Wissenschaftler kommen zu Wort
Ich gebe Ihnen bekannt, dass viele Ärzte sich bereit erklärt haben, an diesem großen, göttlichen Werk mitzuarbeiten.
Ich gebe Ihnen bekannt, dass viele Ärzte sich bereit erklärt haben, an diesem großen, göttlichen Werk mitzuarbeiten. Bruno Gröning
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Wie Ärzte reagieren

Aufgeschlossene Ärzte

Zahlreiche Ärzte überzeugten sich vor Ort von diesem Geschehen und erlebten an sich selbst sowie an ihren Familienangehörigen und Patienten Heilungen. Sie waren tief beeindruckt von dem, was Bruno Gröning bewirken konnte, da es die medizinischen Möglichkeiten und ihre ärztliche Kunst weit überstieg. Viele von ihnen erklärten gegenüber Bruno Gröning offen und ehrlich ihre Hochachtung und Anerkennung. [5]

Zeitzeuge E. A. Schmidt schreibt:
In erstaunlicher Zahl häufen sich die Briefe von Ärzten, die ihre Unzulänglichkeit und damit die Grenzen der Schulmedizin schlechthin zugeben, die sich entweder ganz allgemein zu einer Zusammenarbeit bereit erklären oder die sogar selbst Hilfe suchen.“


Zitate aus einigen solcher Schreiben:

Dr. med. H. J. aus E.:
Aufgrund meiner 30-jährigen Praxis – darunter 20 Jahre in Breslau als biologischer Arzt – ist es mir schon lange klar, dass die medizinische Wissenschaft den großen Fehler macht, zwar den Körper zu behandeln, aber dabei die Seele zu vernachlässigen. Ich weiß auch bestimmt, dass nur einzelne Menschen die Gottesgabe haben, diese Seelenbehandlung richtig und damit erfolgreich auszuführen.

Dr. med. J. W. aus G.:
Als Arzt und auch als Mensch habe ich […] meine Gesundheit der leidenden Menschheit geopfert. Leider konnte mir bis heute kein Mensch in befriedigender Weise helfen. […] Ich bin der festen Überzeugung, dass Herr Gröning mir helfen, dass er mich heilen kann …

Ein praktischer Arzt:
Tief beeindruckt von den Nachrichten, die ich über Ihre Heilungen erfuhr, möchte ich Sie bitten, auch mir zu helfen, da ich an Ihre Sendung glaube.“

Ärzte und Professoren kommen zu Bruno Gröning

Schmidt schreibt weiter: „Ununterbrochen erscheinen Ärzte und Professoren selbst in Herford, führen stundenlange Gespräche mit Bruno Gröning und seinen Mitarbeitern, überzeugen sich von den Heilerfolgen und erklären sich begeistert zur Mitarbeit und Hilfestellung für ihn bereit. Ihr Kreis ist schon größer, als die amtlich bestellten Vertreter der Medizinalbürokratie es sich wohl träumen lassen.

Ein Arzt aus Lengerich sagt: „Gröning ist mir wissenschaftlich nicht zu erklären. Er hat irgendwelche magnetischen Kräfte, die er anderen Menschen übertragen kann. Ich glaube an ihn.

Ein Arzt, der die Heilung seiner drei mitgebrachten Patienten erlebte: „Herr Gröning, ich stehe Ihnen ganz zur Verfügung, ich bekenne mich zu Ihnen!
 


Ärzte mit kritischer Haltung

Diese positive Einstellung der Ärzteschaft war jedoch nicht überall zu finden. Manche Ärzte stellten die Heilungen in Abrede, lehnten Bruno Grönings Wirken ab oder gerieten sogar in Wut über dieses Geschehen. Mit welcher Motivation taten sie das?

Herr Kansteiner berichtet

„Mein Vater ist bzw. war Arzt, und unter meinen ganzen Freunden und Bekannten in der Nachbarschaft waren sehr viele Ärztesöhne, und da wurde zu Hause heftig diskutiert über den Scharlatan. Ganz klar, Schulmedizin gegen Wunderheiler, das kann nicht gut gehen. Und ich bin ja auch oft mit ihm zusammen auf den Wilhelmsplatz gegangen. Man traf dort sehr viele Ärzte, die das also beobachteten und natürlich kopfschüttelnd, eben mit einem gewissen Unverständnis und vielleicht auch mit ein bisschen Konkurrenzneid zur Kenntnis nahmen. Also wir trafen sehr, sehr viele Söhne – eben meine Kumpels – mit ihren Vätern. Es waren viele Ärzte dabei, und die diskutierten auch, aber absolut ablehnend. Da war also auch nicht so ein Fünkchen Verständnis dabei.“


Die damals von den Ärzten als unheilbar bezeichnete Zeitzeugin G. Knollmann konnte überhaupt nicht mehr gerade und ohne Stützhilfe gehen (was auf einen Bandscheiben­vorfall zurückzuführen war). Sie hatte über ein Jahr sich ständig verschlimmernde  Schmerzen. Bei ihrer ersten Begegnung mit Bruno Gröning wurde sie spontan wieder gesund. In einem Interview 1995 berichtete sie:
„Wir hatten zunächst das Pech, dass hier in der Nachbarschaft sehr viele Ärzte wohnen, die wir natürlich alle gut kannten, die auch meinen Zustand kannten. Sie sahen mich ja herumhumpeln. Und die haben [nach meiner Heilung] ausnahmslos gesagt: ‚Das ist ja wohl dummes Zeug, das verstehen wir überhaupt nicht. Das ist doch eine ganz intelligente, gebildete Frau, wie kann die auf so einen Hokuspokus hereinfallen!’“

Frau Knollmann erlebte spontane Heilung

Auch der Chefarzt der renommierten „Von Bodelschwing'schen Anstalten“ in Bethel, Prof. Jaspersen, hatte ihr zuvor nicht mehr helfen können und äußerte sich dann vor dem medizinischen Klinikpersonal erbost, dass ein ungebildeter „Wunderheiler“ es konnte.

Weiter berichtete Frau Knollmann:
„In unserer Nachbarschaft, auch in unserer Familie, durften wir darüber nicht mehr sprechen. Mein Bruder war auch wieder Pastor. Dem gegenüber durfte ich das nicht erwähnen, der hielt das Ganze für Teufelszeug.“

Sie wurde 90 Jahre alt und bekam bis dahin die Beschwerden nie wieder.


Verleger H. Kindler (in seinem Verlag erschien die „Revue“ mit der Berichterstattung über Bruno Gröning in mehreren Ausgaben und die Enzyklopädie „Psychologie des 20. Jahrhunderts“) äußerte 1995 in einem Interview:

Herr Kindler, Verleger

„Ich glaube, mit dem Dünkel einer Gruppe von Ärzten – die aufgrund ihrer akademischen und schulischen Ausbildung glauben, sie wüssten alles besser, jedenfalls auf dem Gebiet der menschlichen Krankheiten – waren natürlich fassungslos, dass hier ein Mensch eigentlich ohne sein eigenes Zutun so bestürmt wurde; dass er nicht fünf Patienten hatte und nicht 20 und nicht 50 und nicht 100, sondern dass Tausende von Patienten auf diesen Mann einströmten. Das ist ja für einen Arzt schwer zu begreifen – es ist ja auch wirklich schwer zu begreifen, und für die besonders. Ich glaube auch, dass diese Ärzte gesagt haben: ,Also, das ist ja doch alles nicht zu glauben, das müssten wir ja schließlich besser können als er'.“[6]


Ein namhafter Psychiater, Leiter einer großen deutschen Heilanstalt, schob Grönings Erfolge auf Suggestion, wodurch bekanntermaßen psychogene, aber nicht organische Krankheiten geheilt werden könnten. Die Symptome solch hysterischer Reaktionen würden nur zeitweise beseitigt. [7]

Ein Arzt sagt dem Reporter von „Die Zeit“: „Er heilt nur Krankheiten, die psychisch bedingt sind. Das können wir auch. Er hat zwar eine größere suggestive Kraft. Aber wirklich überlegen wäre er uns nur, wenn er zusätzlich auch noch – Medizin studiert hätte.“ [8]

Dr. P. Lambrecht schrieb in einem Brief an den
Oberstadtdirektor von Herford:

„Es ist nicht verwunderlich, dass die Ärzteschaft gegen ein Phänomen Sturm läuft. Es geht manches über den Horizont exakter Wissenschaftler hinaus. Das war zu allen Zeiten so und in der jüngstvergangenen erst recht: Denken Sie bitte an Robert Koch, an Behring, an Schleich, an Röntgen. Wie lief da die gesamte Ärzteschaft an und blamierte sich wie je! Wäre Christus heute da, so würde man ihm sein Handeln ebenso verbieten wie vor 2000 Jahren. Man würde von ihm verlangen, seine Befähigung als Heilpraktiker unter Beweis zu stellen! Die Ärzte sind alle dieselben geblieben und haben nichts gelernt. […] Es ist nur wieder der Konkurrenzneid.” [9]


Bruno Gröning bemüht sich um Verständnis bei den Behörden

In dieser Zeit bemühte sich Bruno Gröning mehrfach bei den Behörden um klärende Gespräche, um Verständnis für sein Wirken und darum, den Zustrom der vielen Hilfesuchenden in geordnete Bahnen zu lenken. Diese Bemühungen blieben jedoch erfolglos. [10]


Die Behörden schalten sich ein

Die Behörden schalteten sich ein, allen voran das Gesundheitsamt. Medizinalrat Dr. Siebert, Leiter dieses Amts in Herford, bat Bruno Gröning und Helmut Hülsmann am 27. April zu einer Besprechung. Siebert erklärte, „er habe Grönings Tätigkeit stillschweigend geduldet, müsse aber wegen der großen Zahl der Kranken und seiner Verantwortung für das öffentliche Gesundheitswesen eingreifen.“ Siebert lehnte Bruno Grönings Aufforderung, sich persönlich an der Wirkungsstätte von seinen Methoden und Erfolgen zu überzeugen, mit der Begründung ab, „er könne sich nicht bloßstellen“. [11]

Falschmeldungen in der Presse veröffentlicht

In den folgenden Tagen kam es zu dreimaligen Besprechungen zwischen Hülsmann, Siebert und dem Herforder Kriminalinspektor Auer, der sich objektiv verhielt, jedoch ohne konkrete Lösungen. Am 30. April hielt Bruno Gröning im Hause Hülsmann eine Art Pressekonferenz ab. Angst der Behörden vor der Störung der öffentlichen Ordnung durch den Massenandrang der Kranken, Misstrauen oder offene Ablehnung einiger Ärzte und Unsachlichkeit der Bericht­erstat­tung standen im Vordergrund der Gespräche. Die „Revue“ schrieb: „Die Presse hat sich inzwischen des Falles Gröning bemächtigt, ihn sensationell aufgemacht und zahlreiche Falschmeldungen und Entstellungen des Falles veröffentlicht. Zu dieser Konferenz erscheint der Oberstadtdirektor von Herford, Meister, zusammen mit dem Superintendenten Kunst. [12] Gröning berichtigt Falschmeldungen.“ [11]

Anstatt Unterstützung für die Hilfe suchenden Kranken zu ermöglichen,

drängte eine kleine Gruppe von einflussreichen Ärzten aus der regionalen Medizinalverwaltung darauf, Bruno Gröning sein Wirken zu verbieten.


Erläuterungen und Quellen

Abkürzungen: a.a.O. (am angegebenen Ort) = die oben schon angeführte Fundstelle; ebd. (ebenda) = selbe Fundstelle wie direkt zuvor

[5] a) Schmidt, E. A.: Die Wunderheilungen des Bruno Gröning, Berlin: Falken-Verlag 1949, S. 100-104; Nachdruck 2007 Wegberg: Grete-Häusler-Verlag, S. 111-116; b) Münchner Merkur, 24.06.1949

[6] Filmausschnitte aus dem Dokumentarfilm: „Das Phänomen Bruno Gröning – Auf den Spuren des Wunderheilers“, 2003, Mönchengladbach: Grete Häusler GmbH - Verlag

[7] Freie Presse, 28.05.1949

[8] Die Zeit, 26.05.1949

[9] Kommunalarchiv Herford, Signatur 32/7

[10] u. a. Schmidt, E. A.: Die Wunderheilungen des Bruno Gröning, Berlin: Falken-Verlag 1949, S. 112 (Nachdruck 2007 Wegberg: Grete-Häusler-Verlag, S. 123): „Gröning hat vor dem Verbot den zuständigen Leiter der städtischen Gesundheitsbe­hörde dreimal persönlich gebeten, sich doch für seine Arbeit zu interessieren. Er hat zum Ausdruck gebracht, dass ihm daran läge, in enger Verbindung mit den Gesundheitsbehörden zum Wohle der Allgemeinheit zu wirken. Weder diesem Vorschlag noch der Einladung wurde entsprochen. Es ist bezeichnend, dass diese Herren bis zu dem Verbot nicht einmal persönlich für die Dinge Interesse gezeigt haben, die sich in den Mauern der Stadt abspielten, mit deren gesundheitlicher Betreuung sie „beamtet“ sind, obwohl kranke Menschen bereits von weither zu Gröning strömten und geheilt wurden. Als die Herren der Verwaltung anfingen Interesse zu zeigen, geschah dies nur im negativen Sinne.“

Bruno Gröning: „Als Erstes suchte ich jetzt die Gesundheitsbehörden auf, mit dem Anliegen, eine Zusammenarbeit mit Ärzten herbeizuführen. Ich wollte alle Unannehmlichkeiten von vornherein vermeiden. Die Behörden lehnten jedoch ab, im Gegenteil, mir wurde ein schriftlich ausgefertigtes Heilverbot ausgehändigt.“
(in seinem Lebenslauf vom 27.12.1956, abgedruckt in: Eich, Thomas: Mein Leben heißt helfen. Biografie über Bruno Gröning, Band 1, 1. Auflage 2006, Mönchengladbach: Grete Häusler GmbH - Verlag, S. 67)

[11] Revue, 14.08.1949Hermann Kunst

[12] Hermann Kunst war von 1942 bis 1954 Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Herford