Wissenschaftler kommen zu Wort
Wir sind alle von Gott abhängig. 
Ohne Gott gibt es kein Leben! Gott ist
das Leben selbst!
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Ohne Gott gibt es kein Leben! Gott ist
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Bruno Gröning
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Erfahrungen und Erkenntnisse in der Kirche und im Bruno Gröning-Freundeskreis

Bericht von Herrn K. F., Dipl. Theologe (2010)

1. Meine Erfahrungen in der Kirche

Ich war 32 Jahre als Priester, Pfarrer und Dekan in der katholischen Kirche tätig. Mein Leben war von Anfang an eine Suche nach etwas, das mir erst später bewusst wurde. Ich würde sagen, nach mehr Wahrheitsgehalt hinter den – wie mir schien – banalen und absurden Dingen des Lebens.

Das Leben lehrte mich, von „frommen“ Plänen zur nüchternen Realität zurückzukehren. Geistige Führung dürfen wir uns weniger von außen als von innen erwarten. Im geistigen Leben geht es darum, immer mehr zur Selbstbestimmung und Selbstverantwortung überzugehen.

Die Kirche war in meiner Kindheit der erste Ort, an dem ich Spiritualität erleben und einüben konnte. Als Ministrant war ich in der heiligen Messe ganz nahe am Geschehen. Nach einem Gottesdienst fühlte ich mich wie emporgehoben, die Dinge um mich schienen transparenter und leichter. Später übernahm ich die Aufgabe des Jugendleiters der Gemeinde. Ich bemühte mich, anderen Kindern und Jugendlichen große Erlebnisse zu ermöglichen und ein gutes Beispiel zu geben für den christlichen Glauben.

Leben im Kloster

Mit 18 Jahren hatte ich die Idee, dass nur das Kloster der richtige Ort für mich sei, um ganz in der Stille und Gottesnähe zu leben. Mir stand das Bild vor Augen, wie großartig es sein müsste, viel Zeit zu haben, um zu meditieren und zu beten. Die Idee hat mich so begeistert, dass ich mich bald bei einem katholischen Missionsorden anmeldete. Ich wollte nur als Mitbruder dort leben und vielleicht einen handwerklichen Beruf ausüben. Man sagte mir, dass ich, da ich nun das Abitur hatte, auch Theologie studieren könne. Das überraschte mich, aber darin lag für mich eine Art Führung oder Gottes Wille. Über vier Jahre habe ich dort gelebt, in Stille und Betriebsamkeit. Auch dort gab es Aufgaben und Termine. Die ersten zwei Jahre waren bestimmt von einem inneren Kampf gegen Unbekannt. Gedanken drängten sich auf, als seien irgendwelche Ereignisse der Kindheit von Gott nicht vergeben. Eine gewisse Betriebsamkeit und der Eifer fürs Studium haben mir geholfen, diese Gedanken zurückzustellen. Ich habe dort Gemeinschaften unter den Mitbrüdern erlebt und schöne Gottesdienste, aber Gott war mir weiterhin fern.

Unter dem Eindruck der familiären Umstände stellte ich mir als Kind die Frage: Warum gibt es so viele Missverständnisse unter den Menschen? Was ist die Ursache des Leids?

Warum und woher kommt das Leid über die Menschen?

Die Frage nach dem Warum und Woher des Leids saß tief. Die Antworten der Kirche stellten mich nicht zufrieden. Der plötzliche Tod meiner Schwester im Jahr 1968 hinterließ in der Familie eine Spur von Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung. Wir fühlten uns doch alle so mit der Kirche verbunden, und nun geschah so etwas. Über viele Jahre erschien mir alles sinnlos und leer: Gott schien sich irgendwohin zurückgezogen zu haben. In jenem Jahr wechselte ich meinen Studienplatz und verließ das Kloster, um meinen Eltern zu helfen, mit der Situation zurechtzukommen.

Die einzige Hilfe, die ich in dieser Zeit ab 1974 erfuhr, kam von der „Initialen Therapie“ nach Karlfried Graf Dürckheim auf der Grundlage der Zen-Meditation. Dort lernte ich eine kosmische Kraft kennen, die den Menschen trägt und hält, die „Chi-Kraft“. In dieser Therapie konnte ich Leib und Seele wieder als Ganzes erfahren. Es war wohltuend, in den Übungen die Gedanken ruhen zu lassen, so konnte ich die depressiven Gefühle für einen Augenblick vergessen. In dem Maß, wie dieses Loslassen gelang, spürte ich auch die Chi-Kraft. Nun lernte ich, alles, was mir im Leben widerfahren war, als Teil meiner Übungen zu sehen.

Neue Erfahrungen in Südafrika

Bei einem Besuch von Missionsstationen in Südafrika hatte ich Kontakt zu mehreren evangelikalen Gemeinschaften wie Pietisten und Pfingstbewegung. Ihre Art des persönlichen Betens und Singens hat mich beeindruckt. Es schien, als würde Gott die Gebete der evangelikalen Gemeinschaften eher beantworten als die der Kirche.
Im Gebet, wie es im Kloster Taizé gepflegt wird, fand ich einen neuen Zugang zum geistlichen Leben. Da war eine wohltuende Kraft spürbar, eine „Gebetsatmosphäre“. Das gemeinsame Aushalten der Stille, die Wiederholung der mehrstimmigen Gesänge und vieles mehr, halfen mir, zu innerer Ruhe und Sammlung zu kommen. In den ersten Jahren als Gemeindeseelsorger lernte ich auch die Chormusik der Gemeinde mehr und mehr schätzen. Wenn die Gemeinde andächtig zuhörte, war eine starke Kraft im Raum und man spürte die Zusammengehörigkeit der Gemeinde.

Suche nach Spiritualität

Im Kloster hatte ich einige Male Gelegenheit, an Exerzitien (Exerzitien sind geistliche Übungen, Vorträge in Verbindung mit Stilleübungen.) teilzunehmen. Ich erinnere mich gut, dass es mir schwer fiel, nach den Vorträgen, in der Stille, ein persönliches Gebet zu formulieren. Gott schien mir weit weg und ich fühlte keine Resonanz, das heißt, ich war stets unsicher, ob meine Gebete auch „ankamen“. Das änderte sich erst viele Jahre später, als ich in konkreten Anliegen der Gemeinde zum persönlichen Gebet fand. Persönlich beten, das hieß ja mit eigenen Worten sprechen, getragen von eigener Emotion! Eigentlich habe ich meinen Emotionen und Gedanken misstraut, ich konnte mir nicht vorstellen, dass Gott das ernst nimmt. Meine ersten Versuche, in der Taizé-Gruppe ein persönliches Gebet zu sprechen, waren daher sehr zögerlich.

Im Finden einer eigenen Spiritualität war ich nur teilweise erfolgreich. Es dauerte Jahre, bis ich den Mut fand, große Teile des täglichen, vorgeschriebenen Gebets wegzulassen und nur wenige Psalmen mit ganzer Aufmerksamkeit zu sprechen. Später lernte ich einige von ihnen auswendig, um sie mehr in mich aufzunehmen. Andererseits fühlte ich den Druck, doch das ganze Gebet zu „absolvieren“ und hatte kein gutes Gefühl, wenn ich es nicht schaffte.

Worte der heiligen Schrift

Ich habe einiges unternommen, um die Worte der heiligen Schrift für mich selbst zu entdecken und zu betrachten. So habe ich mich einmal für zwei Wochen ins Schweigen in ein Kloster zurückgezogen, um nur einige Kapitel der Evangelien zu betrachten. Es erfüllte mich mit großer Freude, dabei Neues zu entdecken, wenn auch nur verstandesmäßig. Später konnte ich auch eine wohltuende Schwingung wahrnehmen, wenn aus der Betrachtung eine Zwiesprache mit mir selbst entstand.

In meinem kirchlichen Dienst stand ich, wie jeder Seelsorger, immer in der Spannung: Wie persönlich darf ich sein? Das galt für die Gestaltung der heiligen Messe, die ihre feste Form hatte. Das galt aber auch für meine Spiritualität. Es war immer ein Ringen um das persönliche Füllen der großen „Worthülsen“ wie Gnade, Heil, Erlösung usw. In den Jugendgottesdiensten war ich herausgefordert, zusammen mit den Jugendlichen kreativ zu sein, um die großen Themen greifbar zu machen. Ich möchte im Nachhinein sagen, es ist teilweise gelungen, es war oft auch Aktionismus dabei.

Von „frommen“ Plänen zur nüchternen Realität

Keiner der spirituellen Wege, die ich kannte, konnte mir eine Antwort geben auf die Frage nach dem Warum des Leids.  Es war mir zu weit weg, mein Leid mit dem von Jesus Christus in Beziehung zu setzen. Gewiss gab es Augenblicke, in denen ich Kraft und Trost erfuhr im kirchlichen Leben, aber ansonsten war das Leben für mich oberflächlich. In der Verwaltung der Pfarrei war Sachverstand gefragt, wie ihn jeder Geschäftsführer einer Firma braucht, dazu brauchte ich keine Spiritualität. Ich fühlte immer mehr die Widersprüche in meinem Dienst: ich sollte aus dem Innersten heraus sprechen und predigen, aber das sehr oft und bei verschiedenen Anlässen. Ich sollte Kraft geben und war selbst kraftlos. Ich bemühte mich, den christlichen Glauben in der Verkündigung besser zu erklären, obwohl mir selbst vieles verborgen blieb.

In den Jahren vor der Einführung in die Lehre Bruno Grönings hatte ich das sichere Gefühl, es müsse irgendwann etwas geschehen, das mich weiterbringt. Es war mir, als ob auch die Natur um mich herum nach Antwort rief.


2. Erfahrungen mit der Lehre Bruno Grönings und dem Freundeskreis 

Im Mai 2001 bat mich meine damalige Haushälterin, die gesundheitlich sehr belastet war, mit ihr zu einer Einführung in die Lehre Bruno Grönings zu gehen. Ich war gern bereit, da ich auch interessiert war, zu erfahren, was es damit auf sich hat. Der Gemeinschaftsleiter sprach von seiner eigenen Heilung und geistigen Umkehr – seit dieser Heilung konnte er wieder an Gott glauben.

Beim Einführungsvortrag habe ich noch keinen Heilstrom gespürt, aber eine gewisse Ruhe. Danach stellte ich mich täglich zweimal zu Hause ein, das heißt ich zog mich zurück an einen ruhigen Ort, um den Heilstrom aufzunehmen. Erst etwa 4 Wochen später habe ich beim Einstellen in den Fingern und am Kopf ein Kribbeln wahrgenommen. Aber in die Gemeinschaftsstunden ging ich erst zwei Jahre später.

Ängste, Groll, Zweifel, ... einfach abgeben?

Es war ein Problem für mich, Gedanken von Ängsten, Groll, Zweifel und Unsicherheit abzulegen. Als Pfarrer war ich gewöhnt, zu Beginn des Gottesdienstes die Gemeinde aufzufordern, die Sünden zu bereuen und um Vergebung zu bitten. Aber Ängste, Groll und dergleichen haben wir in der Gemeinde kaum beachtet. Ich jedenfalls habe alles in mir behalten. Nun sollte ich mich jedes Mal beim Einstellen von allen negativen Gedanken trennen. Leicht geschah es, dass nach dem Abgeben alles wiederkam. Später lernte ich, das Abgeben auch mit der Vorstellungskraft zu unterstützen, indem ich gleichsam das Negative in ein Paket packte und wegschickte, dann floss auch die Energie.

Neue Erfahrungen

Etwa ein halbes Jahr nach der Einführung fühlte ich mich körperlich und seelisch viel vitaler. Unter anderem ging die chronische Bronchitis, an der ich bis dahin über 20 Jahre gelitten hatte, mehr und mehr zurück und verschwand schließlich ganz.

Mir wurde bewusst, was ich in der Gemeindearbeit vernachlässigt hatte. Zum Beispiel war ich der Frage des Alkoholkonsums bei Jugendlichen bis dahin aus dem Weg gegangen, weil es bequemer war, alles laufen zu lassen wie gewohnt. Nun begann ich, in manchen Dingen klarer und strenger zu sein.

Einstellen mit Frau Grete Häusler

Beim Einstellen zusammen mit Frau Grete Häusler lernte ich, wie es ist, wenn man Gott um eine Antwort bittet. In wichtigen Lebensfragen durfte ich Frau Häusler bitten, sich mit mir einzustellen, manchmal geschah das auch am Telefon. So bat ich nach meinem Ausscheiden aus dem kirchlichen Dienst Frau Häusler, sich mit mir einzustellen. Es ging um die Frage, ob es für mich richtig ist, in die USA auszuwandern. Ich erinnere mich noch gut an jene Augenblicke am Telefon. Zuerst war ein längeres Schweigen, dann kam ein tiefer Seufzer aus dem Inneren ihrer Seele. „Nein, das ist nicht Gottes Wille.“ Ich war überrascht, dass das jemand mit solcher Sicherheit sagen konnte. Ich hatte doch so viele „Vernunftsgründe“, die für eine Auswanderung sprachen. Unter anderem hoffte ich, dort ein liberaleres kirchliches Umfeld zu finden.

Ich habe mich nicht an den Rat von Frau Häusler gehalten. Bei einem späteren Einstellen mit ihr kam noch einmal die gleiche Antwort. Damals war ich bereits einige Monate in Amerika. Dort stellten sich mir immer wieder Schwierigkeiten entgegen. Ich musste erkennen, dass ich von eigenen Vorstellungen und Wünschen irregeleitet war. Schließlich konnte ich dem Rat folgen und nach Deutschland zurückkehren.

Eigene Erfahrungen mit dem Einstellen

Allmählich lernte ich auch, mich allein einzustellen und nach dem göttlichen Willen zu fragen: Soll ich diese Beziehung aufrechterhalten? Soll ich mich der Operation unterziehen?
In den ersten Jahren war ich enttäuscht, dass ich keine Antwort bekam. Da sagte niemand ja oder nein. Andere Freunde haben bei solchen Fragen oft besondere Kraft gespürt und haben das als Ja ausgelegt. Aber auch diese Bestätigung habe ich nicht bekommen.

Mein erstes Erfolgserlebnis hatte ich, als ich vor der Frage stand, umzuziehen nach Regensburg oder Sinzing. Zwei bestimmte Wohnungen hatte ich in Aussicht. Beim Einstellen kam keine Antwort, wie immer. Es kam auch kein besonderes Gefühl für das eine oder andere. Dann habe ich mich noch einmal eingestellt und mit ganzem Herzen um Antwort gebeten. Am nächsten Morgen beim Aufwachen war es geradezu auf meinen Lippen: Klar, nach Sinzing. Dabei überkam mich so viel Freude und Sicherheit, dass ich nicht zögerte. Fast drei Jahre wohnte ich dann glücklich in Sinzing.

Auf einmal bekam das Gefühl wieder einen höheren Stellenwert in meinem Leben.
Bruno Gröning betonte immer wieder, dass wir auf das Gefühl achten sollen. „Der Mensch soll wieder lernen, auf sein Gefühl, seine innere Stimme zu hören. Er soll wieder götthörig werden, sich nicht mehr von Menschen, sondern nur noch von Gott führen lassen.“ 

Wenn ich zum Beispiel eine E-Mail schrieb, fühlte ich oft, dass noch etwas fehlte. Und tatsächlich stellte sich dann heraus, dass die Formulierung nicht gut war oder dass eine wichtige Information fehlte.

Andere Freunde haben berichtet, dass sie bei einer Autobahn-Fahrt plötzlich das Gefühl bekamen, sie sollten bei der nächsten Tankstelle herausfahren, obwohl kein Anlass dafür gegeben war. Später stellte sich dann heraus, dass sie auf diese Weise einem großen Auffahrunfall entgangen sind. Für denjenigen, der das erlebt hat, ist ein solches Ereignis eindeutig: es ist eine Bestätigung von göttlichem Schutz und göttlicher Führung.

Gottes Kraft - der Heilstrom wirkt auch heute

Als ich dann von großen Heilungen im Freundeskreis erfuhr, ahnte ich etwas von dem Ausmaß der göttlichen Liebe. Das sind ja Dimensionen, wie sie nur im Evangelium beschrieben werden! Endlich konnte ich auch die Heilungen und Wunder im Neuen Testament in ihrem ganzen Wahrheitsgehalt annehmen. In der biblischen Exegese hatten wir ja gelernt, viele dieser wunderbaren Erzählungen im übertragenen Sinn zu interpretieren, das heißt als nicht real, aber voller symbolischer Bedeutung. Nun verstand ich: es ist dieselbe Kraft, die damals die Wunder gewirkt hat und auch heute noch wirkt.

Eine tiefe Ruhe überkommt mich, wenn ich auf die Erfahrungen meines Lebens zurückblicke. Die Kraft, die ich in der Zen-Meditation erfuhr, ist im Grunde die gleiche, die mir als Gebetsatmosphäre begegnete und die half, die Gebete der evangelikalen Freunde zu erfüllen. Im Freundeskreis begegne ich derselben Kraft mit noch umfassenderer Ausrichtung und lerne, sie ganz bewusst aufzunehmen.

Auch diesen Unterschied musste ich erkennen: Man kann persönlich bitten, aber man kann auch ganz in Demut und von Herzen bitten. Ich lernte, erst dann eine Bitte auszusprechen, wenn ich ganz in der Ruhe war und den Heilstrom spürte und wenn die Bitte aus dem Herzen kam.

Das Herz befreien für das Gute

Ich fühle mich heute Gott näher, aber in gewisser Weise blieb Er mir unbegreiflich. Solange ich mich einbezogen fühle in sein tägliches Wirken durch den Heilstrom, ist es mir möglich, seine Unbegreiflichkeit anzunehmen. Gott will ja nichts anderes von mir als gleichsam diesen „Vorschuss“, mein Vertrauen zu ihm. Das heißt auch, das Vertrauen, dass die Dinge um mich herum letztlich gut werden, dass sie in seiner Hand sind. Somit gebe ich Gott die Ehre zurück, wenn ich vertrauensvoll ins Leben blicke, denn das Leben ist ja von ihm. Ich lernte, nicht zuerst die Last des Lebens anzuschauen, sondern das Schöne und Gute. Im Freundeskreis wird das Ungute nicht verdrängt, es bekommt nur einen anderen Stellenwert und das Herz wird frei für das Gute.

Die Frage nach dem Woher des Leids war auf einmal nicht mehr interessant. Ich fühlte mich ja durch den Heilstrom mit Gott verbunden. Außerdem war meine Aufmerksamkeit ganz damit in Anspruch genommen, das Wirken des Heilstroms in mir zu beobachten und zu unterstützen.

Erkenntnisse zur besseren Lebensqualität

Die unguten Dinge der Vergangenheit gehörten nun zu dem Negativen, mit dem wir uns nicht beschäftigen sollen. Da bleiben wir nur an unlösbaren Fragen und Zweifeln hängen! Wenn wir uns dem Negativen öffnen, öffnen wir uns nur der Krankheit und Angst. Das Herz für etwas zumachen, das war für mich neu.

Auch das wurde mir klar, dass meine Familie und die Umgebung nicht ganz unschuldig war am frühen Heimgang meiner Schwester. Lieblos gesprochene Worte können wie Gift wirken, je nachdem wie empfänglich jemand ist.
Das Jenseits ist nicht so fern, so hat uns Bruno Gröning gelehrt. Tatsächlich kann ich beim Einstellen von Herzen bitten für die heimgegangenen Verwandten und Freunde, auf diese Weise fühle ich mich ganz mit ihnen verbunden. Ich kann sie auch um Verzeihung bitten und mit Hilfe von Gottes Heilstrom inneren Frieden erlangen.

Bruno Grönings Wirken heute

Dass Bruno Gröning auch nach seinem Heimgang aus der geistigen Welt wirkt, durfte ich am eigenen Leib erfahren. Durch seine Lehre und die Aufnahme des Heilstroms habe ich mehrere Heilungen erlangt, unter anderem von chronischer Bronchitis, erhöhtem Augeninnendruck, Rückenschmerzen und vielem mehr. Bei all diesen Belastungen war die Medizin hilflos. Für mich ist Bruno Gröning ein Helfer und Mittler göttlicher Kraft, ähnlich wie auch viele Heilige in der Kirche gesehen werden. In seiner Lehre werden in einfachen Worten besonders Fragen der heutigen Zeit beantwortet: Woher bekomme ich die tägliche Kraft? Wie werde ich von Krankheit befreit, auch von den so genannten „unheilbaren“? Welchen Einfluss haben meine Gedanken? Wie kann ich Gott erfahren?

Das tägliche Einstellen

Das zweimalige tägliche Einstellen wurde für mich zu einer intensiven Schulung. Wenn ich dem Bruno-Bild gegenübersitze, fällt mir alles ein, was gut oder schlecht gelaufen ist. Es kommen unangenehme Erinnerungen aus der Vergangenheit hoch, eigene Schwächen und Fehler, die sich oft in körperlicher Unruhe äußern. Das alles sind geistige Reinigungsvorgänge, die Bruno Gröning als Regelungen bezeichnete. Ich habe gelernt, in solchen Dingen auf den Heilstrom zu vertrauen und alles Ungute bewusst abzugeben, manchmal musste ich das mehrmals tun und ganz entschieden.

Das Abgeben

Das Abgeben ist ein wichtiges Thema im Freundeskreis. Gemeint ist, sich zu trennen von negativen Gedanken und Gott um Hilfe zu bitten. Am Abgeben kann man ermessen, ob jemand bereit ist, an sich selbst zu arbeiten. Es gibt ja auch die andere Seite: man glaubt nur allzu gern an die Illusion der eigenen Unschuld, man hängt an alten Gewohnheiten des Denkens und Handelns, z. B. Selbstmitleid und Härte gegen andere.

Das Einstellen habe ich so erlebt: es ist keine reine Stilleübung oder Meditation. Während es bei vielen meditativen Richtungen hauptsächlich um das Abschalten der Gedanken geht, geht es hier darum, aufmerksam etwas aufzunehmen. Es ist ein Aufnehmen der göttlichen Kraft und ein Ringen dieser Kraft gegen das Negative im Innern. Ich habe es immer in der Hand, die dabei auftretenden Gefühle als etwas Positives oder Negatives zu betrachten. Wenn ich mich für das Positive entscheide, kann die Heilung erfolgen.

Die Ursache des Leids

Im Laufe der Geschichte wurde vieles als Ursache des Leids benannt: Götter, Zufall, Umwelt, Katastrophen, Vererbung usw.  
Im Freundeskreis gilt die satanische Macht als Ursache für alle Krankheiten und für alles Leid. In dem Maß, wie jemand sich konsequent vom Bösen trennt und gedanklich an Bruno Gröning abgibt, wächst er persönlich. Der Lohn dafür ist bald spürbar: eine größere innere Ruhe.
Vielleicht ist das nicht jedermanns Sache. So ist es zu verstehen, dass viele die Lehre Bruno Grönings kennengelernt haben, aber nicht dabeigeblieben sind.


3. Spiritualität und Religion

Ich habe erkannt, dass jeder Mensch eine geistige Verbindung und Führung braucht, er braucht Spiritualität. Das kann, muss aber nicht innerhalb einer Religion, bzw. im religiösen Umfeld geschehen.

In der Zeit bis zu meiner Einführung hatte ich verschiedene spirituelle Wege kennengelernt, aber alle innerhalb der christlichen bzw. buddhistischen Religion. Mit dem Freundeskreis lernte ich eine Lehre außerhalb der Religionen kennen. Auch hier handelt es sich um einen spirituellen Weg.

Anton A. Bucher zitiert in seinem Buch „Psychologie der Spiritualität“  R.I. Stoll [1] und hebt hervor, dass Spiritualität zur inneren Persönlichkeit gehört.

Bucher beschreibt Spiritualität so: „Dieses Buch plädiert für ein Verständnis von Spiritualität, in dem diese wesentlich Verbundenheit und Beziehung ist, und zwar zu einem den Menschen übersteigenden, umgreifenden Letztgültigen, Geistigen, Heiligen, das für viele nach wie vor das Göttliche ist; aber auch die Beziehung zu den Mitmenschen und zur Natur. Diese Öffnung setzt voraus, dass der Mensch vom eigenen Ego absehen bzw. dieses transzendieren kann“. [2]

Freilich hat der Begriff Religion im Laufe der Zeit einen Wandel erfahren, darauf macht uns Graham Ward aufmerksam in seinem Buch „Auf der Suche nach der wahren Religion“. Wir kennen die Kritik an den religiösen Institutionen genauso wie die Verflachung des Begriffs durch die Kommerzialisierung religiöser Empfindungen.
Für Religionen sind besonders heilige Orte, Zeiten, Dogmen, Symbole und Zeremonien bedeutsam. Für das Ausüben von Spiritualität hingegen genügt ein Minimum an Lehrinhalten und Symbolen.

Ich möchte daher den Begriff Spiritualität umfassender gebrauchen als Religiosität. Es gibt auch Spiritualität außerhalb der Religionen, religiösen Gruppen und Sekten. Zu gelebter Spiritualität gehört Mut und Bereitschaft zur Selbstverantwortung. Man kann der Frage, was die eigene Lebensaufgabe ist, nicht ausweichen. Man öffnet sich einem höheren Wesen, ohne zunächst eine andere Autorität oder Institution dazwischen zu stellen. Man übt Demut und transzendiert zugleich ins Göttliche. Mit Recht dürfen wir sagen, dass Spiritualität zum höchsten Ausdruck menschlichen Bewusstseins gehört.

Um welche Wahrheit geht es bei den spirituellen und religiösen Wegen?
Michael von Brück hat sich das interreligiöse Gespräch zur Aufgabe gemacht. In seinem Buch „Religion Segen oder Fluch der Menschheit“ schreibt er über die Erfahrungen religiöser Grenzgänger. Am Beispiel von Raimundo Panikkar wird deutlich, dass man im Umgang und Studium anderer Religionen beginnt, aus mehreren religiösen Traditionen zu schöpfen. [4]

Der Zen-Meister Richard Baker Roshi sieht in den Religionen eine Möglichkeit, als Mensch zu reifen. „Im Zen-Buddhismus gibt es zwar eine Kosmologie, aber es gibt kein Pochen auf absolute Wahrheiten. Vielmehr geht es um die Wahrheit der Erfahrung“. [5]

Nach Emanuel Levinas soll die Sorge um das Leben des anderen das hermeneutische (das grundlegende Auslegungs-) Prinzip für die Arbeit mit der Tora sein. [6]
In den großen Religionen gibt es schon länger die Erkenntnis, dass wir im alltäglichen Leben nicht absolute Wahrheiten brauchen, sondern im Hier und Jetzt anwendbare Wahrheiten. Mit der Bescheidenheit, dass wir Menschen Lernende und Suchende bleiben, können wir auch die anderen religiösen Wege akzeptieren und von ihnen lernen.

Wir können mit Richard Baker Roshi, einem buddhistischen Meister, sagen: Das gilt für jeden, der auf einem religiösen oder spirituellen Weg ist, „es gibt kein Pochen auf absolute Wahrheiten, vielmehr geht es um die Wahrheit der Erfahrung“.

Die Wahrheit der Erfahrung

Als ich zur Einführung in die Lehre Bruno Grönings kam, berichtete der Gemeinschaftsleiter voller Freude über seine Heilung von einem unheilbaren Rückenleiden (Bechterew). Die Art und Weise, wie er dastand und sprach, hat mich berührt, da musste etwas Außerordentliches geschehen sein! Mit anderen Worten, in seinem Auftreten lag eine Botschaft, eine Wahrheit, die er selbst erfahren hat.

Ich erkannte mit der Zeit, dass meine tägliche Erfahrung nicht unwichtig, sondern voller Bedeutung ist. In den Gedanken, Gefühlen und Erlebnissen wird mir ständig etwas mitgeteilt, das für mein Leben wichtig ist. Durch mein Einstellen kann ich um Hilfen bitten und beobachte den Erfolg. Auch in den Kleinigkeiten des Lebens erkenne ich Gottes Wirken.

Ein Zen-Meister steht in regelmäßigem Gespräch mit seinem Schüler

Über den Hara (Leibmitte) spürt er, was im Schüler vorgeht und ob dieser Fortschritte gemacht hat. Der Schüler mag ihm fantastische Dinge erzählen, der Meister lässt sich davon nicht beeindrucken, denn er fühlt die Wahrheit.

Die Wahrheit der Erfahrung kann unter Umständen auch in den heiligen Schriften gefunden werden. Wer diesen Weg geht, muss die im Text festgehaltene Erfahrung zum Leben erwecken und innerlich nachvollziehen. So tun wir das zum Beispiel mit den Erzählungen von Abraham und Mose.

Aber leider enthalten die heiligen Schriften der Religionen auch Texte, die uns, Jahrtausende später, Fragen aufwerfen und verwirren. Warum sollen wir uns dann damit beschäftigen?


Die Hauptaussagen der Religionen und spirituellen Wege

Was könnte die Hauptaussage der Religionen anderes sein als Freundschaft und Liebe, die aus tiefstem Herzen kommen? Die Religionen preisen in poesievoller Weise die Liebe, die Gott in die Schöpfung hineingelegt hat.
Wenn jemand die göttliche Liebe durch seine Religion erfahren hat, dann kann er sie an die Schöpfung weitergeben. Das ist der eigentliche Sinn aller Religionen.
 
Zu den Hauptaussagen der Religionen gehören die göttlichen Gesetze. „Was der Mensch sät, das wird er ernten“ [9] Diese einfache Lebensweisheit finden wir in allen Religionen. Der Mensch „sät“ durch seine Gedanken, Wünsche und Taten. Bruno Gröning hat die Kraft der Gedanken besonders hervorgehoben. „Es ist so wichtig, was der Mensch für Gedanken aufnimmt, denn Gedanken sind Kräfte. Will der Mensch gut, so hilft ihm Gott; will er bös, so hilft ihm Satan! Es zieht die Krankheit ein, denn sie ist ein Werk Satans“. 
Alles, was dem Menschen widerfährt, hat irgendwo seinen Ursprung, in guten oder bösen Gedanken.

Die Hauptaussagen der Religionen und spirituellen Wege sind in spirituellen Schriften niedergeschrieben, aber jeder Mensch findet auch eine Widerspiegelung dieser Aussagen in seinem Inneren. Der innere Sensor, nennen wir ihn Gewissen oder Instinkt (so Bruno Gröning), zeigt die Richtung, wie man sich entscheiden soll. Wenn jemand zuinnerst fühlt, er solle sich in der Liebe zu den Nächsten mehr einbringen, dann weiß er die Richtung. Es liegt nun an ihm und an den Umständen, in welcher Weise sich das konkretisiert. Umgekehrt kann es sein, dass jemand fühlt, dass ihm eine Beziehung nicht guttut, dann weiß er auch die Richtung. Es liegt nun im Rahmen seiner freien Entscheidung, ob und wie er eine Trennung oder Loslösung vollzieht oder auch nicht. Um hier richtig zu entscheiden, braucht der Betreffende keine heiligen Schriften oder Autoritäten. Letztere können ihn bestenfalls beraten, sein Gewissen besser zu erforschen. Aber alle werden wir geführt durch das Gewissen, das heißt, wir erhalten wichtige Impulse für unser Handeln im Hier und Jetzt. Die Führung durch das Gewissen ist eine ganzheitliche Erfahrung, die einen mit Mut und Freude erfüllt.

Die Hauptaussagen der Religionen sind in der Regel auch bei den spirituellen Lehrern zu finden. Bruno Gröning jedenfalls führt die Menschen immer wieder zurück zu den Hauptaussagen, oder zu dem uralten Wissen der Menschen, wie er sagt.
In diesem Zusammenhang lehrt er uns, auf den Körper zu achten. Vertrauen und Glauben sind nicht einfach eine Sache von Vorstellungen. Vorstellungen können im Bewusstsein sein, während man körperlich etwas anderes wahrnimmt. Das Ziel muss sein, die Signale des Körpers zu beachten und zu verstehen. Es gilt also, Vertrauen und Glauben instinktmäßig zu fühlen, das heißt seelisch und körperlich. Wer sich einlässt auf den lebendigen Gott, lernt, über Körper und Seele zu erfahren, was er glauben und tun soll. Wer die inneren Sensoren aktiviert, spürt, ob ihm jemand die Wahrheit sagt oder nicht. Er spürt es über die gute oder böse Energie, die bei ihm ankommt. Bruno Gröning: „Die Wahrheit, liebe Freunde, kann der Mensch nur an sich selbst erfahren, nicht anders. Nicht erst an seinem Nächsten, nein, erst an sich selbst“.
 

Meister des Lebens werden

Bruno Gröning macht uns aufmerksam auf die Verantwortung, die jeder für sich selbst hat. „Ich darf einem Menschen helfen, den Weg zum Guten zu finden, aber ich darf ihm die Entscheidung darüber weder abnehmen noch ihn etwa zum Guten zwingen. Es muss jeder seinen Weg selber finden“. 

Bruno Gröning setzt ein hohes Ziel: „Ich wünsche, dass Sie Meister des Lebens werden“. 
Der Weg dorthin verlangt, dass jeder sich darin übt, die göttlichen Gesetze in Körper, Geist und Seele wahrzunehmen und selbstverantwortlich umzusetzen.
Der Bruno Gröning-Freundeskreis bietet den Rahmen für einen geistigen Übungsweg, für eine persönliche Lebensschulung. In sich hineinfühlen, den Körper wahrnehmen, auf Gedanken achten, an Regelung glauben, Erfahrungen mit anderen Freunden austauschen, das sind wichtige Aspekte auf dem Übungsweg. Dazu hilft vor allem die Wahrnehmung und der tägliche Empfang des Heilstroms.

Tägliche Erfahrungen von Gottes Führung

Im März 2003 wurde ich von den kirchlichen Vorgesetzten vor die Entscheidung gestellt, im Bruno Gröning-Freundeskreis zu bleiben oder nicht. Ich wusste zuinnerst, dass diese Lehre von Gott kommt, denn so viele Menschen hatten durch sie bereits Heilung und Hilfe erhalten und dadurch die Gottverbundenheit erlangt. Ich fühlte den Heilstrom und schließlich hatte ich auch Heilungen erlangt. So fand ich die für mich gültige Wahrheit. Ich ließ mich nicht davon abbringen, dieser Lehre zu folgen. Da aber nach den kirchlichen Vorstellungen die kirchliche Lehre und die von Bruno Gröning nicht vereinbar waren, entschied ich mich, den Dienst als Pfarrer aufzugeben. Man erlaubte mir, Religionsunterricht in der Schule zu erteilen. Aber ich habe aufgehört, als Priester und Seelsorger in einer Gemeinde zu arbeiten.

In den folgenden Jahren fühlte ich mich in meiner Entscheidung bestätigt. Ich erfuhr die wunderbare innere Freiheit und die Freude, die nur der kennt, der zu sich selbst steht. Es ist auch die Freude über viele weitere Heilungen und Hilfen, über tägliche Erfahrungen von Gottes Führung.

Warum tun sich manche Menschen so schwer mit der eigenen Erfahrung? Sie ziehen es vor, ausführliche esoterische Schriften zu lesen, statt sich der eigenen Erfahrung auszusetzen. Oder sie klammern sich an dogmatische Sätze, Traditionen und Gebetsformeln, um „sicher“ zu gehen. Bestimmt gibt es auch Angst vor der Erfahrung. Denn diese kann auch wehtun, kann Fehler aufzeigen oder zur Umkehr mahnen.

Jeder erhält seine Wahrheit im Umgang mit Gott

Es gibt nur die eine Sicherheit, nämlich die, die man im Herzen erkämpft und erfühlt. Wer noch zusätzliche Hilfe von außen sucht, kann diese u. U. in den dogmatischen Aussagen der Religionen finden. Aber jeder erhält seine Wahrheit im Umgang mit Gott. Diese macht sich bemerkbar als körperliche Reaktion und Gefühle, auch durch unangenehme oder angenehme Erinnerung. Die Wahrheit wird einem auch kundgetan durch „zufällige“ Hinweise anderer Menschen. Man kann sie aber auch fühlen, wenn man Gott von Herzen darum bittet.

Oft zögern die Menschen, dem inneren Impuls zu trauen. Man könnte sich ja getäuscht haben. Im Freundeskreis kann man sich zusammen mit anderen Freunden „einstellen“. Das heißt, man bittet gemeinsam um den richtigen Gedanken und die richtige Führung. Das ist hilfreich für den, der sich noch nicht so sicher fühlt.

Durch die regelmäßige Erfahrung mit dem Heilstrom erkennt man immer besser, ob ein Gedanke von der guten oder bösen Seite kommt. Gedanken von der guten Seite bringen Ruhe mit sich und Freude, während die der anderen Seite etwas Zwingendes und Bedrohliches an sich haben.

Eine Religion oder Spiritualität kann nur Wege und Hilfen anbieten, die göttliche Führung zu erkennen. Es wird aber immer ein Rest bleiben, den wir zu füllen haben durch unser Vertrauen und durch persönlichen Mut. Wir alle kennen Situationen, in denen der Mensch scheinbar keine Antwort erhält. Alles Ringen um ein Zeichen von oben scheint dann umsonst. Die Erfahrung lehrt, dass dann der Mensch aufgefordert ist, seinen Weg vertrauensvoll weiterzugehen wie bisher und dass er die Hilfe bekommt zur rechten Zeit.

Gottverbundensein - das ist alles

Wer so mit Gott verbunden ist, bekennt sich zum lebendigen Gott, ohne ein Glaubensbekenntnis zu sprechen. Wer Gott so wirken lässt, weiß sich mit ihm eins, ohne dass eine Institution dazwischensteht.

Die Lehre Bruno Grönings erschließt uns die Kraft, die Gott uns täglich gibt. Die Gemeinschaft gibt die Möglichkeit, eigene Erfahrungen mit denen der anderen zu vergleichen und so den Glauben zu festigen. Bei allem bleiben die Freunde immer dicht an der Erfahrung. Es geht im Freundeskreis um das aktuelle Erfassen der Wahrheit aus der Erfahrung.

Die Willensfreiheit des Einzelnen ist höchstes Gebot

Die Freiheit des Einzelnen ist dabei höchstes Gebot. Im Freundeskreis werden keine Mitgliedsbeiträge verlangt. Alle Arbeiten werden ehrenamtlich getan. Wer den Freundeskreis wieder verlassen will, kann es jeder Zeit und ohne weiteres tun.

Es fehlen alle Merkmale einer festen Institution. Niemand schreibt Glaubenssätze vor. Jeder kann und soll in seiner Religion bleiben, in der er aufgewachsen ist. Es gibt keine irdischen Führer, denen alle zu folgen haben, denn jeder folgt dem eigenen Herzen. Das gilt auch für alle, die eine Leitungsaufgabe haben: nicht das, was andere spirituelle Gemeinschaften tun, wird befolgt, sondern das, was man beim Einstellen mitgeteilt bekommt.

Man kann die Struktur des Freundeskreises einfach nennen, aber der Anspruch an die eigene Verantwortung ist hoch. Flache Denkgewohnheiten und Lebenslügen haben keinen Platz mehr, stattdessen heißt es, zu sich selbst stehen und seine Lebensaufgabe in die Tat umzusetzen.

Sekte?

Wer meint, der Bruno Gröning-Freundeskreis sei eine Sekte, der sollte sich selbst überzeugen. Der Freundeskreis ist keine Abspaltung von einer Religion oder religiösen Gruppe. Zum Begriff Sekte passt keineswegs, was Bruno Gröning über die Eigenverantwortlichkeit gesagt hat.

Der Freundeskreis nimmt die Intention von Bruno Gröning auf, dass wir ständig an uns arbeiten. Bruno Gröning hat vorausgesagt:
„In Zukunft ist fast jeder Mensch sein eigener Arzt.“
Die Lehre Bruno Grönings bewirkt, dass wir unseren angestammten Glauben tiefer und besser verstehen. Die Verbindung zu Gott soll wieder lebendig erfahrbar werden.

Ich bin glücklich,

den Freundeskreis kennen gelernt zu haben. Ich habe das Wagnis des Glaubens neu erfahren und fühle mich dem lebendigen Gott ein Stück näher. Die Lehre Bruno Grönings hat mir geholfen, mich zu orientieren auf dem geistigen Weg. So lernte ich auch, Glauben und Leben der Kirche besser zu verstehen. Gern nehme ich am Gottesdienst teil und kann ihn jetzt intensiver miterleben. Vor allem ist die Freude zu mir zurückgekehrt. Die Fragen meines Lebens wurden beantwortet oder traten hinter die tägliche Erfahrung zurück. Beides, Kirche und Freundeskreis, haben einen eigenen Platz in meinem Leben.

Ich bin froh und danke Gott von ganzem Herzen, dass ich die Lehre Bruno Grönings kennen gelernt habe. Wie gut wäre es gewesen, wenn ich ihr schon in meiner Jugendzeit begegnet wäre!



Erläuterungen und Quellen

[1] Anton A. Bucher, Psychologie der Spiritualität, Basel 2007, S10
„Spiritualität ist mein Sein, meine innere Persönlichkeit. Sie ist, was ich bin – einzigartig und lebendig. Sie drückt sich aus durch meinen Körper, meine Gefühle, meine Urteile und meine Kreativität“.

[2] Anton A. Bucher, S. 56

[3] Anton A. Bucher, S. 165
„Wir kamen zu dem Glauben, dass eine Macht, größer als wir selbst, uns unsere geistige Gesundheit wieder geben kann“

[4] Hrg. Michael von Brück, Religion Segen oder Fluch der Menschheit? Frankfurt 2008 S. 77.
„Vor allem solche Menschen, die sich über lange Zeit hinweg intensiv mit einer anderen Religion befasst haben – darunter etliche der christlichen Pioniere des interreligiösen Dialogs, wie beispielsweise Raimondo Panikkar -, stellten schließlich an sich selbst fest, dass sie in ihrem spirituellen Leben nicht mehr nur aus einer einzigen religiösen Tradition schöpfen, sondern aus mehreren“.

[5] Michael von Brück, S. 126
„Im Zen-Buddhismus gibt es zwar eine Kosmologie, aber es gibt kein Pochen auf absolute Wahrheiten. Vielmehr geht es um die Wahrheit der Erfahrung. Ich bin Praktizierender, deshalb möchte ich ein Gefühl vermitteln für das, was in meiner Tradition geübt wird und wie eine einfache Praxis eine auf Erfahrung gründende Philosophie, eine Art Wissenschaft des Geistes, hervorbringen kann“.

[6] Michael von Brück, S. 48
Dazu bemerkt der jüdische Gelehrte Michel Bollag: „Die universelle Tragweite dieser Aussage im Kontext der in allen Religionen erstarkenden fundamentalistischen Strömungen kann kaum überschätzt werden. In Anbetracht der Größe Gottes und seiner Offenbarung, so die rabbinische Botschaft, sind wir Menschen `Nicht-Wissende`. Was wir im Unterschied zu absoluten` Wahrheiten brauchen, ist eine Wahrheit, die sich im Dialog bewährt, eine Wahrheit, die liebende Gerechtigkeit und strenges Recht in
Einklang zu bringen versucht. Angesichts des religiösen und kulturellen Fundamentalismus in einer immer stärker zu einem globalen Dorf zusammenwachsenden Welt ist die Umkehr zu religiöser Bescheidenheit das Gebot der Stunde. Das jüdisch-rabbinische Denken enthält mit seiner eigenen, spezifischen Spiritualität der Gebotspraxis das Potential zu dieser Bescheidenheit“.

[7] Michael von Brück, S. 314
„Der Koran, die Bibel und die Bhagavat Gita können nur zwanzig Prozent der eigentlichen Botschaft der Religionsstifter vermitteln. Wie könnte man die ganze Lehre des Jesus Christus, der so viel gelehrt hat, in einem Buch zusammenfassen? Wie könnte der Koran die gesamte Botschaft enthalten, die Muhammad empfangen hat? Die religiösen Lehren und die heiligen Schriften sollten immer in der besonderen Situation ihre Entstehens betrachtet werden. Ihre Gültigkeit ist beschränkt durch die zeitliche Distanz, die sie von uns trennt. Heute befinden wir uns doch in einer ganz anderen Situation als damals. Ich glaube, wir müssen uns dessen bewusst sein, dass alle Lehren aktualisiert und angepasst werden müssen an die Bedürfnisse der Menschheit zu einer gegebenen Zeit“.

[8] Michael von Brück, S. 319
„Wir können versuchen, in den Schulen und Universitäten, in allen pädagogischen Einrichtungen einen neuen Lehransatz einzuführen, der nicht den Unterschied zwischen Christen, Buddhisten und Muslimen herausstellt, sondern alle Religionen als gleichwertig präsentiert und deren Hauptaussagen auf eine nicht sektiererische Art und Weise darstellt“.

[9] Gal 6,7