Wissenschaftler kommen zu Wort
Geben Sie mir Ihre Krankheit! Geben Sie mir Ihre Sorgen! Sie werden damit nicht fertig. Ich trage sie für Sie. Mein Rücken ist breit.
Geben Sie mir Ihre Krankheit! Geben Sie mir Ihre Sorgen! Sie werden damit nicht fertig. Ich trage sie für Sie. Mein Rücken ist breit. Bruno Gröning
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Massenweise Heilungen in Rosenheim

Im September 1949 geschahen dann die Aufsehen erregenden Massenheilungen auf einem Gestüt mit Namen „Traberhof“ bei Rosenheim, wo Bruno Gröning auf Einladung des Besitzers einen neuen Aufenthaltsort gefunden hatte. Bis weit über 30 000 Menschen kamen täglich und erlebten „biblische Szenen.“

Politik und Behörden Bayerns begannen sich über das Geschehen am Traberhof zu informieren und kamen zu einer wohlwollenden Haltung. Der bayerische Ministerpräsident, die gesamte bayerische Regierung und zahlreiche andere hochgestellte Persönlichkeiten, wie der Polizeipräsident von München, der Landrat von Rosenheim, zahlreiche bayerische Landtagsabgeordnete, Rechtsanwälte, Ärzte und ein großer Teil der Presse standen zu Bruno Gröning und bezeichneten sein Wirken als „freie Liebestätigkeit, die man nicht verbieten dürfe“. [90]

Zum großen Erstaunen seiner Gegner in Herford und Nordrhein-Westfalen erhielt Bruno Gröning in Bayern mächtige Fürsprecher mit großem politischen Einfluss, darunter den Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Ehard, die Bayerischen Landtagsabgeordneten Hagn (CSU) und Rief (Freie Parlamentarische Vereinigung), das Ratsmitglied im Stadtrat von München Bößl (SPD), den Münchener Polizeipräsidenten Pfizer, den Landrat des Landkreises Rosenheim Knott, den Ministerialdirektor der Regierung von Oberbayern Dr. Aub.

Ärzte wie Dr. Zetti standen zu Herrn Gröning, viele weitere Ärzte, die Bruno Gröning um Hilfe für ihre Patienten baten, Journalisten wie Dr. rer. pol. Trampler, Bentzinger, Hagen und Slawik unterstützten ihn ebenso wie zahlreiche einflussreiche Zeitungen.

Ebenso setzten sich zahlreiche Rechtsanwälte für ihn auch durch Artikel in der Presse ein, wie Dr. Roedel, Dr. Dittmann und Dr. Pathe. Das Wirken Bruno Grönings wurde vom Bayerischen Staat als „freie Liebestätigkeit“, die nicht unter das Heilpraktikergesetz falle, angesehen und ausdrücklich erwünscht. [91]

- Siehe auch vorne in den Details zu „Grönings Wirken ist freie Liebestätigkeit“ -


Authentische Darstellungen über das Geschehen am Traberhof

Dr. Kurt Trampler begegnete Bruno Gröning persönlich und erlebte als Zeuge das Traberhofgeschen im August und September 1949. Er schrieb darüber ein Buch „Die große Umkehr“, Heering-Verlag, 1950. Die folgenden Zitate daraus sollen von diesem besonderen Geschehen ein reales Bild geben.

Erste Begegnung mit dem Unbekannten

Im August 1949 ist Bruno Gröning in Bayern eingetroffen. Der Ruf war ihm vorausgeeilt, dass er Kranke heilen könne, die von allen Ärzten als unheilbar aufgegeben seien. Grönings Aufenthalt wurde zunächst streng geheim gehalten. Man nahm mit Recht an, dass die Zahl verzweifelter Hilfesuchender in Bayern genauso unabsehbar sein würde wie anderswo.

Was über Gröning damals an die Öffentlichkeit drang, war voll der Widersprüche. […]
War Dichtung und Wahrheit vermengt? Wer die Wahrheit suchte, konnte nur eines wünschen: die persönliche Begegnung mit Gröning selbst.

Am späten Nachmittag des 27. August 1949 erhielt ich die Mitteilung, dass ich noch in den Nachtstunden auf dem Traberhof die Gelegenheit zu einem Zusammentreffen mit Gröning finden könne. Auf der Fahrt nach Rosenheim rief ich mir nochmals alles Glaubwürdige und Unglaubwürdige in Erinnerung, was ich über sein Wirken gehört und gelesen hatte und legte mir eine Reihe von Fragen zurecht, die ich an ihn richten wollte – nichtsahnend, dass die Begebenheiten, deren Zeuge ich in dieser Nacht werden sollte, unendlich viel eindringlicher sprechen würden, als Worte es je vermöchten. Meine Frau, die mich als Bildberichterstatterin begleitete, überprüfte nochmals ihre Apparate, ehe wir uns zum Traberhof unweit des Stadtrandes von Rosenheim begaben. Es war Nacht, als wir dort eintrafen. Die Scheinwerfer der Filmgesellschaft, die den Dokumentarfilm über die Heilungen aufnahm, hoben eine unvergessliche Szene aus dem Dunkel:

Bruno Gröning stand auf dem Balkon

und sprach zu einer großen Menschenmenge, die, wie wir später erfuhren, schon stundenlang geduldig auf ihn gewartet hatte. Eine unendliche Ruhe strömt von dem Manne aus, der sich mit einer leisen eindringlichen Stimme an die vielen Hilfesuchenden zu seinen Füßen wendet. Es ist so still, dass jedes seiner Worte auch von dem Letzten in diesem weiten Kreise verstanden wird. Zum ersten Mal erschüttert uns das Übermaß des Leides, das sich vor Gröning immer wieder versammelt, die abgehärmten, von Schmerzen und Sorgen gezeichneten Gesichter, die sich in gläubigem Vertrauen zu dem Manne erheben, in dessen Wirken sie die letzte Möglichkeit der Heilung und Rettung sehen. [...]Bruno Gröning spricht am Traberhof

Gröning verzichtet auf jede Rhetorik. Jedes seiner einfachen, inhaltsreichen Worte ist zum Verständnis dessen nötig, was seine Zuhörer wissen müssen. Zum ersten Mal hören wir seine Mahnung, sich zum Glauben an Gott zu bekennen – das sei die erste Voraussetzung, die Heilung zu empfangen. Dann gibt er die Weisung, den Gedanken an die Krankheit abzuschalten, die Augen zu schließen und genau zu beobachten, was im Körper vor sich gehe. Er wiederholt diese Weisung mehrmals, denn er fühlt sicher, wie schwierig es für die Kranken ist, ihr nachzukommen. Wir spüren in diesem Augenblick ein leises Prickeln in der Hand, ähnlich einem schwachen elektrischen Stromstoß. Nach einer geraumen Zeit, während derer er stumm, mit einem Ausdruck der äußersten Konzentration die Leidenden überblickt, sagt Gröning, er habe ihnen gegeben, was er ihnen geben könne. Sie sollten die Kraft jetzt in sich wirken lassen und an die Heilung glauben, auch wenn sie nicht sogleich eintrete.

Ein Kind schreit auf: „Ich sehe jetzt das Licht!“

An einigen Stellen kommt erregte Bewegung in die Menge. Es wird von plötzlichen Heilungen gesprochen. Wir hören, wie Gröning einige Leidende (darunter auch das blinde Kind) auffordert, zu ihm heraufzukommen.

Mein erster Eindruck ist: Dieser Mann glaubt fest, was er sagt, und verfügt tatsächlich über ungewöhnliche Kräfte.

Als Gröning den Balkon verlassen hat, lassen wir uns bei ihm melden. Während wir auf dem Vorplatz auf Einlass warten, sprechen wir mit zwei Frauen, Mutter und Tochter, die gekommen sind, um Gröning für ihre Heilung zu danken. Sie sind über das, was sie an sich erfahren haben, bewegt und überglücklich, nennen uns ihre Namen und Adressen und erzählen uns ihre Krankheitsgeschichte – immer mit dem Hinweis darauf, dass sie bereit seien, das Gesagte überall zu bezeugen. Die junge Frau, Elisabeth H. aus Starnberg, litt seit Monaten an Gehirnkrämpfen, die als Folge einer Typhuserkrankung aufgetreten waren. Sie wurde immer wieder bewusstlos und verlor keinen einzigen Tag ihre quälenden Kopfschmerzen. Die Unheilbarkeit ihres Leidens schien so unbezweifelbar, dass eine Scheidung ihrer jungen Ehe bevorstand. Ihre Mutter, Frau G. aus Rosenheim, brachte sie etliche Tage vor unserem Zusammentreffen zu Gröning, der sich nur ganz kurze Zeit mit ihr befasste. Zwischen Glauben und Zweifel stand sie vor ihm, gequält von dem Gedanken an die Scheidung. Er sagte zu ihr: „Was Sie denken, ist nicht richtig. Fürchten Sie sich nicht!“ Dann hieß er sie heimkehren. Am darauf folgenden Tag waren die Schmerzen fast noch stärker als zuvor, am übernächsten aber waren sie verschwunden. Nicht nur die Gesundheit, auch die Ehe der jungen Frau war gerettet. Ohne eine Spur von Schmerzen war sie nochmals gekommen, um ihrem Helfer zu danken. Sie sah gesund und blühend aus. Die Mutter, die sie auch bei ihrem ersten Besuch begleitet hatte, ohne dabei überhaupt an ihre eigene Gesundheit zu denken, fühlt sich seither von einer Herzkranzneurose befreit.

Bruno Gröning steht uns gegenüber

Einige wenige Kranke und Beobachter sind in dem Zimmer beisammen, in dem wir jetzt Gröning gegenüberstehen. Es ist mir in diesem Augenblick ganz klar, dass die vielen Fragen, die ich überlegt an ihn richten wollte, am Kern der Dinge vorbeigehen würden, dass hier etwas ganz anderes am Werke ist, für das man sich nur aufnahmebereit – „durchlässig“ sozusagen – machen kann, um etwas davon zu begreifen. Meine Frau, die sonst in jeder Lebenslage ohne Scheu den Fotoapparat handhabt, lässt ihn in der Tasche. Lange beobachten wir Gröning, wie er sich einiger Hilfsbedürftiger annimmt, und kommen dabei zu dem Ergebnis, dass die verbreiteten Photographien den persönlichen Eindruck nicht wiedergeben können, der von den durchdringenden, tiefblauen Augen und dem Ausdruck einer außerordentlichen Konzentration im Gesicht bestimmt wird. Bruno Gröning mit BesuchernUngemein sympathisch wirkt sein phrasenloses, einfaches Sprechen, das übrigens entgegen gelegentlich verbreiteten gegenteiligen Vorstellungen das Wort mit einer sparsamen klaren Präzision benützt. Wohltuend ist seine zurückhaltende Bescheidenheit und der Verzicht auf alle „propagandistischen“ Proben seiner Befähigung. Es gibt um ihn keine mystische Geheimtuerei – es vollzieht sich alles bei hellstem Licht und darf genauestens beobachtet werden. Anwesenden Ärzten gibt er über alles Auskunft, was für sie von Interesse sein könnte. Mit einer herzgewinnenden Güte nimmt er sich jedes einzelnen Kranken an, ganz besonders aller Kinder, die zu ihm gebracht werden. Er ist offensichtlich von seiner Sendung ganz erfüllt und folgt ihr unbeirrbar. [...]

Mein Fuß

So sehr mich das, was ich mit eigenen Augen sah, davon überzeugt hatte, dass hier ein Helfer mit ganz ungewöhnlichen, kaum erklärlichen Fähigkeiten mit gesammeltem Ernst am Werke war, um den Leidenden zu helfen, so dachte ich doch nicht einen Augenblick daran, dass er imstande sein würde, mich selbst zu heilen. Ich war als Journalist gekommen, nicht als Patient. Was mir fehlte, war weder eine psychische noch eine psychosomatische Krankheit, sondern ganz einfach die im Röntgenbild klar nachweisbaren Folgen einer schweren Luftkriegsverletzung. Es handelte sich, wie noch vier Jahre nach der Verwundung (am 9. Mai 1947) durch eine amtsärztliche Untersuchung bei der Landesversicherungsanstalt  (Dr. Klein) festgestellt wurde, um Bruch der Fußwurzelknochen und des Wadenbeins rechts und Arthrosis deformans. Die Brüche waren unter erheblicher Deformierung verheilt; jede Bewegung, insbesondere jede Seitwärtsbewegung des Fußes war äußerst schmerzhaft. Selbst in Ruhestellung setzten die Schmerzen niemals ganz aus. Mit dem Hinweis: „Erheblich geh- und stehbehindert“ wurde ich in die Versehrtenstufe II (50 Prozent Erwerbsminderung) eingestuft. Ich hatte mich daran gewöhnt, diese Beschwerden als unvermeidliche Kriegsfolge hinzunehmen, und auch von ärztlicher Seite waren mir nie Hoffnungen auf eine wesentliche Besserung meines Zustandes gemacht worden. Gewiss, ich bewegte mich in Haus und Garten ohne Stock. Außer Hause konnte ich nicht auf die Stütze verzichten, weil schon kurze Wege ohne Stock zu einer erheblichen Verschärfung der Schmerzen führten. Ein „Fall“ für Gröning? Mit keinem Gedanken nahm ich das an.

Die Heilung

Noch während er einen anderen Kranken behandelte, streifte mich Gröning mit einem Blick. Im selben Augenblick spürte ich einen plötzlichen Schmerz in der rechten Schulter. Dabei ging mir der Gedanke durch den Kopf, dass ich vielleicht an der richtigen Stelle sei, falls ich mir etwa in der Bahn rheumatische Schmerzen zugezogen haben sollte. Ein paar Minuten später wandte sich Gröning an mich: „Wozu nehmen Sie denn noch den Stock – Sie brauchen ihn doch nicht mehr?“ Ich hielt das im ersten Moment für eine Suggestiv-Frage und erwiderte, ich sei ja gar nicht als Patient, sondern als Zeitungsberichterstatter da und nähme auch keineswegs an, dass mir geholfen werden könne. Dabei wies ich auf die Art meiner Verwundung hin.

Gröning hörte sich dieses Sträuben lächelnd an, ermunterte mich, nun einmal als Egoist an meine Gesundheit zu denken und nicht an meinen Zeitungsbericht, und forderte mich auf, genau darauf zu achten, was in meinem Körper vorgehe. So beschrieb ich denn zunächst den Schmerz in der rechten Schulter und fragte, ob das dazugehöre. Gröning bejahte und forderte mich auf, weiter zu beobachten. Ich war skeptisch, mit meinen Gedanken mehr bei meinem Zeitungsbericht als bei meiner Gesundheit – und bemerkte vorerst nichts Neues. Gröning wartete geduldig auf meine nächsten Mitteilungen, und bald konnte ich denn auch feststellen, dass der Schmerz in der Schulter in ein prickelndes Hitzegefühl überging, das die ganze rechte Körperhälfte erfasste. Ich erwähnte diese Begrenzung auf die rechte Körperhälfte besonders. „Sie brauchen es ja auch nur rechts! Die Kraft sucht sich ganz von selbst die Stellen, an denen sie wirken muss.“ Nach einiger Zeit wurde nun auch der verletzte rechte Fuß heiß. Es begann darin förmlich zu arbeiten. Diese Hitzeempfindung hatte eine entfernte Ähnlichkeit mit einer Diathermiebehandlung, nur war sie viel intensiver – und doch ganz anders. Ich hatte den Eindruck, als ob das Blut heftiger durch den Fuß hindurchgepumpt würde. Die Adern pochten. Das war eine Empfindung, die ich sechs Jahre nicht gehabt hatte. Ich berichtete das alles, und nun war Gröning zufrieden.

Noch heute erzählt er es gerne, w i e ich mich gesträubt habe, geheilt zu werden! Bruno Gröning und Dr. TramplerEr nahm mir den Stock aus der Hand, strich mehrmals mit der Hand darüber hin und sagte: „Sie brauchen jetzt keinen Stock mehr als Stütze, aber er ist jetzt Ihre Medizin. Wenn Sie irgendwie Schmerzen haben oder übermüdet sind, nehmen Sie ihn fest in die rechte Hand.“ Das Hitzegefühl und das Prickeln hielten noch eine Zeitlang an. Der Fuß schmerzte aber noch heftig. Als ich indessen nach meiner Heimkehr einige Stunden tief und traumlos geschlafen hatte, war er völlig schmerzfrei. [...]

Seither sind vier Monate vergangen.

Gröning hat noch durch einige Fernbehandlungen gelegentlich eingewirkt und damit nahezu die letzten Behinderungen beseitigt. Ich kann jedenfalls meinen Fuß wieder genauso beanspruchen wie vor meiner Verwundung. Sogar ein kräftiges Aufspringen hat nun keinerlei Schmerzen mehr zur Folge. Mir selbst war es damit natürlich leicht gemacht, an Grönings heilende Kraft zu glauben: Kein ärztliches Zeugnis kann schließlich so gründlich überzeugen wie die Erfahrung am eigenen Leibe, dass Schmerzen und Bewegungsbehinderung nach mehr als sechsjähriger Dauer in einer Frist von Minuten beseitigt sind.

Es sei hier, obwohl es zeitlich erst viel später feststellbar war, das Endergebnis meiner Heilung vorweggenommen: Dr. Herrmann R. in München, der mich seinerzeit nach meiner Verwundung behandelt hatte, bekundete, dass infolge der Behandlung durch Gröning die Beweglichkeit des bis dahin schwerbehinderten rechten Fußes gegenüber jener des gesunden linken nur noch „um eine Spur“ herabgemindert und dass zu erwarten sei, dass sich auch diese geringfügigen Unterschiede durch den regelmäßigen Gebrauch noch ausgleichen werden. Auf welche Weise Gröning dieses Ergebnis erzielt habe, konnte Dr. R. nicht erklären. [...]

Mir selbst genügt meine eigene Feststellung, dass ich wieder ohne Schmerzempfindung laufen kann, ja dass ich sogar auf die geliebten Berge fortan nicht mehr verzichten muss.

Doch zurück zu meiner ersten Begegnung mit Bruno Gröning auf dem Traberhof.

Was jetzt noch im Zimmer anwesend ist, sind durchwegs „schwere Fälle“. Zunächst das kleine Mädchen, das an grauem Star leidet und unter der wartenden Menge plötzlich das Licht erkannt hatte. Der Kleinen laufen die hellen Tränen herunter vor Erschütterung und Glück, dass ihre Augen wieder etwas wahrnehmen können. Noch mehrmals befasst sich Gröning mit besonders einfühlender Güte mit dem Kind. [...]

Das Mädchen, das bis vor wenigen Stunden blind war, berichtet. Ein leichter Schleier vor seinem linken Auge sei alles, was von der Dunkelheit noch übrig geblieben sei, und Gröning hofft, dass nach einem gewissen Zeitablauf auch diese letzte Behinderung noch verschwinden wird. [...]

Zu einem Schwerhörigen, dem es noch nicht zum Bewusstsein kommt, dass die heilende Kraft sein Gehör bereits wesentlich gebessert hat, sagt er mit ganz leiser Stimme: „Wenn ich so schreie, so hören Sie mich doch“, worauf der früher Schwerhörige eifrig nickt und den Wortlaut wiederholt. Erst auf diesem Umweg begreift er, dass man ja nun gar nicht mehr schreien muss, um sich ihm verständlich zu machen.

Während dieser Behandlungen kommen von dem Platz vor dem Traberhof fortgesetzt Mitteilungen über Veränderungen im Befinden von Kranken. Vor allem handelt es sich darum, dass die Glieder von Gelähmten wieder erwärmt und durchblutet werden und beginnen, wieder Gefühlsempfindungen zu zeigen und sich zu bewegen.

Elf Ärzte sind an diesem Tage zu Bruno Gröning gekommen,

mehrere mit ihren Patienten. Sie haben festgestellt, dass es ihrer Kunst bisher nicht gelingen konnte, diesen Leidenden Heilung zu bringen, und nun wagen sie vorurteilslos den Versuch, Grönings Heilkraft auf sie wirken zu lassen. [...]
Es stört beispielsweise seine Arbeit, wenn jemand im Raume den rationalen Zweifel nicht ausschalten kann. Das wirkt, um einen groben Vergleich zu gebrauchen, offensichtlich wie ein Störsender. Bei der Behandlung einer gelähmten Frau wendet er sich plötzlich an einen im Hintergrund Stehenden, spricht ihn als Mann der Kranken an und bittet ihn, sich zu entfernen, wenn er die Gedanken an die Krankheit seiner Frau nicht abschalten könne. [...]

Beim Abschied habe ich nochmals Gelegenheit, über einige bewegende Fragen mit ihm zu sprechen. Er lehnt die Sensationsberichterstattung ab – die unfreundliche wie die freundliche – und bittet mich, gewissenhaft die reine Wahrheit zu schreiben. „Ich brauche keine Propaganda“, sagt er, „aber ich will, dass die Menschen die Wahrheit über mich zu wissen bekommen.“ Mit einem ungemein kräftigen, sympathischen Händedruck (die Art, wie jemand die Hand reicht, ist für mich immer sehr maßgebend für den ersten Eindruck gewesen!) verabschiedet uns Gröning und lädt uns ein, wiederzukommen. Menschen um Bruno GröningEs ist nachts 3 Uhr. Der ganze Vorplatz ist erneut von Hilfesuchenden dicht besetzt, und um 5 Uhr früh will Gröning eine Fahrt antreten. ,,Heute arbeitet er wieder ohne Schlaf durch“, hören wir von einem Mitarbeiter. [...]

Erforschliches und Unerforschliches

[…] Als ich nach meiner Heilung vom Traberhof zurückgekehrt war, machte ich wenig später die erstaunliche Feststellung, dass die Wirksamkeit der Kraft Grönings nicht an seine körperliche Gegenwart gebunden ist. Ich erwähnte bereits, dass er den Stock, der bisher meine Stütze gewesen war, nunmehr als meine „Medizin“ bezeichnet hatte. Er hatte ihn „angesprochen“. Dieses „Angesprechen“ eines Gegenstandes, das bei den Heilungen in den verschiedensten Formen eine Rolle spielt, hat die Wirkung, dass etwas von Grönings Heilkraft in dem betreffenden Gegenstand verankert bleibt. Würde man den Gegenstand aber als eine Art „Akkumulator“ bezeichnen, so wäre der Vergleich ungenau, denn die Kraft vermindert sich auch durch dauernde Inanspruchnahme dieses Talismans nicht.
[…] Nur wenn er selbst einem Gegenstand die Kraft wieder „abspreche“, was er, ebenso wie das Angesprechen, aus jeder beliebigen Entfernung tun könne, werde er wirkungslos. Eine Entziehung der Kraft nähme er immer dann vor, wenn sie zu gewinnsüchtigen Zwecken missbraucht werde. Im Allgemeinen entfalte ein angesprochener Gegenstand seine Wirkung nur für den Menschen, dem er zugesprochen sei. Es sei denn, Gröning selbst beauftragt einen Dritten, ihn zu überbringen.

Doch zurück zu meiner ersten Begegnung mit der Heilkraft

in meinem Stock. Für mein Fassungsvermögen war dieser ganze Fragenkomplex um die „angesprochenen“ Gegenstände zunächst schwer begreiflich. Ich bin immerhin im 20. Jahrhundert aufgewachsen […]


So lehnte denn der besagte Stock ziemlich unbeachtet an einem Sessel. Die journalistische Verarbeitung meiner ersten Eindrücke forderte nun ein erhebliches Maß an Nachtarbeit, die sonst gewohnheitsmäßig mit reichlichen Mengen von starkem Kaffee in Gang gehalten wurde. Da fiel – es war in der zweiten Nacht nach meiner Heilung – mein Blick wie zufällig auf den Stock, und sogleich war der Gedanke da: „Versuch es einmal! Nimm ihn in die Hand!“ Ich setzte mich in den Sessel, genau wie Gröning es mir angeraten hatte – Rücken frei, Knie nicht aneinander liegend, die linke Hand locker auf dem linken Knie aufliegend – und nahm den mit so viel Zweifel betrachteten Stock in die Hand.

Fast im gleichen Augenblick schloss sich meine Hand ganz von selbst um den Stock, um sich freilich sofort wieder zu lockern. Unmittelbar darauf entstand ein ziehender Schmerz auf der Innenseite des rechten Handgelenkes – etwa der Pulsader folgend – der sich dann in das bereits bekannte prickelnde Wärmegefühl wandelte, das sich rasch ausbreitete. In meinem verletzten Fuß begann es ähnlich zu arbeiten, wie bei der ersten Behandlung auf dem Traberhof. Ein starker Blutandrang zum Kopf bewirkte anfangs ein gewisses Gefühl von Benommenheit, das aber rasch einer gesteigerten Klarheit und Frische wich. Diese seltsamen, von mir völlig unerwarteten Wirkungen meines mitternächtlichen Erlebnisses wurden mir nun tatsächlich einen Augenblick lang etwas unheimlich. Ich stellte den Stock, an dessen Eigenschaften ich nun nicht mehr zweifeln konnte, etwas scheu wieder an seinen Platz. Ohne eine Spur von Müdigkeit oder Nervosität konnte ich (ohne Kaffee!) bis zum frühen Morgen weiter arbeiten. Seither ist mir diese Wirkung, die in gleicher Weise auch von einer Stanniolkugel ausgeht, die mir Gröning später noch gab, durchaus vertraut geworden. Was sich hier vollzieht, vermag  ich nicht zu erklären. […]

Jedenfalls fühle ich mich durch die angesprochenen Gegenstände einem bisher unbekannten Lebensstrom verbunden, der das gesamte Nervensystem in einer unglaublichen Weise „auflädt“, sodass die störende Nervosität seit meiner ersten Begegnung mit Gröning vollständig verschwunden ist. […]

Am Traberhof

In einer der vorausgegangenen Nächte (5./6. September) brachte ein Arzt Karl Sch. ins Haus, mit der erregenden Feststellung, der Blinde habe eben auf dem Platz vor dem Traberhof sein Augenlicht wiedererlangt. Sch. legte eine Bescheinigung der Universitätsaugenklinik in München aus dem Jahre 1949 vor, die folgenden Wortlaut hat: „Bei dem Patienten Karl Sch., geb. 24. 8. 1914, besteht am rechten Auge Augenzittern, Hornhautnarben und angeborener Star. Sehvermögen 1/20. Das linke Auge fehlt. Der Patient ist somit praktisch blind. Die Erwerbsminderung beträgt 125 %. Herr Sch. bedarf dauernd einer Begleitperson. gez. Dr. E. Walser, Oberarzt.“ Dieser Blinde weilte auf dem Platz, auf den Gröning – damals wohl aus der Gegend von Bremen – seine Heilwellen entsandte. Er beschreibt jetzt in größter Bewegung, wie er mit einem Male das Gefühl gehabt habe, dass sich in seinem Auge etwas verändere, und wie er dann den Pferdekopf in blauem Neonlicht, eine Leuchtreklame auf dem Dache des Traberhofes, wahrgenommen habe. Schließlich habe sich die ganze Umwelt aus dem Dämmer herausgehoben, bis er wieder alles gut habe sehen können. Eine erste ärztliche Überprüfung durch Dr. Zetti bestätigte seine Angaben. Am Tage darauf nahm ich Sch. im Wagen mit nach München. Er beschrieb mir auf der Autobahn auf mehrere hundert Meter Entfernung, welche Fahrzeuge sichtbar wurden. Er sagte mir, was links und rechts der Autobahn zu sehen war – von dem nahen Kirchturm bis zu dem entfernten Gebirge. Um jede Gedankenübertragung auszuschalten, schaute ich selbst in die entgegengesetzte Richtung und kontrollierte jeweils erst hinterher, ob seine Wahrnehmungen stimmten. Sie waren jedes Mal richtig, ob es sich um nahe oder um sehr entfernte Dinge handelte. Auf meine Frage, was er getan habe, um die Heilung zu empfangen, sagte er, er habe gebetet und gewartet.

Solche unerklärlichen Veränderungen während der Abwesenheit Grönings vollzogen sich damals in großer Zahl. [...]

Erschütternde Szenen spielen sich ab, wenn Gröning einem Blinden das Augenlicht wiedergeben kann. In einigen Fällen, in denen die Sehkraft völlig unvermittelt wieder eingetreten ist, waren die Glücklichen fast zu überwältigt von der kaum glaublichen Wende ihres Schicksals. Es sind, wie mir Gröning berichtet, Einzelne dabei, die blind geboren wurden und denen die ganze Erscheinungswelt erst erklärt werden muss.


Weitere Berichte über das unmittelbare Erleben vom Traberhof im September 1949 folgen hier in Zitaten aus der Broschüre: „... ich heile weiter“ vom Herausgeber: „Zeitungs-Blitz“, Hans Bentzinger, Rosenheim, sowie Hinweise über die Dreharbeiten des damals am Traberhof gedrehten Dokumentarfilms „Gröning“, hier mit einer aktuellen Kommentierung zum Verbleib des Films.

Zitate aus der Broschüre „Zeitungs-Blitz“, Hans Bentzinger, Rosenheim

Arzt und Jurist sprechen für Gröning

Nach zeitweiliger Abwesenheit Grönings war für den 1. September im Spielsaal des Traberhofes bei Rosenheim eine erste Konferenz der gesamten bayerischen Presse einberufen worden, die in ihrem Verlaufe als Abschluss der Aufnahmen zum Dokumentarfilm von der Engler-Film A. G. festgehalten wurde.

Zunächst sprach ein Münchener Arzt, Dr. Z., der rückhaltlos den Weg zu Gröning fand und sich dagegenwandte, dem großen Meister der Heilkunst etwa in einer Klinik die ihm fehlenden Grundlagen der Anatomie beizubringen. Er sagte dann wörtlich: „Wir Ärzte können und müssen sehr viel von Herrn Gröning lernen, denn es sei an Hunderten von Fällen einwandfrei bewiesen, dass der kleine Gröning dort geholfen und völlig geheilt habe, wo die Wissenschaft und ärztliches Können bereits versagten. Nicht w i e geheilt wird – sondern dass geheilt wird, das sei die These und Forderung des Tages.“

Der juristische Berater Grönings, Herr R.-A. R., teilte der Presse mit, „dass es kein Recht gäbe, Grönings Heilmethode zu untersagen, da er ja vorwiegend dort helfe, wo bisher jede ärztliche Kunst erfolglos blieb. Die Beunruhigung der Bevölkerung bestehe zu Recht. Der große Helfer der Menschheit wird Deutschland verlassen, wenn ihm auch im Land Bayern die Heiltätigkeit von Amts wegen untersagt wird. Man könnte ferner von einem Manne wie Gröning nicht verlangen, dass er, nur um einem bürokratischen Gesetz zu genügen, monatelang als Krankenwärter in einer Klinik praktiziere, während in dieser Zeit Hunderttausende von Menschen durch seine Heiltätigkeit Genesung erhalten können. Wir Juristen werden den gesetzlichen Weg finden, um Herrn Gröning so schnell als möglich ein freies Schaffen zu gewährleisten.“

Mehr als zehntausend Menschen warten auf Bruno Gröning

Inzwischen hatten sich mehr als zehntausend Menschen versammelt, die alle seit Stunden in glühender Hitze auf den großen Moment warteten, da Gröning auf den Balkon trat, zur Menge sprach und seine Heilkraft ausstrahlte. Zu dicht nur standen die Menschen zusammengepresst, um in den vollen Genuss seiner „Heilstrahlen“ zu kommen, die nach Grönings Angaben durch die Tuchfühlung abgeleitet werden. –
Doch, ohne dass Gröning nur ein Wort darüber verlor, begannen schon die Reaktionen bei den Schwerstkranken in ihren Rollstühlen und Sesseln oder bei den Einzelstehenden an der Peripherie zu wirken.

Wieder begannen Halbblinde zu sehen, wieder erhoben sich bisher Gehbehinderte, wieder bewegten Lahme ihre steifen Glieder. Hunderte berichteten von verstärkten Schmerzen an den erkrankten Stellen, von Ziehen, Stechen und Kribbeln, von einem Gefühl eines unbeschreibbaren „Leichtseins“ oder plötzlich verschwindenden Kopfschmerzen. [...] In den Nachmittagsstunden des Mittwochs sprach Gröning, kurz vor seiner Abfahrt nach München, nochmals zu der wartenden Menge.

Ein katholischer Geistlicher sprach zu der Menschenmenge

Bruno Gröning mit GeistlichemDa trat ein katholischer Geistlicher, der sich für zwei kranke Angehörige bittend zu Gröning begab und für seine Schutzbefohlenen auch Heilung fand, mit dankerfülltem Herzen an die Brüstung des großen Balkons und sprach zu der begeisterten Menschenmenge. Er teilte den vor dem Hause und auf den Pferdekoppeln des Gestüts seit dem frühen Morgen wartenden Menschen mit, dass er als Geistlicher tief beeindruckt und erschüttert sei, von dem, was er hier in wenigen Stunden schon erleben durfte. Er halte es für seine Pflicht und Verantwortung mitzuhelfen, Herrn Gröning zum Wohle der leidenden Menschheit den Weg zu ebnen und sich in dieser Angelegenheit an die höchsten kirchlichen Stellen zu wenden. Unmöglich aber sei es für einen Gotteslästerer oder Ungläubigen, an der göttlichen Heilkraft Grönings teilzuhaben. „Nur der, der rückhaltlos aus tiefstem gläubigen Herzen zu unserem Herrgott und mit bedingungslosem Vertrauen zu Gröning seine Schritte hierherlenke, wird selbst oder für seine kranken Angehörigen Heilung finden! Lassen Sie uns den Dank an Herrn Gröning in einem Dank an unseren Schöpfer, den Herrn über Leben und Tod zusammenfassen in unserem Glaubensbekenntnis!“

Tausende von Menschen aller Schichten und Glaubensbekenntnisse falteten die Hände. Hunderte von ihnen fielen auf die Knie ungeachtet des steinigen Bodens und sprachen andächtig das Glaubensbekenntnis und das Vaterunser. Mächtig und spontan braust der Lob- und Dankchoral „Großer Gott, wir loben Dich“ auf und klang aus in dem Lied: „So nimm denn meine Hände und führe mich“, das man als Vertrauensvotum zu Gröning ansehen kann.

Bruno Grönings Abfahrt vom Traberhof

Kurze Zeit darauf versuchte sich der Wagen eines Freundes, der Gröning zu Besprechungen nach München bringen sollte, den Weg durch die Menge zu bahnen, was nur schrittweise gelang. Verzweifelt hingen sich die Menschen an den Fond und versuchten Gröning die Hand zu drücken oder nur einen Blick aus seinen faszinierenden Augen zu erhaschen.

Da trat mit letzter Kraftanstrengung eine schwer Asthma leidende, ältere Frau, die mir ob ihres Leidens schon seit zwei Tagen in der Menge auffiel, an den Schlag. Erschütternd ihre flehende Bitte: „Herr Gröning, helfen Sie mir doch, ich kann nicht mehr – helfen Sie mir!“ Ein durchdringender Blick, eine rasche abstreifende Handbewegung vor der Brust dieser Bedauernswerten, und schon ist es geschehen! Sie vermochte vor Erschütterung ihren Dank nicht in Worte zu fassen, holte immer wieder tief Luft und atmete völlig befreit auf. Vor Staunen übersahen die Menschen, dass ihnen der Kraftwagen ihre ganze Hoffnung in die Landeshauptstadt entführte, in der sich bis in die späten Nachtstunden hinein überall, wo Gröning auftauchte, Tausende von Menschen zusammenballten, um den „Meister“ zu sehen und um Hilfe zu bitten. Fürwahr ein Triumphzug und ein sichtbarer Beweis der Demonstration gegen alle bürokratischen Hindernisse, die erst zum Teil als beseitigt gelten können.

Gespräche mit Geheilten

Gegen Abend dieses ereignisreichen Tages versuche ich noch, Namen und Adresse von Geheilten festzustellen, was im Trubel der aufgeregten Menschen nur zum Teil möglich ist. Auch jetzt haben die meisten in ihrer begreiflichen Freude schon den Heimweg angetreten. Doch sitzen noch lebhaft debattierende Gruppen beisammen, und so bemühe ich mich, die wichtigsten Fälle noch aufzuzeichnen:

- Herr Carl Peters aus Bad Essen (23), Hotel Niedersachsen, 54 Jahre, traf vor 2 Tagen im Traberhof ein und versichert, seitdem ihm Bruno Gröning mit StanniolkugelHerr Gröning die Hand drückte und die Kugel gab, eine fühlbare Besserung und Erleichterung seiner Beschwerden zu verspüren. Er leidet seit vielen Jahren an Muskelschwund des rechten Armes und linken Beines, seit 1944 muss ihn sein Sohn sogar tragen. Jede ärztliche Behandlung durch verschiedene Professoren war bis heute erfolglos und kostete ihn viele tausend Mark. Nach Grönings Meinung wird sich sein Leiden in wenigen Wochen beheben. Schon der darauffolgende Tag brachte eine weitere Besserung. [...]

Eben kommt ein vermögendes englisches Ehepaar, das mit Privatflugzeug heute früh in München und um 14 Uhr im Traberhof eintraf. Bereitwillig und freudig beantworten die Herrschaften meine Frage nach ihrem Befinden. Die Dame litt an schwerem Bronchial-Asthma, ihr Gatte an sehr schmerzhaftem Ischias. Auch hier erfüllen sich Grönings Worte der Heilmöglichkeit für alle gläubigen Menschen, gleich welchen Standes, gleich welcher Nation oder Religion. Ohne dass die Engländer persönlich vorgestellt werden konnten, fühlen beide eine wesentliche Erleichterung und sind fest davon überzeugt, vollkommene Heilung von ihren jahrelangen Leiden zu finden.
Unbegreiflich ist es jedoch für die Engländer, dass Gröning keine Genehmigung zu freiem Schaffen erhalten kann, und unvermittelt bieten sie Gröning ihr großes Landgut zur freien Verfügung an. […]

Inzwischen ist es 8 Uhr morgens geworden. Jeder von uns erhofft doch noch die baldige Rückkehr des großen Helfers. Gegen 10 Uhr am Samstagvormittag fährt endlich der große, schwarze Mercedes von München kommend vor, und Gröning kann völlig unbemerkt von der inzwischen schon wieder auf viele Tausend angewachsenen Menge durch ein „Hintertürchen“ ins Haus gelangen.

Gröning empfängt Regierungsvertreter

Inzwischen trifft Herr Landrat K. aus Rosenheim mit den Herren seiner Begleitung, die im Auftrage der Regierung kamen, ein und wünscht eine kurze Unterredung mit Gröning.
Nach langer Wartezeit sitzen wir endlich oben im Wintergarten im engsten Kreise, und es entwickelte sich nach herzlicher Begrüßung ungefähr folgendes Zwiegespräch:
- Landrat: „Herr Gröning, ich komme im Auftrag des Innenministeriums und habe die Aufgabe, hier die Situation zu erkunden und Bericht zu erstatten. Beabsichtigen Sie, hier zu bleiben?“
- Gröning: „Ja, ich will hier bleiben, weil ich überzeugt bin, dass mir eben nur hier in Bayern die letzte Möglichkeit gegeben ist, zu heilen und Menschen zu helfen. Entweder gibt man mir den Weg frei, dieses in die Tat umzusetzen – dann bleibe ich! Gibt man mir aber keine Erlaubnis, mit meiner Heilkraft, die ich in mir trage und fühle, diesen armen Menschen dort unten (dabei wies sein Arm auf die viel tausendköpfige unruhige Menschenmenge vor dem Haus) Hilfe zu bringen, dann hindert mich niemand daran, eines Tages dorthin zu gehen, wo ich mit offenen Armen und ohne jede Einschränkung das tun darf, wozu ich offensichtlich berufen bin. Ich habe alles vorbereitet, von einem Tag zum anderen ins Ausland zu verschwinden. Ich bin für meine Güte so verfolgt, überall auf Weg und Steg, wohin ich komme, immer wieder das Gleiche: ,Du darfst nicht!’ Ich beanspruche für mich nichts, gar nichts, nichts zu essen noch zu trinken, keine Spende, keine Vergütung. […] Überall gibt es Menschen, die mich vernichten, ja sogar einsperren wollen.“

„Von welcher Seite kommen die Schwierigkeiten?“

- Landrat: „Herr Gröning, ich bin hier, weil ich in meiner Eigenschaft als Landrat verpflichtet bin, über die Vorgänge in meinem Landkreis zu berichten. Ich habe nichts gegen Sie, ich habe auch nichts dagegen einzuwenden, wenn Sie hier Menschen heilen, von meiner Seite aus sind Sie in meinem Landkreis unbehelligt und haben auch meine volle Unterstützung, solange nicht gegen das Gesetz verstoßen wird. Sind Sie sich eigentlich klar darüber, von welcher Seite die momentanen Schwierigkeiten hervorgerufen wurden?“
- Gröning: „Ja, ich weiß, dass dahinter diejenigen Ärzte stehen, die um ihren Verdienst bangen und mich aus wissenschaftlicher Überheblichkeit nicht verstehen wollen. Sehen Sie, 70 000 Ärzte in Deutschland sind mir noch viel zu wenig. Ich nehme ihnen nicht das Butterbrot weg, ich gebe ihnen höchstens noch etwas darauf!“
- Landrat: „Fühlen Sie eigentlich die Kraft zu heilen schon lange in sich?“
- Gröning: „Ja, sie wurde mir schon in die Wiege gelegt. Meine Mutter, die sieben Kindern das Leben schenkte, spürte überhaupt nichts von meiner Geburt; eine halbe Stunde danach stand sie schon auf, und alles war vorbei.“
- Landrat: „Und Sie fühlen diese Kraft sozusagen als eine göttliche Inspiration?“
- Gröning: „Ja! Ich habe die Menschheit studiert, und ich habe das rein Göttliche so fest in mir aufgenommen, dass es mir kein Mensch mehr nehmen kann, mich darin auch kein Gesetz hindern kann. Bruno GröningEinem menschlichen Befehl folge ich nicht und wenn es vielleicht mein Leben kostet, nur so ist es mir möglich, Menschen Gutes zu tun. Ich spüre von jedem Menschen, ob er reinen Herzens zu mir kommt oder etwa den Teufel in sich trägt. Ich weiß, alles Große muss erkämpft werden, umso stärker wird meine Hilfe sein!“
- Landrat: „Ich wollte einen persönlichen Kontakt mit Ihnen bekommen und danke Ihnen für diese Stunde. Seien Sie meines Wohlwollens versichert!“
- Gröning: „Weil ich jetzt auf einige Tage nach Bremen fahre, habe ich meine Mitarbeiter beauftragt, die wartenden Menschen wissen zu lassen, dass ich dennoch bei ihnen bin. Wo immer ich mich befinde, werde ich sie von dort aus heilen, und ich bin glücklich, dass ich ihnen helfen kann. – Die besten Menschen, zu denen ich bisher kam, sind die „Bayern“, überhaupt die süddeutschen Menschen, die so tiefgläubig und aufgeschlossen sind.“
- Landrat: „Ich las, dass Sie fast jede Krankheit heilen können! Ist dies auch bei organischen Leiden möglich?“
- Gröning: „Herr Landrat! Es gibt keine Krankheit, die ich nicht heilen könnte. Ich habe bisher nur fünf Prozent meines Könnens unter Beweis gestellt. Krebs ist mir von allen Krankheiten bis heute noch übrig geblieben, aber auch diese Krankheit zu heilen, ist mir nunmehr möglich, es sei denn, das Organ ist schon zu stark von Krebs zerfressen. Ich weiß, dass es in Kürze Ärzte genug gibt, die sich bereit erklären, mit mir zusammenzuarbeiten!“
An diese Unterredung schließt sich später eine weitere mit zwei jungen Ärzten an, die Herrn Gröning in voller Anerkennung seiner einmaligen Heilfähigkeit ein komplettes Sanatorium am Tegernsee mit 45 Betten als Heilstätte anbieten. Die Verhandlungen hierüber werden fortgeführt.

Worte des Abschieds

Nun tritt Bruno Gröning, tausendfach umjubelt von einer riesigen Menschenmenge, die nach zuverlässiger Schätzung 8 000 bis 10 000 Personen umfasste, auf den nun schon „historischen“ Balkon, um noch einmal vor seiner Abfahrt zu seinen Heilungssuchenden zu sprechen:

„Ich habe Ihnen heute nicht mehr viel zu sagen. Gröning spricht am TraberhofEines aber muss ich Ihnen zu wissen geben, so leid es mir tut, dass ich Sie auf einige Tage verlassen muss, denn endlich ist das wahr geworden, was mein innigster Wunsch ist: Der Besitzer dieses Grundstückes (Herr Harwart) hat mir heute sein ganzes Gelände, sein ganzes Haus und alles, was dazu gehört, zur Verfügung gestellt, um hier die erste Heilstätte Deutschlands errichten zu lassen. Früher war dies ein Spielsaal (dabei wies er mit seinem Arm auf den Anbau), in dem Menschen gierig Geld rafften. Jetzt wird es umgekehrt. Nunmehr wird mit Gottes Hilfe dort die erste Heilstätte Deutschlands erstehen. Und so kommt jeder endlich in den Genuss, hier Heilung zu finden, wenn er nur gläubigen Herzens und mit Vertrauen zu mir kommt. Wenn ich auch für einige Tage fortgehe, so bin ich dennoch bei Ihnen und werde Sie fernheilen.
Denn, wo immer ich mich aufhalte, bin ich im Geiste bei Ihnen! Jedoch nur bei all denen, die den rechten Glauben in sich tragen.“ […]
Kurze Zeit später verlässt der große Tourenwagen den Traberhof. Nunmehr erst ist es mir möglich, mich um einige der auffallenden Heilungen zu kümmern:

Glückliche Menschen

Gegen Ende der Ansprache konnte ich schon vom Balkon aus beobachten, wie z. B. Frau Lachermeier, eine stadtbekannte Geschäftsfrau aus Rosenheim, Weinstr. 4, sich zitternd von ihrem Rollstuhl erhebt, in den sie jahrelang gebannt war. Zunächst noch mit Unterstützung, gleich darauf aber schon völlig frei und verhältnismäßig schnell geht sie auf und ab.
Wenige Meter abseits umringen die Menschen ein Auto, in das sich die Gastwirtsehefrau Thea Lederer, München, Feilitzstraße 23, erschöpft zurückzog, nachdem sie kurz nach der Ansprache Grönings einigen hundert Menschen um sie herum zeigt, dass sie selbstständig stehen kann, was ihr früher nur mit Hilfe anderer Personen möglich war. [...]

Noch während der Anwesenheit Grönings auf dem Balkon schreit vor Freuden die Mutter eines offenbar gelähmten Jungen auf: „Schaut’s her, mei Bua kann laufen!“ Die dicht gedrängte Menschenmenge bildet eine kleine Gasse, und der Junge läuft ohne fremde Hilfe vor den Augen der freudig erstaunten Menschen einige Male auf und ab. Die Mutter, die fest an eine Heilung oder an eine wesentliche Besserung des Jungen durch Grönings Heilkraft glaubte, war so erregt, dass es mir erst nach einer halben Stunde gelang, mit ihr über diese Angelegenheit zu sprechen. Der kleine Paul Wintermeier aus München-Freimann, Gonderhauserstr. 31, erkrankte mit 7 Monaten an Gehirnhautentzündung, war daraufhin 2 Jahre im Schwabinger Krankenhaus ohne wesentliche Besserung. Als Folgen blieben Gleichgewichtsstörungen und Nervenlähmung zurück. Später wiederholte der jetzt 8-jährige Junge, seine Silberkugel fest in der kleinen Hand haltend, im Garten der Gaststätte seine Gehversuche, während die Mutter von vielen neugierigen Gratulanten mit Fragen überschüttet wird.

Natürlich entspricht das Laufen nicht der normalen Gehart eines Kindes, doch ist nach Angabe der Mutter eine nie vorstellbare Besserung eingetreten. Der letzte behandelnde Arzt Dr. S. sagte wiederholt, es müsse ein Wunder geschehen, wenn ihr Sohn wieder gesund werden soll.

Wieder zwänge ich mich in einen Kreis von Neugierigen

und lasse mir von Frau Sophie Herzensfroh, München-Lochham, Paosostr. 81, erzählen, dass sie an einer sehr schmerzhaften Trockenflechte an beiden Unterarmen litt. Durch die Flechten konnte sie zum Teil die Finger nicht mehr bewegen. Jetzt führt sie mir demonstrativ vor, wie sie mit ihren geraden Fingern eine Zigarette in eleganter Manier halten kann. Die Schmerzen sind wie weggeblasen, außerdem fühlt sie sich wesentlich frischer und erleichtert wie nie zuvor.

Freudig erregt fasst mich Herr Hurnaus jun., Rosenheim, Frühlingstraße 30, am Rock und überzeugt mich persönlich davon, dass er auf dem linken Ohr, dessen Gehörnerv vor 9 Jahren durch Knalleinwirkung völlig abgetötet wurde, zu ca. 50 % wieder hört. H. sprach eine Minute nach der Pressekonferenz mit Gröning, wobei ihm dieser sagte: „So schnell geht das nicht, das braucht seine Zeit!“ […]

Frau M. K., München 38, litt an angeborener Hüftversteifung (links). Nach ihrem ersten Besuch am 27.8. war bereits etwas Besserung fühlbar, heute nun kann sie ihr linkes Bein bis zur Waagerechten hochhalten und sogar in die Hocke gehen. Das Band des linken Schuhs kann sie nun wieder selbst knüpfen. Sie kann seit vergangener Nacht erstmalig auf der linken Seite liegen.

Ich habe noch nie Kommunist sagen können“, spricht völlig einwandfrei und verständlich Frau S., „denn ich stotterte seit meinem 6. Lebensjahr und konnte kaum verstanden werden.“ [...]

Spät in der Nacht verlasse ich den Traberhof, der ab heute nach Grönings Worten als erste Heilstätte Deutschlands bezeichnet werden kann.

Über 30 000 Menschen warten

Auch die folgenden Tage bringen kaum eine wesentliche Minderung des auswärtigen Zustroms der Hilfesuchenden. Ganze Kolonnen von Autos und Omnibussen fahren vor. Viele von ihnen aus München, aber auch vom Rheinland, Westfalen und sogar aus Bremen. [...]Menschen scharen sich am Traberhof
Für Mittwoch schon war Gröning zurückerwartet, aber durch dringende Verhandlungen 2 Tage verhindert, zu seinen viel Tausenden Heilungssuchenden, die geduldig auf seine Rückkehr warteten, zu kommen.

In der Zwischenzeit aber, ganz besonders in den Abend- und Nachtstunden des Mittwoch und Donnerstags, gehen die Heilungen auf dem Platz, den Gröning für die Zeit seiner Abwesenheit als heilkräftig angesprochen hatte, weiter. Ich bemühe mich, überall die einzelnen Fälle und Daten festzuhalten, aber es gelingt mir nur zum Teil, weil viele der Geheilten sofort den Heimweg antreten. Von den wichtigsten Fällen, die ich aufzeichnete, will ich den wohl schwersten herausgreifen:

Alois F i l s aus Speck bei Kleinholzhausen wird plötzlich in der Menge unter dem Balkon von der Reaktion erfasst und verfällt in Schreikrämpfe, die mehrere Stunden anhalten. Wir bringen den Jungen nach oben ins Bett, doch der „Schock“ lässt nicht nach. Seine Mutter erzählt mir von seiner traurigen Jugend, dass er erst mit 2 Jahren das Laufen lernte, sprachbehindert und geistig zurückgeblieben sei, zwangsweise in eine Fürsorgeanstalt eingewiesen und von dort in schlechtestem Gesundheitszustand von der Mutter ebenso zwangsweise abgeholt wurde. Er wälzt sich in Schmerzen auf seinem Lager und erbricht fortgesetzt. Gröning, der zurzeit in Herford weilte und dieserhalb angerufen wurde, stellt telefonisch von Herford aus seine Ferndiagnose, ohne dass ihm irgendwelche Einzelheiten berichtet werden.
Kurze Zeit später lassen die Bauchschmerzen nach, das Erbrechen und Würgen hört mit einem Schlage auf, und gegen Morgen erhebt sich der Junge völlig frisch, und seine Mutter bestärkt uns in ihrem Glauben, dass nun ein neues, besseres Leben für ihren armen Alois beginne.

Wieder Laufen, Sprechen, Sehen können

Da erzählt mir Frau Jentschel aus Rosenheim, Am Stocket 9, dass ihr dreijähriger Bub, schwer rachitisch erkrankt, nun wieder völlig ohne Schmerzen und Hilfe laufen kann. –  [...]

Oder es zeigt uns Fräulein Eichinger, München, Clemensstraße 45, die seit 23 Jahren von Geburt auf durch Gehirnblutungen rechtsseitig gelähmt war und sich nur mühsam wegen eines steifen Knies mit dem Stock fortbewegen konnte, wie sie nun ohne Hilfe gehen, stehen und Treppen steigen kann.

Dort bringt uns unter Tränen eine Mutter ihren jetzt 16-jährigen Jungen, Gerhard Knoteck aus Schluifeld-Etterschlag, Post Wesslingen, der im Alter von 4 Wochen von der Kinderlähmung befallen wurde und seitdem geistig und körperlich stark zurückgeblieben ist. Sein früherer Schleudergang ist behoben, und er gibt auch klare Antworten. Während der Andacht befielen ihn plötzlich Heiß- und Kaltschauer, heftiges Kribbeln und ein Schwächeanfall, gleich darauf fühlte er sich gänzlich verändert.

Zwischendurch kann ich mir die Zeit durch ein Interview mit Herrn Wilhelm Weiland, geboren am 9.2.1913, jetzt wohnhaft in Ober-Schleichach bei Hassfurt verkürzen, der als fast Blinder schon in Herford geheilt wurde. Er erzählt mir, dass er von der Wehrmacht als D. U. (Dienst-untauglich) entlassen und ausgemustert wurde, da er belegmäßig nur mehr 1/25 seiner Sehkraft besaß, was einer Blindheit praktisch gleichkam. Ausgelöst wurde die Sehnervzerstörung durch Impfung gegen Paratyphus (6. 6. 41), wobei die Erblindung schlagartig eintrat. Jedes ärztliche Gutachten war negativ. Am 15. Juni dieses Jahres, morgens 2.45 Uhr, setzte die Reaktion nun anlässlich einer Massenheilung vor der Villa Hülsmann in Herford ein. Plötzlich traten ziehende und brennende Schmerzen in den Augen und deren Umgebung auf, gleich danach konnte er feststellen, dass er die für ihn bisher unkenntlichen Gegenstände trotz Dunkelheit erkennen konnte. Die nun eingeleitete Heilung war bis heute von Bestand und macht weitere Fortschritte. [...]

Ein neuer Tag voller Hoffnungen

Auch der Donnerstag brachte mehr als zehntausend Menschen zu Fuß, mit der Bahn und in etwa 2 000 Kraftwagen zum Traberhof. Wieder müssen die Menschen einen weiteren Tag und eine Nacht vergeblich warten. Langsam verblasst das blaue Neonlicht des Pferdekopfes am Dachgiebel im fahlen Morgenlicht, und ein neuer Tag voller Hoffnungen beginnt heraufzudämmern, der Tag, an dem endlich Gröning nach vielen Irrfahrten und Intrigen unter uns treten soll, Hilfe und Heilung zu bringen, aber auch endlich Klarheit in die ständig widersprechenden Zeitungsmeldungen von seiner geplanten Amerikareise.

Und nun stehe ich auf dem Balkon des Traberhofes mit gleich großer Spannung und Erwartung wie die Zehntausende unter mir, die zum Teil schon 2 bis 3 Tage und Nächte auf das Eintreffen des großen Heilspenders – bisher mit einer wahren Engelsgeduld – warten. Schon wird Grönings Abfahrt aus München gemeldet. Ich zähle an 60 Glieder in der Tiefe, dicht gedrängt und kann mit Leichtigkeit ausrechnen, dass mindestens 15 000 bis 20 000 Menschen diesen „summenden Bienenschwarm“ bilden. Bis weit nach hinten an den Waldrand stehen, sitzen und liegen die Kranken auf den Weideflächen. Am Rande des Platzes sind seit Tagen 6 Zelte des Bayerischen Roten Kreuzes errichtet, die aber hauptsächlich nur nachts Verwendung finden, denn niemand möchte untertags auch nur eine Minute auf dem Platz fehlen. [...]

Wieder erreicht uns ein Anruf Grönings aus München, dass er ständig von Tausenden von Menschen belagert sei und den Weg aus der Stadt nicht finden könne. Fortgesetzt verzögert sich seine Ankunft um eine weitere Stunde. Viele werden ungeduldig und sind nur schwer zu beruhigen. Nur den wirklichen Kranken, die seit Jahr und Tag an ihr Siechenlager gefesselt sind, vermögen auch diese langen Stunden nichts anzuhaben.

Gröning trifft ein

Plötzlich kommt Bewegung in die Menge. Viele erheben sich, alle winken. Es ist fast dasselbe Bild wie vor 7 Tagen, als Gröning nach Bremen fuhr. Sie können kaum erkennen, ob es der richtige Wagen ist, aber sie fühlen es, dass die Kolonne den Mann bringt, um den Zehntausende hier sorgenden Herzens bangten. Bruno Gröning trifft einPunkt 16 Uhr trifft im offenen Wagen stehend, von Landpolizisten flankiert, der „Messias“ von Herford, zehntausendfach von der Menge umjubelt, auf dem Traberhof ein. Trotz allem begreiflichen Ansturm verhält sich die Menge sehr diszipliniert. Die Filmoperateure der Rolf-Engler-Produktion kurbeln von allen Seiten den Empfang, und der Rundfunk-Reporter hält diese einzigartigen Minuten auf dem Tonband fest. Jetzt bricht sich die Volksseele mit all der aufgespeicherten Hoffnung auf Heilung mit elementarer Gewalt Bahn, und erschüttert kommen aus den Herzen dieser armen Menschen Bitte und Dank zugleich. Nur mühsam kann sich Gröning den Weg in die oberen Räume bahnen.

Und dann stehe ich vor ihm. Nach fünf Tagen kann ich ihm wieder die Hand drücken, wieder bin ich zutiefst beeindruckt von dem Blick aus seinen klaren Augen. [...]
Ich bin dankbar für diese Stunde, diesen einfachen bescheidenen Mann zu sehen.

Gröning spricht

Jetzt endlich tritt Bruno Gröning ans Mikrofon, während die Großaufnahmen laufen, die Pressereporter knipsen und weit über 30 000 Augenpaare fasziniert an der Gestalt des großen Heilbringers hängen:
„Meine lieben Heilungssuchenden! Als ich vor drei Wochen dieses Grundstück betrat, wohin mich ein wahrer Menschenfreund – Euch allen zum Heil – einlud, stand ich als Erster auf diesem Balkon und sah mir das Gelände an. Damals schon hatte ich tatsächlich dasselbe Bild vor Augen, wie ich es jetzt vor mir sehe.
Ich will nicht von meinem Kampf sprechen, denn es ist selbstverständlich, dass ich mich durchsetzen will und muss. Ich habe keine ruhige Stunde in meinem Leben gehabt und ich verzichte auch in meinem weiteren Leben auf solche. Ich bin nun eben einmal da und fühle mich verpflichtet, mein Leben dafür einzusetzen, dass Sie gesund ihr Leben lang bleiben!

Ich bin heute 43 Jahre alt. Mein ganzes Leben besteht jetzt nur mehr daraus, Menschen zu helfen und diese zu heilen. Diese göttliche Kraft wurde mir sozusagen schon in die Wiege gelegt. Ich habe schon als kleiner Knabe nichts unversucht gelassen, diesen Dingen nachzuforschen, Menschen und Tieren zu helfen. Denn alles, was der Herrgott auf dieser Welt geschaffen hat, gehört zueinander! Jeder hat seine Lebensberechtigung, so auch Sie! Ich habe Ihnen schon zu wissen gegeben, dass ich mich verpflichtet fühle, alle Menschen gesund zu machen. Mein Leitsatz heißt:

Blinde sehen, Taube hören, Lahme gehen!

[...] Sie können nichts dafür, einer wie der andere, dass sie steife Glieder haben, sich nicht rühren können oder nichts hören und sehen von dieser Welt. Ich habe Tag und Nacht Menschen das neue, das gesunde Leben wiedergegeben. Es macht mir gar nichts aus, wenn Menschen jahrelang blind, lahm oder taub waren. Ich sage krank waren! Denn nun werden sie gesund! […]

Jedem Menschen kann geholfen werden, ganz gleich welcher Partei oder Religion er angehört. Auch Kommunisten glauben an einen Herrgott, ich weiß das! Wollen wir keinen Menschen verachten, wollen wir vielmehr die Bruder- und Schwesterliebe in uns aufnehmen, wollen wir [...] den Weg zu Gott wieder gehen!

[…] Und jetzt kann ich Ihnen mitteilen, dass die Bayerische Regierung als solche mir keinen Stein in den Weg gelegt, sondern diesen Stein vielmehr weggeräumt hat. (Lang anhaltender Beifall!) Darauf können Sie alle stolz sein, dass es in Ihrem Lande doch noch einsichtsvolle Menschen gibt, die Gott anerkennen!
Überall aber gibt es Menschen, die sich nur wohl fühlen, wenn sie Geschäfte machen können. Je kränker das Volk, desto besser leben diese. Man hat in Westfalen versucht, mich zu einer Prüfung in einem Krankenhaus zu zwingen. Ja, einer dieser Professoren sagte wörtlich: ,Sobald Gröning hier aufkreuzt, schießen wir ihn ab.’ (Pfui!) Ich aber scheue keinen Menschen!

Wie hier, so überall warten Menschen in der ganzen Welt, damit ihnen geholfen wird, und deshalb stehe ich hier. Die erste Heilstätte Deutschlands wird hier auf diesem Grundstück entstehen, das mir Herr Harwart kostenlos zur Verfügung gestellt hat.Gröning am Mikrofon Er ist der Erste in Bayern, der mir uneigennützig sagte: ,Über alles, was Sie hier sehen, können Sie verfügen!’ Und ich danke hiermit vor allem Herrn Harwart für seine Großzügigkeit, für sein Entgegenkommen im Namen aller Kranken.

Leider hat mich auch die Presse sehr oft missverstanden und über mich und meine Arbeit schmutzige Artikel geschrieben. Sie hat damit nur den Kranken geschadet, denen sie dadurch den Glauben an die Heilung nahm.

Der Willkommenstrunk meines Gastgebers wurde von einem gewissenlosen Reporter in einem Artikel mit der Überschrift ausgenützt ,Gröning in der Nachtbar.’“
Auf den Zwischenruf: „Wann kommen Sie zu uns nach Österreich?“ – fährt Gröning fort: „Ich beabsichtige hier, speziell in diesem schönen, gläubigen Bayern, Heilstätten zu errichten. Und zwar sollen diese Heilstätten nicht aussehen wie die üblichen Krankenhäuser, sondern meist soll es so sein, dass Kranke vorne hereingehen und hinten gesund herausgehen. [...]

Tausende wurden geheilt

Als ich mich vor sieben Tagen von Ihnen verabschiedete, gab ich Ihnen zu wissen, dass in meiner Abwesenheit viele Kranke gesund werden, und zwar habe ich einige Mitarbeiter gebeten, diese Heilungen zu fördern. Meine Kraft ist nicht übertragbar, aber in meinem Auftrag können Menschen helfen an der Gesundheit anderer. Es ist nicht immer notwendig, dass ich anwesend bin, dass ich den Kranken vor Augen habe. Nein, notwendig ist, dass der kranke Mensch das Vertrauen zu mir hat und den Glauben an unseren Herrgott. Und so haben nachweisbar viele, viele Menschen während meiner Abwesenheit hier und anderswo Hilfe und Heilung empfangen. […]

Über alle Geschehnisse der letzten Tage wird Sie Presse, Rundfunk und Film aufklären. Es sind Menschen zu mir gekommen, die nur meine Stimme einige Minuten lang am Rundfunk hörten und schon völlig und ganz gesund wurden. Wie viele, glauben Sie, dass allein schon vor ihrem Bittbrief, den sie gläubigen Herzens an mich schrieben, gesundeten oder nur davon, dass sie ehrliche, gute Presseberichte lasen oder mit anderen Geheilten beisammen waren.

Jeder will sehen, jeder will hören, jeder will gehen! Der eine früher, der andere später. Es ist nicht notwendig, dass jeder mir sein Leid aufzählt, ich bin in der Lage, wenn einer den Weg zu mir gefunden hat, ohne dass er mir erzählt, wer er ist, wo er wohnt und woran er leidet, ihm genau zu sagen, wie alles mit ihm und seiner Krankheit zusammenhängt, sein ganzes Leben bis zur Stunde – und er ist ab dieser Stunde, ab dieser Minute gesund. Auch wurde mir von vielen Ärzten bestätigt, dass ich ihnen eine genaue Diagnose für ihre schwersten Fälle und Heilung auf die Minute genau gab. […]

Und so wünsche ich Ihnen allen die beste Genesung – im Namen Gottes!

Auch heute hebt wieder die überwiegende Mehrheit den Arm auf die Frage Grönings, wer Schmerzen hat. Nach kurzer Pause jedoch meldet sich nur mehr ein Bruchteil, der noch Schmerzen verspürt. Und wieder spricht Gröning:

„Sie brauchen kein Misstrauen zu haben, wenn hier Blinde, Taube und Gelähmte sind, deren Heilung nicht sofort geschieht. Sie müssen sich zuerst freimachen von ihrer Krankheit. Es ist nichts Neues, wenn Menschen 50 und mehr Jahre blind, lahm oder taub waren und nun früher oder später wieder sehen, gehen oder hören können!“

Nach diesen Worten konzentriert er sich scharf auf die Menge und wohl auch auf einzelne Fälle, bei denen bereits die Reaktion beginnt. Da drängt sich eine Frau von ganz hinten nach vorne: „Tausend Dank, Herr Gröning, mein rechter Arm war vollkommen gelähmt, meine Finger steif. Jetzt kann ich ihn wieder biegen und meine Finger bewegen!„Nicht mir sind Sie zu Dank verpflichtet – danken Sie alle unserem Herrgott!“ [...]

Jetzt dringt ein Ruf zu uns herauf: „Sie geht – sie geht!“ Es ist Frau Maria Seibert,
Wesslingen bei München, die seit zwei Jahren gelähmt und nun vor aller Augen ihre ersten Schritte wieder machen kann.

Dort hält einer seine Krücken hoch und wirft sie lachend weg, denn Herr Hubert Huber aus Egers Post Inzell braucht sie nun nicht mehr.

Freudestrahlend hebt ein Vater sein blindes Töchterchen hoch:

„Herr Gröning, mein Kind sieht wieder!“

Seit sieben Jahren ist die kleine Lydia St. aus Bamberg schon in der Blindenschule.

Jetzt zieht sogar Herr Josef Stammer aus Hohenlinden vor allen Menschen sein Stützkorsett aus, das er wegen einer Rückenmarklähmung tragen musste.

Dort zeigt sich bei dem Kriegsblinden Anton Weber schon wieder ein Lichtempfinden, hier kann die schwerhörige Maria Rottmann aus München, Occamstraße, wieder alles verstehen, während Herr Ludwig Peruzzi aus München 42, Aindorferstraße 91, mit progressiver Tbc sich ohne Schmerzen fühlt. [...]

Als ich etwas später zu Herrn Gröning sagte, mindestens 30 Personen meldeten sich als geheilt, erwiderte er mir lachend:
„Wie viele? – Tausende wurden heute geheilt! Sie wissen oder fühlen es nur noch nicht gleich!“

Zwischen zwei Ferngesprächen nach Kassel zum Zwecke einer Fernheilung in höchster Lebensgefahr, kann endlich auch der Landrat des Kreises Miesbach in später Nachtstunde seine Einladung an Gröning, auch in seinen Landkreis zu kommen, vortragen. Herr Gröning verspricht ihm, die ihm angebotenen zwei Häuser im Tegernseer und Schlierseer Tal im Laufe der nächsten Woche zu besichtigen.

Der folgende Samstagvormittag bringt in Anwesenheit des Landtagspräsidenten, des Polizeipräsidenten und des Landrats von Rosenheim im Traberhof die notwendige Klärung der unhaltbaren Zustände, die durch den Massenansturm Zehntausender hervorgerufen wurde. Es ist nach wie vor Grönings Wunsch, dass durch klinische Untersuchungen vor und nach der Heilung wirkliche Heilerfolge rein wissenschaftlich festgestellt werden können. [...]Gröning wird gefilmt

Bruno Gröning wies noch auf die unmittelbar bevorstehende Fertigstellung des Engler-Dokumentar-Filmes hin, der allen Gläubigen Stärkung, die Skeptiker aber zur Überzeugung bringen werde.


- Soweit Zitate aus dem Buch mit dem Titel: "...ich heile weiter, sagt Gröning", erschienen in Rosenheim 1949: Zeitungs-Blitz, Hans Bentzinger. -


Damalige Pressemeldungen und aktueller Kommentar zum Dokumentarfilm „Gröning“

Uraufführung am 20. Oktober 1949 in München, über 50 Kopien

„Der Spiegel” vom 15.09.1949: Bruno Gröning nun auch im Film – abendfüllend. Der von der Produktion Rolf-Engler-Film München hergestellte Dokumentarfilm um Bruno Gröning erscheint im Verleih der Herzog-Film. Er enthält authentische Aufnahmen aus Grönings Leben, über seine Heilmethode und Aufsehen erregenden Heilerfolge und wird als abendfüllender Dokumentarfilm Anfang Oktober erscheinen.

„Der neue Film, Wiesbaden” vom 10.10.1949:
Die „Freiwillige Selbstkontrolle” hat den Dokumentarfilm der Rolf Engler-Produktion im Herzog-Filmverleih um den Naturarzt Bruno Gröning ohne jede Einschränkung freigegeben. Die Uraufführung findet am 20. Oktober in München statt.

„Offenbacher Post” vom 22.10.1949:
Störung der Öffentlichen Ordnung befürchtet
Ärzte-Protest gegen Gröning-Film

München. – Der Gröning-Film der Engler-Produktion hat einen Protest der Ärzte und der Gesundheitsabteilung des Innenministeriums ausgelöst. In drei Theatern fand gestern die Uraufführung statt. […]
In den nächsten Tagen sollen weitere 50 Kopien in den größeren Städten der Westzone gezeigt werden. Gegen die Vorführung des Films wurde zunächst in einem Protest-Telegramm Einspruch erhoben mit der Begründung, bei der psychologischen Lage des Volkes seien nach den bisherigen Erfahrungen in Bayern von einem jeden Gröning-Film gegenwärtig schwere gesundheitliche Schäden und Störungen der öffentlichen Ordnung zu befürchten.


Aktueller Kommentar dazu:

Weshalb erhoben Ärzte und Gesundheitsabteilung gegen diesen Film so vehement Einspruch, der ohne Einschränkung freigegeben war? Auch deren Begründung steht im krassen Widerspruch zu Erfahrungen mit der Lehre Bruno Grönings, und wieso befürchten Ärzte Störungen der öffentlichen Ordnung? Welcher Zweck steckte wirklich dahinter? Tatsache ist jedenfalls, dass dieser Dokumentarfilm kurze Zeit später verschwand und bis heute der Öffentlichkeit zur Ansicht vorenthalten wird.

Inzwischen gibt es neue Dokumentarfilme über Bruno Gröning, seine Lehre und seinen Freundeskreis.


Dann begann sich das Blatt zu wenden

Was in Herford von den oppositionellen Ärzten ausgegangen war, zog jedoch immer weitere Kreise. Insbesondere durch den Leiter der Gesundheitsabteilung im bayerischen Innenministerium wurde die positive Haltung der bayerischen Regierung systematisch untergraben.

- Mehr Informationen dazu: siehe vorne in den Details zu „Widerstände gegen das Heilungsgeschehen auch in Bayern” -

Zusätzlich kamen auch die Geschäftemacher und Trittbrettfahrer. Journalisten, auf der Suche nach Schlagzeilen, produzierten über Bruno Gröning unsachliche Sensationsmeldungen, um die Auflagen ihrer Blätter zu steigern. [91]


Erläuterungen und Quellen

Abkürzungen: a.a.O. (am angegebenen Ort) = die oben schon angeführte Fundstelle; ebd. (ebenda) = selbe Fundstelle wie direkt zuvor

[90] Pressekonferenz des Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Ehard am 05.09.1949 (Die Abendzeitung, München, 06.09.1949, Münchner Merkur, 07.09.1949) und
Bekanntgabe des Staatssekretärs des Bayerischen Innenministeriums Dr. Schwalber an Presse und Rundfunk am 06.09.1949 (Bekanntmachungstext des Bayerischen Innenministeriums in: Bay HStA MInn vorl. Nr. 111 597/01, Blatt 53); siehe auch Kapitel „Biografie Bruno Grönings“, Heilungen in Rosenheim

[91] Während Bruno Grönings Wirken in Rosenheim am Traberhof  (20. August – 17. Oktober 1949)
unterstützte der ganz  überwiegende Teil der Presse Bruno Gröning:
Die Abendzeitung, München, durchgängig vom 20.08. bis 29.12.1949; Münchner Allgemeine 28.08., 04.09., 11.9.1949; Münchner Merkur 02.09., 09.09., 14.09., 22.09.1949; Oberbayerisches Volksblatt 30.08., 03.09., 10.09.1949; Passauer Neue Presse 10.09.1949; Altbayerische Heimatpost 03.07., 17.07.1949; Echo der Woche 09.09.1949; Hochlandbote Garmisch-Partenkirchen, Schongau, Tölz, Weilheim 20.09., 08.10.1949; Münchener Stadtanzeiger 02.09.1949; Revue 11.09. und 02.11.1949.

Von den Extrablättern (Flugblättern): Michael Graf Soltikow, 2-seitiges Extrablatt „Gröning geht nach Amerika“ 05.09.1949; Hans Bentzinger, Zeitungsblitz Rosenheim, Sonderausgaben: 2-seitige „Sonderausgabe über Grönings Erfolge“ von Anfang September 1949; 2-seitige „Zweite Sonderausgabe über Grönings Erfolge“, zweite Septemberwoche 1949; 2-seitige „Dritte Sonderausgabe über Grönings Erfolge“, Anfang Oktober 1949; 2-seitige „Vierte Sonderausgabe über Gröning im Film“, Oktober 1949; Joachim Slawik (verantwortlich), 2-seitiger „Der Gröning-Ruf“, Offizielles Organ aller Gröning-Heilstätten Deutschlands, dritte Septemberwoche 1949; Otto Bauer (Hrg.), Gröning-Kurier“ 10.09.1949, Rosenheim; Pressestelle Bruno Gröning (Hrsg.), 8-seitiges Extrablatt „Hier spricht Gröning“ 09.09.1949.

Unsachliche und diffamierende Artikel waren: Werner  Schoknecht (Hrsg.), 2-seitiges Flugblatt „Grönings Größenwahn - Ein Wort an die Nichtgeheilten“ 16.09.1949 mit einem Leitartikel des Präsidenten der bayerischen Landesärztekammer Dr. Weiler; Egon Jameson „Wer heilt den Wunderdoktor Bruno Gröning?“, Die Neue Zeitung 16.09.1949; Dr. med. W. Schraml, Münchner Merkur 19.09.1949; Otto Bauer, 2-seitiges Flugblatt „Lourdes und Traberhof“  20.09.1949; Münchner katholische Kirchenzeitung 25.09. und 30.09.1949; Michael Graf Soltikow, 4-seitiges Flugblatt „Gröning entlarvt“ 26.09.1949; Glaube und Lehre, Organ der Diözese Mainz, in: Allgemeine Zeitung, Mainz 12.10.1949.

Diese abwertenden Artikel waren unter sachlichen Gesichtspunkten im wesentlichen dadurch gekennzeichnet, dass sie unter Leugnung der Realität die zahllosen Heilungen durch Bruno Gröning verneinten bzw. behaupteten, einzelne Heilungen an seelisch bedingten organischen Kranken seien durch Massensuggestion geschehen.
Neben diesen Gesichtspunkten wurde jedoch Bruno Gröning in einigen dieser Artikel in beispielloser Weise diffamiert und verleumdet, offenbar mit der Absicht, seinen ausgezeichneten Ruf insbesondere bei der Bevölkerung zu zersetzen und zunichte zu machen. So warfen ihm Dr. Weiler und Schraml ein leichtfertiges bzw. frevlerisches Spiel mit der Gesundheit vor, die katholische Kirche behauptete, seine Bezugnahme auf Gott bei den Heilvorgängen sei frevlerisch.

Ein Journalist namens Graf Soltikow war aufgetaucht und strebte eine ausführliche Berichterstattung über Gröning an. Er stellte Gröning vor die Wahl, positiv oder negativ über ihn zu berichten. Material hätte er für jeden Fall reichlich gesammelt.

50.000 DM verlangt er von Gröning, wenn er von der negativen Berichterstattung Abstand nehmen sollte (Bruno Gröning in seiner Stellungnahme an seinen Rechtsanwalt Dr. Reuss vom 12.4.1951).
Gröning weigerte sich.
Da machte Soltikow seine Drohung wahr. Er schreckte nun vor keinen Lügen zurück. In seinem 4-seitigen Flugblatt „Gröning entlarvt“ warf er Bruno Gröning Scharlatanerie und unter Bezug auf E. A. Schmidt schlimmste Vergehen vor. Bruno Grönings Rechtsanwalt Dr. Roedel erstattete unverzüglich nach Erscheinen des Extrablattes Strafanzeige gegen Soltikow und Schmidt wegen Verleumdung und zusätzlich gegen Schmidt wegen falscher Versicherung an Eides Statt. Soltikow hatte mit seinen „Enthüllungen“ als kurzzeitiger Mitarbeiter Grönings sein Ziel erreicht, durch Gröning auf geeignete Weise Geld zu verdienen. Durch die sensationell aufgemachten Anschuldigungen mit dem Extrablatt hätte er in einer Auflage von z. B. 100.000 Exemplaren einen Verkaufserlös von 20.000 DM (im Jahre 2014 mindestens 40.000 € Gegenwert) gehabt.