Wissenschaftler kommen zu Wort
Ich kann gut verstehen, dass Menschen sich bisher immer nur dagegen gestellt haben, weil sie ja nicht geahnt und nicht haben wissen können, wie es möglich sei, dass Menschen wieder von dem bösen Krankheitsgeist befreit werden können.
Ich kann gut verstehen, dass Menschen sich bisher immer nur dagegen gestellt haben, weil sie ja nicht geahnt und nicht haben wissen können, wie es möglich sei, dass Menschen wieder von dem bösen Krankheitsgeist befreit werden können. Bruno Gröning
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Wissenschaftlicher Nachweis in Heidelberg

Ein wissenschaftlicher Nachweis der besonderen Fähigkeiten Bruno Grönings erfolgte in Zusammenarbeit mit der Heidelberger Universitätsklinik vom 27. Juli bis 7. August 1949. Bruno Gröning hatte dem zugestimmt, weil ihm bei erfolgreichem Verlauf ein ärztliches Gutachten mit Empfehlung zur behördlichen Bewilligung seiner Tätigkeit zugesichert worden war.

27. Juli – 7. August 1949 Heidelberger Klausur

Ende Juni 1949 schickte die Zeitschrift „Revue“ einen Sonderkorrespondentenstab nach Herford. Die Reporter Bongartz und Laux und der Marburger Mediziner und Psychologe Prof. Dr. Gerd Heinz Fischer sollten den Berichten über Grönings Erfolge nachgehen. Fischer untersuchte eine größere Zahl von Geheilten und kam zu dem Schluss, „dass Gröning zweifellos über Heilkräfte verfügt, die einer eingehenden wissenschaftlichen Untersuchung wert seien“. [82] Daraufhin entschloss sich die „Revue“, klinische Untersuchungen zu initiieren und zu finanzieren. Es ergab sich eine Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Viktor von Weizsäcker, Begründer der psychosomatischen Medizin und Leiter des psychologischen Instituts der Ludolf-Krehl-Klinik in Heidelberg. Dort kam es zu den Untersuchungen.


Die damaligen TonbandgeräteFür die geplanten Forschungen wurden Patienten aus der Universitätsklinik sowie auch Hilfesuchende aus über 80 000 Bittbriefen ausgewählt. Jeden Tag wurden Bruno Gröning zwölf Kranke vorgestellt.
Die Ärzte beobachteten genau, was er tat. Alles wurde mitstenographiert und auf Tonband aufgezeichnet. Die Kranken wurden vor und nach dem Wirken Grönings medizinisch untersucht.

Spontan geschahen beeindruckende Heilungen,

und Bruno Gröning konnte sein Wissen und Können zum Erstaunen der anwesenden Mediziner und Pressevertreter unter Beweis stellen.

Von „beachtlichen, zum Teil sogar Aufsehen erregenden Ergebnissen“ wurde berichtet. [83] Zwei Heilungen wurden ausführlich in der „Revue“ dargestellt. Beschreibung des Falls StrobelEin sehr markanter Fall war der des Herrn Strobel: „Völlige Versteifung der Wirbelsäule, unfähig, den Kopf zu bewegen, erhebliche Schmerzen beim Gehen und Steigen. Ein typischer Fall Bechterew'scher Krankheit.“  Das Einwirken Grönings wurde durch Tonbandabschrift detailliert dokumentiert. Strobel machte dann Kniebeugen, drehte den Kopf hin und her und lief die Treppe auf und ab. Ergebnis: „Nach der ersten Behandlung durch Gröning sind die Gehstörungen völlig beseitigt. Der Patient fühlt sich wohl.“ [84]Der Fall Strobel Aufgrund solcher Ergebnisse kamen die Wissenschaftler nicht umhin, Bruno Gröning tatsächlich die Fähigkeit zum Heilen kranker Menschen zu bescheinigen. Bruno Gröning kein ScharlatanDie Zeitschrift „Revue“ veröffentlichte ein Vorabgutachten von Prof. Dr. Fischer, in dem es ausdrücklich hieß: „Bruno Gröning ist kein Scharlatan, kein Hypnotiseur, kein Wunderdoktor.“ Weiterhin äußerte er bezüglich des Heilverbots: „Das Verbot kam offenbar durch eine gewisse Hilflosigkeit gegenüber dem Massenansturm der Heilungssuchenden zustande. Es stützte sich zum Teil auf das Unverständnis der Schulmediziner für jede Seelenheilkunde.“ [85] Bruno Gröning wurde die Fähigkeit zum Heilen auch medizinisch unheilbar Kranker bestätigt. Fischer sah Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Gröning und vernünftigen Ärzten nach Art der Heidelberger Untersuchung. Die „Revue“ schrieb: „Sein Auftreten hat eine Revolution in der Medizin hervorgerufen. Dies kann von der Wissenschaft bejaht werden! – Den Leidenden muss geholfen werden! Den Leidenden wird geholfen werden!“ [86]Revolution in der Medizin

 

Bruno Gröning beschrieb die Ergebnisse so:

„Die ärztliche Überprüfung hat zu einem guten Resultat geführt. Mir wurde dies durch Herrn Professor Fischer und auch Herrn Dr. Wüst, der sich (von Professor Weizäcker beauftragt) für diese Überprüfung zur Verfügung gestellt hatte, mitgeteilt. Aufgrund dieses Überprüfungsergebnisses wurde mir erst recht die feste Zusicherung gemacht, dass der Weg für mein weiteres freies Wirken nun endgültig freigemacht werde.“

Bruno Gröning zur „Heidelberger Klausur 1949“:

„Im Juni 1949 erhielt ich von staatlicher Seite unberechtigterweise ein schriftliches Heilverbot ausgehändigt. Dieses war deshalb unberechtigt, weil nicht ich, sondern es heilte. Meine aufklärenden Worte, die ich zu versammelten Hilfesuchenden sprach, waren von so einer starken Durchschlagskraft, dass es bei vielen Anwesenden, d. h. Hilfesuchenden, die bereits ärztlicherseits als unheilbar erklärt worden waren, zu Heilungen führte. Dieses fiel sehr vielen Menschen auf.

 

 

 

 

 

 Bericht Grönings über die Klausur

Auch Herr Professor Fischer, zu der Zeit wohnhaft in Marburg, (in Zusammenhang mit der Zeitschrift „Revue“) war so stark beeindruckt, dass er bei schon Geheilten nachforschte und dabei feststellte, dass tatsächlich Heilungen zustande gekommen waren. Somit steigerte sich das Interesse immer mehr und es blieb nicht aus, dass man an Ort und Stelle in Herford Erhebungen anstellte, die ebenfalls den Erfolg bewiesen. Ich selbst war zu dieser Zeit nicht in Herford, sondern in Norddeutschland. Herr Professor Fischer hatte in Herford alles mobilisiert, so dass ich in Norddeutschland die Nachricht erhielt, ich möchte sofort nach Herford kommen, da ein gewisser Professor Fischer und andere Herren auf mich mit größtem Interesse warteten, die die Absicht hätten, mir den Weg zum freien Wirken freizumachen. Ich kam dieser Aufforderung nach.

In Herford führte ich die Unterredung mit Herrn Professor Fischer, dass mir von seiner Seite in Zusammenarbeit mit Herrn Professor Weizäcker und in dessen Klinik in Heidelberg jede Unterstützung zugesagt wurde. Man wollte nicht nur alles daransetzen, um nicht nur den Weg für mich freizubekommen, sondern auch die Ärzteschaft hatte an mir selbst wie an meinem Wirken das größte Interesse, und schon aus diesem Grunde wollte man eine Zusammenarbeit für alle Zeiten zustande bringen. Die Herren waren deshalb so stark interessiert, weil sie sich, wie sie betonten, von meinem Wirken hundertprozentig überzeugt hätten und vor allem deshalb, weil man mein Wirken der ganzen Menschheit zugute kommen lassen müsse.

Vereinbart wurde, dass ich mich den Genannten für 10 Tage in der Heidelberger Klinik zur Verfügung stellen sollte; dies auch deshalb, um der gesamten Ärzteschaft beweisen zu können, dass Heilungen durch die Person Gröning ärztlicherseits überprüft und befürwortet werden könnten. Einige Tage später erfuhr ich, dass die Zeitschrift Revue dieses ganze Unternehmen finanzieren wollte. Zuvor wurde mir noch in der Nähe von Frankfurt (Main) ein Blockhaus zum Aufenthalt für einige Tage zur Verfügung gestellt, damit ich Gelegenheit hatte, mich für meine bevorstehende Aufgabe innerlich sammeln zu können.

Ärztliche Überprüfung

Die ärztliche Überprüfung hat zu einem guten Resultat geführt. Mir wurde dies durch Herrn Professor Fischer und auch Herrn Dr. Wüst, der sich (von Professor Weizäcker beauftragt) für diese Überprüfung mit zur Verfügung gestellt hatte, mitgeteilt. Aufgrund dieses Überprüfungsergebnisses wurde mir erst recht die feste Zusicherung gemacht, dass der Weg für mein weiteres freies Wirken nun endgültig freigemacht werde. Es sollten mir Heilstätten zur Verfügung gestellt werden, in denen auch Ärzte tätig sein sollten. Dies deshalb, um alle Fälle genauestens kontrollieren zu können, um weitere Bestätigungen nicht nur der Öffentlichkeit, sondern auch der Medizin gegenüber zu erhalten.“

 

Geschäft mit Gröning?

Fischer bestätigte Bruno Gröning eine Naturbegabung zum Seelenarzt [84], stellte aber heraus, man müsse ihn unter die Aufsicht von Ärzten stellen. Dabei wollte Fischer selbst einer dieser Ärzte sein. Unmittelbar nach Beendigung der Untersuchungen unterbreitete er Gröning das Angebot, Heilstätten für ihn aufzubauen. Verhandlungen wurden geführt, Bedingungen gestellt. Fischer hatte ganz konkrete Pläne. Anscheinend wollte er die besonderen Fähigkeiten Bruno Grönings und dessen Popularität für seine eigenen Zwecke nutzen. Bruno Gröning lehnte Fischers Angebot ab. Er konnte und wollte keine finanziellen Verpflichtungen eingehen. Auch wollte er nach eigenen Angaben aus dem Ganzen kein Geschäft machen.

Finanzielle Forderungen an Bruno Gröning

Bruno Gröning schreibt weiter:
„Herr Professor Fischer verlangte von mir aber ein Gehalt von monatlich über 3 000,- DM, dazu hohe Tagesspesen, und außerdem sollte ich mich verpflichten, an Herrn Professor Fischer 30 % aller Betten abzutreten, und zwar deshalb, weil – wie er mir später erklärte –, er die 30 % aller Geheilten als von ihm geheilt, d. h. um diese 30 % aller Geheilten auf seinen Namen und auf die Wirkung der Psychotherapie verbuchen zu können. Außerdem sollte ich Herrn Professor Fischer noch eine schriftliche Vollmacht geben, dass er der allein leitende Arzt dieser Klinik sei und Ärzte für diese Heilstätte verpflichten könne, wie er es für gut befände.

Natürlich wurden hierüber viele Besprechungen geführt, auch mit Herren, die dieses Werk finanzierend unterstützen wollten.

Ich habe mich mit diesem Vorschlag von Herrn Professor Fischer nicht einverstanden erklären können und ihn abgelehnt deshalb, weil ich
1. über keinen Pfennig Geld verfügte, sodass ich ihm gegenüber meinen finanziellen Verpflichtungen nicht hätte nachkommen können,
2. nie daran gedacht habe, aus dem ganzen Vorhaben ein Geschäft zu machen.



Bei diesem Vorschlag war mir wohl die Pflicht auferlegt worden, Gehälter auszuzahlen, über ein Verfügungsrecht über die Geldeingänge durch mich wollte man jedoch noch nicht verhandeln, obwohl man mir eine Unterschrift abverlangte, die mich von vornherein zu Zahlungen verpflichtete.

Es war dies für mich daher ein unmögliches Verlangen.

Außerdem wollte ich nur das tun, wie es mir durch meine Berufung gegeben: Den Hilfesuchenden helfen und mich deshalb den Ärzten wie Psychotherapeuten zur Verfügung stellen, aber niemals ein Geschäft aus der ganzen Sache machen.

Herr Professor Fischer hat mir – nach der ganzen Klausur – versichert, dass ich ein positives Gutachten von ihm sowie von Herrn Professor Weizäcker erhalten werde. Ein solches Gutachten ist mir nie übergeben worden. Im Gegenteil, man hat alles zu meinen Ungunsten ausgelegt und entstellt und Positives in Negatives verdreht.

Auch hier muss ich wiederum feststellen, dass man mit mir nur ein gutes Geschäft machen wollte, bei dem Herr Professor Fischer sich seinen Lebensunterhalt und einen guten Lebensabend sichern wollte, und ich sollte meine Unterschrift dafür hergeben. Wo blieb für mich das festversprochene Freimachen des Weges, damit ich frei wirken könnte? Es war hiervon gar keine Rede mehr, nachdem man erkannte, dass aus dem guten Geschäft nichts wurde. [...]“

Erneut wurde Bruno Gröning von den Medizinern enttäuscht: Man gab ihm das zugesicherte Gutachten nicht, obwohl die Heilungen vor ihren Augen geschehen waren.  Bruno Gröning wollte ohne finanzielle Interessen endlich frei wirken dürfen – endlich die kranken Menschen, auch die „Unheilbaren“, heilen dürfen.

Nachdem Bruno Gröning das Vertragsangebot abgelehnt hatte, verloren die Ärzte ihr Interesse an ihm und erschwerten seinen weiteren Weg.

Nach dem Scheitern der Verhandlungen wurden Fischers Äußerungen merklich kritischer. So titelte die „Revue“ im Oktober 1949 „Grönings Geheimnis von der Wissenschaft entdeckt“ [87] und Fischer erklärte, man hätte den „Gröning-Effekt“ ausfindig gemacht und könnte jetzt auch, was Gröning kann. Fischer führte Grönings Erfolge auf den simplen „Trick“ zurück, „zwei Suggestionsmethoden (Außensuggestion und Innensuggestion) auf bestimmte Art und Weise zu verkoppeln“. [88] Die Fernheilungen allerdings, die auch während der Heidelberger Klausur bekannt wurden und bei denen jede Form von Suggestion ausgeschlossen werden konnte, wusste Fischer nicht zu erklären.

Der Verleger Helmut Kindler, als Herausgeber der „Revue“ Mitinitiator und Finanzier der ganzen Untersuchungen, erklärte Mitte der 1990er Jahre in einem Interview:
„Wir machten ja nicht nur Illustrierte damals, und man begann damals auch schon den Buchverlag zu installieren, [...], da gibt es ein 15-bändiges Werk: ‚Die Psychologie des 20. Jahrhunderts‘. Also, mir sind die Themen schon vertraut, aber Gröning ist eine Einmalerscheinung, keiner psychotherapeutischen, psychologischen Schule einzuordnen. Darum sage ich, ich denke, er war ein tief religiöser Mensch, hatte aber auch den Eindruck, dass eine Gruppe von Ärzten - ich will das nicht verallgemeinern - aber eine Gruppe von Ärzten ihn benutzen wollte und ihn benutzt hat und sein Wissen ausgebeutet hat. Aber sein Wissen war ja nicht zu ergründen. Also: lernen und das Gleiche zu schaffen, wie er geschaffen hat, das konnten sie nicht. Es bleibt ein Geheimnis.“ [89]

 

Das Phänomen Bruno Gröning in einer Welt der Medizin

Über das Heidelberger Geschehen, aber auch ganz allgemein über das Phänomen Bruno Gröning in einer Welt der Medizin berichtete die „Passauer Neue Presse“ in einem Aufsehen erregenden Artikel. Der Verfasser hatte die Sachlage offensichtlich genau durchschaut. Er erkannte, dass die Heiltätigkeit von Bruno Gröning nichts mit Medizin zu tun hat. Mutig und kompetent schrieb er diesen zum Verständnis wesentlichen Bericht.

Passauer Neue Presse, Artikel vom 10. September 1949:

Grönings Heiltätigkeit hat nichts mit Medizin zu tun

Eine nicht alltägliche Spannung auf dem Gebiet des Heilwesens hat Bruno Gröning ausgelöst. Nachdem er ein Behandlungsverbot erhalten hatte, verschwand er zunächst spurlos. Jetzt stellt sich heraus, wo er geblieben ist. Die Weltillustriete ‚Revue‘ hat einen Medizinprofessor und zwei Journalisten eingesetzt, um das Phänomen Gröning zu klären, und nun veröffentlicht sie in einer Reihe von Aufsätzen das Ergebnis ihrer Untersuchung. Aus den von den Sachverständigen Prof. Dr. G. H. Fischer, Marburg, und dem Psychologen Germer abgegebenen Gutachten über die gemeinsam mit der Universitätsklinik Heidelberg durchgeführte Prüfung geht hervor, dass Gröning kein Scharlatan, kein Hypnotiseur, kein Wunderdoktor, sondern ein begabter nicht­ärztlicher Psychotherapeut, ein Seelenarzt ist, der eine wissenschaftlich interessante, in ihrer Art neue und erfolgversprechende psychotherapeutische Arbeitsweise hat. Die Gerüchte von außergewöhnlichen Heilerfolgen werden bestätigt. Damit ist Gröning von fachwissenschaftlicher Seite anerkannt, und die Spannungen, die um seine Person entstanden sind, bieten uns einen Spiegel dar, in dem wir eine Reihe unschöner Verhältnisse unserer Zeit zu erkennen vermögen: das Heer der Ungeheilten.

Fortschritte der Medizin gerühmt

Auf der ganzen Welt werden die ungeheuren Fortschritte der Medizin gerühmt und anhand großer Statistiken auch bewiesen. Wir sollten daher annehmen, dass es immer weniger Kranke gibt, die Krankenhäuser sich leeren und die Ärzte überflüssig werden. Dass gerade das Gegenteil der Fall ist, sehen wir im Spiegel Grönings und unter anderen Wunderdoktoren, zu denen auf einmal ganze Wallfahrten ungeheilter Kranker in Gang kommen, welche große Opfer an Zeit und Geld bringen, um ihre Gesundheit wiederzuerlangen, obgleich die meisten es kostenlos bei der Medizin haben könnten.

Wie ist dieser Widerspruch zu erklären?

Wie ist dieser Widerspruch zwischen der wissenschaftlich hochstehenden Medizin und dem Heer der Ungeheilten zu erklären? Nur daraus, dass das Wesen des Menschen noch nicht genügend bekannt ist. Dieser ist nämlich mehr als sein Leib, er ist auch Seele und Geist, und wenn er krank ist, dann ist stets der ganze geistig-seelisch-leibliche Mensch ergriffen. Die rein leibliche Behandlung der Menschen heilt zwar kranke Organe, aber nicht kranke Menschen. Die Krankheitsursachen in seinem geistig-seelischen Wesensteil bleiben bestehen und legen sich immer wieder auf die Organe. Ein geheilter Leib ist kein geheilter Mensch. Der vorne ausgetriebene Krankheitsgast kommt zur Hintertür wieder herein und treibt den Menschen in das Heer der Ungeheilten. Aber da die Medizin eine Wissenschaft sein muss und diese nur alles Stoffliche erforschen kann, bleibt sie auch in der Therapie auf dieses beschränkt. Die praktischen Ärzte sind nicht unbedingt an die Medizin gebunden. Sie waren früher Priester und Seelenärzte und würden es auch noch heute sein, wenn nicht der Staat mit seinem Krankenkassensystem ihnen dieses unmöglich machte.

Ein verfehltes System?!

Die Krankenkassen sind gegründet und aufgebaut auf der Lehre, dass Krankheiten rein stoffliche Organvorgänge und daher versicherungsfähig sind. Daher bietet das System der Krankenkasse keine Möglichkeit zu geistig-seelischer Behandlung. Abgesehen von der ganzen auf Organdiagnosen abgestellten Organisation und der schlechten Bezahlung der Ärzte, schiebt sich allein schon durch den Krankenschein die Bürokratie zwischen Arzt und Kranken und lässt den Kontakt nicht aufkommen, der zur Seelenbehandlung unentbehrlich ist. Milliarden des Volksvermögens werden dafür ausgegeben, dass kranke Organe geheilt werden, während die Seele krank bleibt und zur Ursache neuer Organkrankheiten wird. Das Heer der Ungeheilten geht vorwiegend zu Lasten der Krankenkassen, welche das Arzttum als universellen Heilerberuf vernichtet haben.

Die Sage von dem Unhold Prokrustes,

der die Menschen in sein Bett hineinzwang, indem er sie entweder streckte oder ihnen die Beine abhackte, deutet auf ein altes Menschheitsübel hin, das uns im Gröningspiegel aufs Neue vorgeführt wird. Das Heilgenie soll ins Bett der ihm wesensfremden Medizin gezwängt werden. Selbst ein so wohlwollender und vorurteilsloser Prüfer wie Professor Fischer fürchtet, dass Gröning durch Nichterkennen gewisser gefährlicher Krankheiten Schäden anrichten könne und fordert daher, dass Gröning entweder eine medizinische Ausbildung erhalten oder unter Kontrolle eines Arztes arbeiten solle. Hier widerspricht Professor Fischer seinen vorherigen Feststellungen, denn wenn bei Gröning eine ungewöhnliche Heilkraft vorliegt, dann muss sie doch gerade bei den gefährlichen Krank­heiten eingesetzt werden, bei denen ja auch die Medizin nicht immer erfolgreich ist. (...)

Gröning in das Bett der Medizin?

Wenn Gröning in das Bett der Medizin hineingezwungen würde, dann hieße das nichts anderes als seine Heilkraft zu vernichten. Und das wäre in Hinblick auf das Heer der Ungeheilten bedauerlich. Eine Heilbegabung wie Gröning verträgt keine Intellektualisierung, wie sie das Medizinstudium zwangsläufig mit sich bringt. Und wenn neben Gröning ein Mediziner als Aufsichtsperson steht, dann wird das Fluidum zwischen Gröning und seinen Patienten zerstört. Schon die jetzt durchgeführten Experimente mit Gröning können die ursprünglichen Bedingungen seiner Heilerfolge nicht herstellen, weil die Experimentatoren dazwischengeschaltet sind, die nichts nützen, aber die Heilung verderben können.

Einen ungewöhnlichen Heiler

soll man in keiner Weise bevormunden. Seine Heilung ist ohne Medizin gewachsen, man muss sie nun auch ohne dieselbe aus sich selbst herausrollen lassen. Die Medizin möge ihren Weg gehen und Gröning seinen eigenen gehen lassen. Das Verbot der Gröningschen Heiltätigkeit wurde mit dem Heilpraktikergesetz von 1939 begründet, welches noch in Kraft ist und jetzt der Medizin das Recht gibt, den Heiler Gröning zu prüfen. Sie prüft dabei ja nicht, ob er Kranke heilen kann, das hat er längst bewiesen, sondern z. B. darauf, ob er weiß, wo der Musculus sterno scheidono toideus liegt, wann der Tuberkel-Bazillus entdeckt wurde usw. und macht davon die Zulassung der Seelenheilung abhängig. Angesichts des Heeres der Ungeheilten der Medizin wird ein solches Vorgehen zur Farce.

 

Noch heute ist dieser über 60 Jahre alte Zeitungsartikel hochaktuell

Das bedeutet, dass die Medizin seit damals nicht wirklich weitergekommen ist. Die Kosten für die medizinische Versorgung sind weiter gestiegen, und das Heer der „Unheilbaren“ wird immer größer.

Erst jetzt beginnt ein allgemeines Erkennen geistiger Phänomene, und immer mehr Menschen streben danach, diese Möglichkeiten auch für sich zu nutzen. Die guten Kräfte des Geistes müssen wir aufnehmen und die göttlichen Gesetze befolgen, um damit unser inneres und äußeres Wohlergehen zu erlangen. Die Lehre von Bruno Gröning enthält dazu die „Spielregeln des Lebens“, damit das geschehen kann, was hier auf dieser Internetseite in vielfältigen, persönlichen Erfahrungsberichten beschrieben ist. Auch die beobachtete, erstaunlich gute Dauerhaftigkeit der Heilungen bei Einhaltung der Lehre bezeugt, dass das Übel (der „Krankheitsgast“) auf diesem Wege tatsächlich vollkommen und dauerhaft beseitigt werden kann. Ärzte können diese Heilungen gemäß den medizinischen Untersuchungsbefunden kommentieren und bestätigen, aber mit ihrem akademischen Wissen nicht erklären.


Erläuterungen und Quellen

Abkürzungen: a.a.O. (am angegebenen Ort) = die oben schon angeführte Fundstelle; ebd. (ebenda) = selbe Fundstelle wie direkt zuvor

[82] Revue, 21.08.1949, S. 8; 28.08.1949, S. 8 und 21.08.1949, S. 11

[83] Revue, 21.08.1949, S. 8

[84] ebd. S. 10

[85] ebd. S. 9

[86] Revue, 25.09.1949, S. 4

[87] Revue, 09.10.1949, Titelseite

[88] ebd. S. 18

[89] Interview mit Helmut Kindler vom 17.10.1995 in Zürich. In: Dokumentarfilm „Das Phänomen Bruno Gröning“, Mönchengladbach: Grete Häusler GmbH - Verlag, 2003, Teil 1.
Siehe Filmausschnitt im Kapitel „Wie Ärzte reagieren“, Absatz „Ärzte mit kritischer Haltung“