes sei, sie wollten „Wunder sehen“. [20]

Es stellt sich die Frage, weshalb die vielen „Unheilbaren“ um Hilfe bittend zu Bruno Gröning kamen! Warum waren bis dahin bereits 72 000 Bittbriefe registriert, keiner ohne die stereotype Einleitung: „Kein Arzt kann mir mehr helfen ...“? [21]

Ärztekommission im Hause Hülsmann

Erst am 13. Mai erschien die soeben erwähnte Ärztekommission im Hause Hülsmann. Kommission im Hause HülsmannNeben dem Oberstadtdirektor Meister und dem Superintendenten Kunst gehörten dieser Kommission Professor Dr. Hans-Julius Wolf, Internist und Leiter der Städtischen Kranken­häuser in Bielefeld, Professor Gerhard Schorsch, Leiter der Heilanstalten in Bethel, und der Obermedizinalrat und Amtsarzt Dr. Rainer aus Bielefeld an. Den Leiter der Gesund­heitsbehörde Herford, Medizinalrat Dr. Siebert, hatte Bruno Gröning als offen­sichtlich parteiisch für die Besprechung abgelehnt. Anwesend vor Ort waren zudem Ver­treter des „Stern“ und anderer Zeitungen [22]. Der Verlauf dieser Ärztekommissions­sitzung wird auch von Egon Arthur Schmidt geschildert, der die Gespräche mitsteno­grafiert hat. [23]

Oberstadtdirektor Meister wies auf „einige einwandfreie, von ihm miterlebte Heilungen“ hin. Er habe das Verbot aussprechen müssen, da ihm „von maßgeblicher ärztlicher Seite gesagt worden ist, es könnten gesundheitliche Schäden entstehen.“[23]

Bruno Gröning stellt medizinischen Sachverständigen Geheilte vor

Bruno Gröning führte diesen medizinischen Sachverständigen einige Menschen vor, die alle mit seiner Hilfe geheilt worden waren. [24] „Der Stern“ zitiert Bruno Gröning wie folgt:Bericht in der Illustrierten „Stern“

„Ich bin nur ein Werkzeug Gottes. An mir liegt nichts, ich will kein Geld für meine Hilfe, ich führe nur Befehle aus, die mir Gott erteilt, ich kann nicht anders handeln, als Gott es mir eingibt!“,

und ergänzt: „Um ihn herum Stöße von Bittschriften, die alle den gleichen Wort­laut haben: ‚Helfen Sie mir ...!' –‚Ich bitte um Heilung für meine kranke Frau ...!' – ‚Ich flehe Sie an, helfen Sie meinem Kind ...!'“ [25]

Bruno Gröning darf auch die "Unheilbaren" nicht heilen

Laut Schmidt äußerten sich Prof. Wolf und Prof. Schorsch äußerst sachlich, teils sogar zustimmend. Obermedizinalrat Dr. Rainer hingegen zeigte sich „von vornherein absolut ablehnend. Er ließ keinen dieser lebendigen Beweise gelten“ und verlangte wörtlich, „er möchte W u n d e r sehen, dies alles könne ihn nicht überzeugen“.

Dazu schrieb Schmidt: „Hierzu kann ich abschließend nur den Ausspruch eines anderen Arztes, Dr. L., zitieren: ‚Es ist eine Vermessenheit, ja geradezu verbrecherisch, derartige Wunder zu verlangen trotz des Bewusstseins der eigenen, engen, persönlichen Grenzen im Allgemeinen und der medizinischen Wissenschaft überhaupt.' [...]

Als erkennbar wurde, dass keine Über­einstimmung zu erzielen sei, stellte ich [Anm.: E. A. Schmidt] die Frage, ob die Ärzte nicht wenigstens die Fälle, die sie als "unheilbar" aufgegeben haben, Herrn Gröning überlassen wollen. Auch dieser Vorschlag wurde glatt abgelehnt!“ [26]

Abschließend ein Kommuniqué für die Presse

Nach einer zweistündigen Beratung, unter Ausschluss der Presse, lehnten die Ärzte jede Stellungnahme ab und untersagten auch eine Veröffentlichung ihrer Fotos. Am Nach­mittag wurde der Presse ein von Prof. Schorsch, Oberstadtdirektor Meister und Super­intendent Kunst verfasstes Kommuniqué übergeben: [27]

„1. Nach dem Urteil der medizinischen Sachverständigen überschreiten die heute gezeigten Erfolge des Herrn Bruno Gröning noch nicht den Rahmen der von der Wissenschaft immer mehr anerkannten seelischen Beeinflussbarkeit von Krankheiten.
2. Herr Gröning hat sich bereit erklärt, in Verbindung mit Krankenhausärzten Kranken zur Heilung zu verhelfen.
3. Nach Ablauf von 4 Wochen wird der Oberstadtdirektor das von ihm erlassene Verbot überprüfen und ggf. zu einer neuen Entscheidung kommen.
4. Herr Gröning hat sich im Interesse der Klärung der von den Medizinern und Behörden vorgetragenen Zweifel bereit erklärt, sich während dieser Zeit an die ergangene Verfügung zu halten.“

Anmerkungen des Protokollanten E. A. Schmidt

Protokollant Schmidt schreibt hierzu: „Resümierend wäre dazu noch zu sagen, dass in Punkt 1 Erfolge Grönings eindeutig anerkannt sind. Sie sollen angeblich nicht über den Rahmen der auch von der Wissenschaft anerkannten seelischen Beeinflussbarkeit von Krankheiten hinausgehen. Hierzu kann ich nur die Gegenfrage wiederholen: Warum sind dann diese Menschen, die zu Gröning kommen, nicht vorher von der medizinischen Wissenschaft geheilt worden? Jahre und Jahrzehnte haben sie ihr Leid getragen und Unvorstellbares gelitten. Nachweislich konnten ihnen nicht nur ein Arzt, sondern viele Ärzte nicht helfen.“ [28]

Aussagen von Superintendent Hermann Kunst

Superintendent Hermann Kunst äußerte sich wie folgt über die Gespräche der Ärztekommission: Gröning mit Sup. Kunst„Die Verhandlungen mit Herrn Gröning waren deshalb so gut wie vollständig unergiebig, weil die Mediziner Herrn Gröning unter den Kategorien und im Vokabular der Schulmedizin ansprachen. Es stellte sich heraus, dass Herr Gröning keinen, der zu ihm kam, untersuchte. Mir ist kein Fall bekannt geworden, in dem Herr Gröning einen Patienten körperlich berührt hat. Nie ist mir bekannt geworden, dass er einen Kranken zu bewegen versuchte, auf die Hilfe der Fachmediziner zu verzichten. Er verordnete auch keine Medikamente.“ [29]

 

Unversöhnliche Haltung dieser Ärzte

Weitere Zitate belegen die unversöhnliche Haltung dieser Gruppe von Ärzten:
– „Es verstößt gegen die Berufsehre der Ärzte, sich mit Gröning einzulassen.“
– „Gröning kann beweisen, was er will, man wird ihm die Heilerlaubnis doch nicht geben.
– „Jeder Arzt, der mit Gröning zusammenarbeitet, wird zur Verantwortung gezogen.
   Der Leiter der zuständigen Gesundheitsbehörde betonte,
– dass es sein Ziel sei, „Bruno Gröning abzuschießen.[30]

Auf dem Weg in die Städtischen Krankenhäuser nach Bielefeld

Einige Tage nach dem Zusammentreffen mit der Ärztekommission machte Bruno Gröning sich auf den Weg in die Städtischen Krankenhäuser nach Bielefeld, um gemäß dem Kommuniqué (Satz 2) „in Verbindung mit Krankenhausärzten Kranken zur Heilung zu verhelfen“. Er kehrt jedoch auf der Fahrt zu Prof. Wolf um, geleitet „von instinktivem Misstrauen gegenüber irgendwelchen Hinterhalten der Mediziner“ – nicht unbegründet, wie sich später im Zuge der „Heidelberger Klausur“ zeigen sollte. [31]
  

Bruno Gröning beim zuständigen Regierungspräsidenten

Auf Vermittlung eines Geheilten nahm Bruno Gröning stattdessen Kontakt mit dem Regierungspräsidenten Heinrich Drake in Detmold auf. Am 23. Mai trafen sich Bruno Gröning, E. A. Schmidt und Drake erstmals. Nach Schmidts Darstellung zeigte sich Drake aufgeschlossen „und brachte sogar zum Ausdruck, dass er, wenn er von den Erfolgen der geistigen Heilung überzeugt wäre, bereit sei, sich gegen den Willen des medizinischen Sachbearbeiters der Arbeit solcher Menschen nicht hindernd in den Weg zu stellen.“ [32]
 

Die Haltung des Amtsarztes Dr. Dyes

Sein ebenfalls anwesender medizinischer Sachbearbeiter, Amtsarzt Dr. Dyes, erwies sich als ein entschiedener Gegner Bruno Grönings. Er erklärte: „Was die medizinische Wissenschaft nicht anerkannt hat, existiert für uns nicht.“ Auf die Frage E. A. Schmidts, wie die Situation sei, „wenn Gröning bis zu dem gesetzten Termin, sagen wir einmal rund 500 Beweise seiner erfolgreichen Heilungstätigkeit erbringen wird?“, antwortete Dr. Dyes betont: „Auch dann sind wir nicht  g e w i l l t  und in der Lage, das Verbot aufzuheben.“ Er erklärte Gröning wörtlich, „er könne machen und beweisen, was er wolle, das Heilverbot werde nicht aufgehoben werden“. Man werde behördlicherseits strikt auf die Einhaltung des Verbots achten. Würde das Verbot übertreten werden, müsste man Gröning einsperren. [33] 

Dyes’ Worte hatten einen unheilvollen Einfluss auf die weitere Entwicklung.
 

Ärzte schicken Patienten zu Bruno Gröning

Aufgrund des (o. g.) Kommuniqués vom 13. Mai hatten zahlreiche Ärzte Patienten mit ärztlichem Befund zu Bruno Gröning geschickt, sodass er auf diese Art und Weise wieder helfen konnte. Schmidt schreibt hierzu: „Bald hörte ich davon, dass an verschiedenen Orten die Ärzte sich nach Kenntnis solcher „Außenseiter“ zusammenschlossen und intern die Erklärung erließen, dass jeder Kollege, der Überweisungen* dieser Art an Gröning vornahm, vor ein Ehrengericht gestellt werden sollte. Trotzdem fand immer noch eine beachtliche Anzahl von Ärzten die Zivilcourage, weniger dem Bürokratismus des Ärztestandes als ihrer Heilungsaufgabe verpflichtet zu sein, und die Überweisungen* dauerten an. Einige der Ärzte ließen es sich nicht nehmen und kamen selbst mit Patienten und wohnten der Heilung bei. Sie gingen sichtbar tief beeindruckt von uns.“ [34]
* gemeint sind hier Empfehlungen.
    

Besprechung mit Bruno Gröning und Stadtdirektor Wöhrmann

Am 24. Mai kam es zu einer Besprechung zwischen Bruno Gröning und Stadtdirektor Wöhrmann, Vertreter des sich in Urlaub befindlichen Oberstadtdirektors Meister. Nach Aussage von acht Zeugen erklärte Wöhrmann dabei u. a. sinngemäß Folgendes: Wenn vor dem Hause Wilhelmsplatz 7000 Menschen auf Heilung warteten, so interessiere ihn diese Menge nicht. Die Krankenheilung sei sekundärer Art. Ihn interessiere nur das Seelenheil und die Sündenvergebung. Alle körperlichen Leiden seien klein im Verhältnis zum Seelenheil. Da Gröning auf die Frage, ob er auch Sündenvergebung vornehmen könne, keine Antwort gebe, sei er von der Unterhaltung mit Gröning völlig unbefriedigt. [35]
    

Stadtdirektor und Oberbürgermeister bei Bruno Gröning

Auch eine Unterredung am 1. Juni zwischen Bruno Gröning, Wöhrmann und Höcker, Herforder Oberbürgermeister und erklärter Gegner Grönings, verlief ähnlich negativ. Schmidt zitiert hierzu:
„... Während der Oberbürgermeister die Heilungen in spöttischem Ton kommentierte, lenkte der Stadtdirektor [Wöhrmann] immer wieder ein und bemerkte, dass er die armen Menschen vor dem Hause und im Hofe bedauere, die oft mehrere Tage und Nächte in Wind und Wetter warteten. Weiter versuchte er den Oberbürgermeister von der Wahrheit über die Heilungen durch Herrn Gröning dadurch zu überzeugen, dass er erklärte, er selbst habe gesehen, wie ein Lahmer, der vorher nicht auf den Beinen habe stehen können, seinen Rollstuhl selbst geschoben habe. Man könne sich den Tatsachen über die Heilungen nicht verschließen…

Als er von den Heilungen hörte, die hier auf dem Hofe in Abwesenheit des Herrn Gröning geschehen sind, sagte der Oberbürgermeister: 'Da kann man nur mit dem Kopf schütteln. – Ich glaube, meine Mission ist hier beendet', sagte er dann unvermittelt …

Auf meine bestimmte Erklärung, dass Herr Gröning sowieso unbeeinflusst seinen Weg gehen wird, entgegnete Höcker: ‚Wir werden auch die Dinge um Gröning zu beeinflussen wissen.' Der Stadtdirektor zuckte hinter seinem Rücken resignierend die Achseln ...“ [36]
   

Auch wenn Ärzte ihre Patienten schicken – alles ist verboten!

Am 2. Juni überbrachten Boten des Oberstadtdirektors Bruno Gröning ein Schreiben, in dem stand, dass er – auch wenn ihm von Ärzten Patienten geschickt werden würden – keinerlei Behandlung mehr durchführen dürfe. [37]
    

Weiterhin geschehen Heilungen

Dessen ungeachtet wurde weiterhin von zahlreichen Heilungen berichtet.
„Der Hausfreund“, mit einem eigenen Reporter vor Ort, berichtete in seiner Ausgabe vom 4. Juni von vielen Heilungen. Als dieser Reporter einen Polizisten, der vor dem Haus Wilhelmsplatz 7 Wache stand, fragte, ob er schon jemanden gesehen habe, der geheilt worden sei, antwortete dieser: „Einen? Dutzende jeden Tag! Sie kamen mit Krücken angehumpelt und marschierten aufrecht wieder weg, sie konnten sich nicht selbst bewegen und liefen heim wie die Jungen oder schoben ihre Rollstühle!“ [38]
   

Konferenz im Rathaus und im Hause Hülsmann

Am 7. Juni fand nach einer einstündigen Konferenz im Rathaus eine erneute Besprechung mit der Ärztekommission im Hause Wilhelmsplatz 7 statt. Teilnehmer waren nun Stadtdirektor Wöhrmann, Kriminaloberinspektor Auer, der Rechtsanwalt Bruno Grönings, Viering, aus Bielefeld, Professor Schorsch, Professor Wolf, Medizinalrat Dr. Rainer, Bielefeld, Medizinalrat Dr. Siebert, Herford, und Superintendent Kunst. Nach Schmidt erschienen die Genannten in einer „ungewöhnlich aggressiven Stimmung, und es blieb Herrn Obermedizinalrat Rainer vorbehalten, in schroffem Ton zu fordern, dass die Fenster geschlossen würden, ‚damit niemand mithören könne’.“ Nach einer fünfstündigen Auseinandersetzung wurden alle vorhergehenden Verbote aufrechterhalten und die Beschwerdefrist bis zum 28. Juli verlängert. Das erneute schriftliche Verbot wurde Bruno Gröning noch am selben Tag durch Boten ausgehändigt. [39]
  

Die Medizinalbürokratie bleibt unerbittlich

So äußerte Dr. Rainer u. a., es verstoße gegen die Berufsehre der Ärzte, sich mit Bruno Gröning einzulassen. Der Hinweis des Rechtsanwaltes Viering, „dass sich doch eine erhebliche Anzahl von Ärzten Herrn Gröning zur Verfügung gestellt habe, diese also offensichtlich in einer Zusammenarbeit mit Herrn Gröning keinen Verstoß gegen die Berufsehre erblickten, wurde von der Ärztekommission damit abgetan, dass man erklärte, der einzelne Arzt habe nicht zu bestimmen, was gegen die Berufsehre zuwiderlaufe. Jeder Arzt, der mit Gröning zusammenarbeite, werde zur Verantwortung gezogen werden.“ [40] Der Bielefelder Medizinalrat Dr. Rainer betonte, dass es sein Ziel sei, Gröning abzu­schießen. [30], [41]


Erläuterungen und Quellen

Abkürzungen: a.a.O. (am angegebenen Ort) = die oben schon angeführte Fundstelle; ebd. (ebenda) = selbe Fundstelle wie direkt zuvor

[11] Revue, 14.08.1949

[13] Heilverbot v. 03.05.1949 in: Kommunalarchiv Herford, Sammlung 32/2/7

[14] Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 02.03.2004 -1 BvR 784/03-, NJW-Rechtsprechungs-Report 2004, S. 705. Diese Entscheidung bedeutet, dass das Heilpraktikergesetz seit seiner Entstehung im Jahre 1939, also rückwirkend und damit auch in den Verfahren gegen Bruno Gröning, so hätte ausgelegt werden müssen, wie es das Bundesverfassungsgericht im Jahre 2004 getan hat (§ 79 Bundesverfassungsgerichtsgesetz; Hans Lechner/Rüdiger Zuck, Bundesverfassungsgerichtsgesetz, 5. Auflage 2006, § 79). Ähnlich schon Kammergericht (Oberlandesgericht) Berlin, Urteil vom 21.07.1948, Juristische Rundschau 1950, Seite 117, 118

[15] Kammergericht (Oberlandesgericht) Berlin,  Urteil vom 21.07.1948, Juristische Rundschau 1950, Seite 117,118; einige Jahre später Bundesgerichtshof, Urteil vom 04.11.1955, in: Bundesgerichtshof - Entscheidungen in Strafsachen, Band 8 (1956), Seite 236 f.; Oberlandesgericht Bremen, Urteil vom 05.12.1956, in: Monatszeitschrift für Deutsches Recht 1957, Seite 310; Oberlandesgericht Celle, Urteil vom 12.06.1957, in: Monatszeitschrift für Deutsches Recht 1957, Seite 629

[16] Äußerungen Bruno Grönings in verschiedenen Lebensläufen und Aussagen gegenüber Behörden

[17] Schmidt, E. A.: Die Wunderheilungen des Bruno Gröning, Berlin: Falken-Verlag, 1949, S. 115 f.; Nachdruck 2007 Wegberg: Grete-Häusler-Verlag, S. 126 f.

[18] Revue, 14.08.1949.
In einem anderen Brief vom 11.05.1949 bat eine 43 Jahre alte gelähmte Frau J. aus Hagen den Oberstadtdirektor, das Verbot aufzuheben, da sie wieder laufen möchte. Das Ehepaar B. aus Düsseldorf bat den Oberstadtdirektor in seinem Schreiben vom 13.05.1949, zu Bruno Gröning vorgelassen zu werden, um von schweren Krankheiten, die beide hätten, geheilt zu werden. Ein völlig erblindeter Herr R. aus Duisburg bat den Oberstadtdirektor schriftlich am 18.05.1949, zu Bruno Gröning vorgelassen zu werden. Allen wurde schriftlich erwidert (z. B. Erwiderung des Oberstadtdirektors vom 23.05.1949), Gröning sei jede Tätigkeit untersagt. Originaldokumente: Kommunalarchiv Herford, Sign.32/7

[19] Kommunalarchiv Herford, Sign. 32/7

[20] Schmidt (a.a.O.), S. 118 f.

[21] ebd. S. 120

[22] Die Zeit,  26.05.1949; Frankenpost, 15.05.1949; unbekannte, wahrscheinlich Duisburger Zeitung, 14.05.1949

[23] Schmidt (a.a.O.), S. 117 ff.

[24] So den 15jährigen Peter Boller aus Herford, der bis wenige Tage zuvor noch 10-15 Asthmaanfälle in jeder Nacht hatte. Seitdem hat er keinen einzigen Anfall mehr.
Der früher magenkranke Gemüsehändler Berthold Brinkmann aus Herford ist seit dem Besuch Bruno Grönings geheilt. Seine Frau wurde von einer Gallenkolik und Nierensteinen geheilt. Dem Ehepaar gibt Bruno Gröning vor der anwesenden Ärztekommission die alten Leiden zurück und lässt sie dabei die schlecht schmeckende Medizin nehmen. Sie winden sich unter Schmerzen, brechen in Tränen aus, bis Bruno Gröning sie mit den Worten: „Im Namen Gottes nehme ich den Schmerz von Ihnen weg!“ erlöst und im Moment sind alle Anzeichen der Krankheit und der Schmerzes verschwunden.
Bruno Gröning führt den früher zuckerkranken Biebusch vor, ebenfalls den von Muskelschwund geheilten Dieter Hülsmann, der seit dem 4. Lebensjahr kaum gehen konnte und 10 Wochen vor seiner Heilung fast bettlägerig war und weder stehen noch gehen konnte. Nach der Heilung steht er auf, läuft ohne Stock die Treppen herab und geht jetzt allein durch den Garten, auch wenn seine Füße noch deformiert sind, aber die Schenkel werden zunehmend dicker und normal.
Am Schluss stellt sich der ("Stern"-) Redakteur Günter Dahl aus Duisburg mit einer schweren Sprachstörung zur Verfügung. Diesem sagt Bruno Gröning seine skeptische Einstellung auf den Kopf zu und bringt den vorher Stotternden zum ungehemmten Redefluss.
Quellen: Der Stern 29.05.1949; Die Zeit 26.05.1949; Bergfeldt, Dr. Jens, Herfords Wunderdoktor - Der Fall Gröning, Wiedensahl und Minden: Heinz-Schilling-Verlag 1949.

[25] Der Stern, 29.05.1949

[26] Schmidt (a.a.O.), S. 119

[27] Vollständiges Kommuniqué in: Der Stern, 29.05.1949

[28] Schmidt (a.a.O.), S. 119-120

[29] Schriftliche Stellungnahme des (inzwischen) Bevollmächtigten des Rates der ev. Kirche in Deutschland, Prälat D. Kunst, v. 23.07.1957 im Prozess gegen Bruno Gröning 1955-1959 in München, zu dem er als Zeuge geladen war, wegen dienstlicher Verpflichtungen aber nicht persönlich teilnehmen konnte. Bruno Grönings Rechtsanwalt Dr. Schwander hat diese schriftliche Stellungnahme mit Schriftsatz v. 25.07.1957 dem Gericht eingereicht. In: Prozessakten, Staatsarchiv München, Akte der Staatsanwaltschaft 3178a

[30] Die 1. und 3. Aussage sind in der Stellungnahme Mitteilungen vom Ring der Freundevon Hülsmann und E. A. Schmidt v. 11.08.49 in „Mitteilungen vom Ring der Freunde Bruno Grönings - Weltgemeinschaft“  vom 01.09.1949, Seite 4-5 (abgedruckt in: Eich, Thomas: Das Wirken Bruno Grönings zu seinen Lebzeiten und heute, Mönchengladbach: Grete Häusler GmbH - Verlag, 1. Aufl. 1993, S. 31)
Die 2. Aussage ist in der „Revue“ v. 21.08.1949 S. 8 und  S. 11 im Kästchen unter 23. Mai 49 mit einer nahezu identischen Aussage „er könne machen und beweisen, was er wolle, das Heilverbot werde nicht aufgehoben werden.“
Die 4. Aussage („Dr. Rainer betonte, dass es sein Ziel sei, Bruno Gröning abzuschießen“ ) machte Dr. Rainer gegenüber den beiden „Revue"-Reportern am 19.07.1949, Revue, 21.08.1949, S. 8

[31] Revue, 21.08.1949

[32] Die von E. A. Schmidt vermutete Aufgeschlossenheit Drakes war nicht vorhanden. Der Regierungspräsident bemerkte in seinem Schreiben an den Sozialminister NRW vom 20.06.1949, dass sein persönlicher Eindruck von Bruno Gröning in dem Gespräch schlecht gewesen sei. Er habe Bruno Gröning für einen Schwindler gehalten.- Quelle: Schreiben des Regierungspräsidenten von Detmold an den Sozialminister NRW vom 20.06.1949, Landesarchiv NRW, NW 377 Nr. 24, Akte des Justizministeriums NRW, Blatt 129-131

[33] Schmidt (a.a.O.), S. 121 und Revue, 14.08.1949; dort heißt es weiter: „Diese Äußerung Dr. Dyes' wird durch ihn selbst dem Revue-Mitarbeiter Prof. Dr. Fischer bestätigt.

[34] Schmidt (a.a.O.), S. 122

[35] Revue, 14.08.1949

[36] Schmidt (a.a.O.), S. 122 f.

[37] Schreiben des Oberstadtdirektors Meister, Herford, vom 2. Juni 1949, Kommunalarchiv Herford
Sign. 32/7. Auch in Schmidt (a.a.O.), S. 123 f.

[38] Der Hausfreund, 04.06.1949. Dort heißt es weiter, der Reporter interviewte einen jungen Mann, der erst 4 Wochen vorher aus russischer Gefangenschaft zurückgekommen war und den ganzen Mund vereitert hatte von einer Bleivergiftung im Ural-Bleibergbau. Die Ärzte hätten gesagt, das sei chronisch, unheilbar. Als Bruno Gröning an ihm vorbeigegangen sei, habe er gesagt: “Sie werden gesund! Ihr Mund wird besser werden!“ Schon am nächsten Morgen habe die Eiterung aufgehört und es gehe ihm schon viel besser.

„Der Hausfreund“ berichtete weiter von einem vielleicht 40-jährigen Mann, der auf dem rechten Ohr vollkommen taub gewesen sei. Und als Bruno Gröning zu ihm gesagt habe: „Sie werden gesund!“ hörte er wieder auf beiden Ohren.

Ein 70 Jahre alter, seit 30 Jahren durch einen Unglücksfall vollkommen gelähmter Mann, zitternd an allen Gliedern, habe zu zittern aufgehört, habe langsam die Glieder gestreckt und sich zurecht gesetzt. Seine Tochter richtete ihm von Bruno Gröning aus, dass er den Vater heilen wolle, und er solle noch zweimal oder dreimal zu Bruno Gröning kommen.

E. A. Schmidt (a.a.O.), S. 38-39, 97-99 berichtet über die Heilung eines Fabrikanten, Skeptiker und Realist. Ihm war eine Niere entfernt worden, er sollte sich einer erneuten Operation an der zweiten Niere unterziehen, ein Gang auf Leben und Tod. Er wartete im Hause Wilhelmsplatz 7 auf Bruno Gröning, dem er gegen vorherige Anweisung seine Krankheitsgeschichte erzählte. Bruno Gröning beachtete ihn vorerst nicht. Erst nach mehreren Stunden, als der Mann „weich“ geworden war, sprach er ihn an. Am nächsten Morgen lag der Mann auf dem Operationstisch, wobei der Chirurg nach einer nochmaligen Untersuchung von einem Wunder sprach und von der Operation Abstand nahm. Der Fabrikant bestätigte die Heilung vor der Ärztekommission am 7.Juni 1949.

Weiter berichtet E. A. Schmidt von der beginnenden Heilung einer Frau H. aus A., verheiratet, Mutter von 3 Kindern. Sie saß im Rollstuhl vor dem Hause Wilhelmsplatz 7. Sie war seit 15 Jahren an Multipler Sklerose erkrankt, die eine fast vollkommene Lähmung der rechten Seite und teilweise auch der linken zur Folge hatte. Das Augenlicht wurde mit der Zeit schwächer, Sprachstörungen traten auf, der Mund verzog sich nach der einen Seite. Nachdem Bruno Gröning auf dem Balkon erschien, konnte die Frau den rechten Arm wieder heben und auch wieder sehen. Sie hob aus eigener Kraft die beiden Beine im Rollstuhl, was ihr vorher nicht möglich war, der Mund hatte wieder eine ganz normale Stellung, ihre Sprache wurde wieder klarer und ihr Gesicht hatte ein ganz anderes Aussehen.

[39] Kaul, Dr. phil. A.: Das Wunder von Herford, Bensheim/Bergstraße: Lauda-Verlag, 1949, S. 17. - Erneutes schriftliches Verbot des Oberstadtdirektors von Herford v. 07.06.1949: Kommunalarchiv Herford, Sign. 32/7

[40] „Mitteilungen vom Ring der Freunde Bruno Grönings - Weltgemeinschaft“  vom 01.09.1949, Seite 4-5. - Schmidt (a.a.O.), S. 119: „Auch der genauestens untersuchte Fall Dieter Hülsmann konnte die Ärzte nicht umstimmen. Als erkennbar wurde, dass keine Brücke vorhanden war, stellte ich die Frage, ob die Ärzte nicht wenigstens die Fälle, die sie als unheilbar aufgegeben haben, Herrn Gröning überlassen wollen. Auch dieser Vorschlag wurde glatt abgelehnt.“

[41] Revue, 21.08.1949, S. 8. - Siehe auch die Aussage der Reporter der Revue vom 14.08.1949, S. 8 zum Detmolder Amtsarzt: „Dr. Dyes war voll von ärztlichem Hochmut“.
„Den Ärztevertretern und der Ärztelobby ging es maßgebend ums Geld, denn durch Bruno Gröning kamen kostenlose Heilungen zustande. Daneben handelten sie aus Neid, Hass, Eitelkeit, Einbildung, Unwissenheit, Angst“ (Häusler, Grete: Hier ist die Wahrheit an und um Bruno Gröning,  Mönchengladbach: Grete Häusler GmbH - Verlag, 2. Aufl. 1986, Seite 67-95).