Wissenschaftler kommen zu Wort
Euer Flehen und Bitten zum Herrgott war nicht umsonst.
Euer Flehen und Bitten zum Herrgott war nicht umsonst. Bruno Gröning
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Musik – Last oder Freude?

Bericht von Silvia M. (2009)

Im Jahr 1999, ich war 26 Jahre alt, befand ich mich in der Vorbereitung auf meinen Studienabschluss. Es lagen bereits sechs Jahre Musikstudium hinter mir. Das waren für mich Jahre härtester Arbeit und härtesten Übens.

Erst unmerklich, dann immer deutlicher hatte sich in der ganzen Zeit des Studiums ein ständiges Gefühl von „immer gut sein zu müssen“ auf meine Seele gelegt. Ich studierte
u. a. bei einem berühmten Lehrer, dem ich immer gerecht werden wollte. Alles wollte ich bestens schaffen und keine Schwäche zeigen. Ich fühlte mich manches Mal, als müsse ich in eine bestimmte Rolle schlüpfen, um äußerlich jederzeit Stärke und Perfektion beweisen zu können. Mit der Zeit bemerkte ich, dass ich dadurch meine eigenen Gefühle verleugnete und mir innerlich nicht treu blieb.


Zeitgenössische klassische Musik

Ich beschäftigte mich auch all die Jahre meines Studiums fast ausschließlich – und damals sehr überzeugt – mit zeitgenössischer klassischer Musik. Diese für mich völlig neuen Klänge, das Experimentieren mit modernen Klangschöpfungen und die Zusammenarbeit mit jungen Komponisten, deren Werke wir aufführen durften, hatte mir sehr gefallen. Trotzdem musste ich feststellen, dass das Wesen dieser Musik für den Zuhörer hauptsächlich disharmonisch, chaotisch, unmelodiös klang und sehr gewöhnungsbedürftig ist.

Im Nachhinein kann ich sagen, dass das musikalische Widerspiegelung eines chaotisch modernen Zeitgeistes war. Damals wusste ich noch nicht, dass die Seele die Schwingung einer Musik direkt eins zu eins aufnimmt. Es ist für mich heute ganz klar zu erkennen, dass ich mich durch die intensive Beschäftigung mit disharmonischer, moderner Musik und deren Schwingung in einen sehr orientierungs- und kraftlosen Seelenzustand versetzt hatte. Dies alles zehrte an meinen Kräften und wog mehr als meine positive ideelle Einstellung der neuen Musik gegenüber. In mir wuchsen eine große Unzufriedenheit und ein immenser Druck. Mit der Zeit wurde es mir unmöglich, frei zu musizieren, geschweige denn, noch Liebe zur Musik zu empfinden.


Eine große Traurigkeit durchzog mich,

denn die Musik war mir immer das Liebste im Leben gewesen, doch jetzt war alles wie mit einem großen Schatten überzogen. Letztendlich wusste ich nicht, wie ich meinen Studienabschluss überhaupt schaffen sollte oder woher ich die Kraft dafür hätte erhalten können. Ich war wirklich bis aufs Letzte seelisch ausgelaugt. Ich empfand mein Leben als belastend, denn ich stand zwischen Pflichterfüllung und seelischer Not. Ich dachte, das werde immer so weitergehen bis ich einmal sterben würde, um dann endlich im Jenseits frei in Harmonie und Liebe leben und musizieren zu können. Ich sah keine Möglichkeit dafür, meine innersten Wünsche nach einem Leben mit Musik zu realisieren. Ich fühle heute noch meine enttäuschten Empfindungen und Gedanken, als ich mir meiner Situation bewusst wurde: „Wenn das die Musik sein soll und sie sich so kraftraubend auf mich auswirkt, dann kann und will ich sie in meinem Leben nicht mehr ausüben.“ Zu diesem Zeitpunkt trennte ich mich innerlich von meiner großen Wunschvorstellung, als Pianistin tätig zu sein.

Dieser Zustand erstreckte sich über den Zeitraum von einem ganzen Jahr.

An einem herrlichen Sonnentag im Herbst, Oktober 1999, befand ich mich in einem sehr müden und energielosen Zustand auf dem Weg zur Musikhochschule. Ich fühlte mich alleine, vermisste wahre Freundschaften für einen ehrlichen und aufbauenden Herzensaustausch. Ich sehnte mich nach Harmonie, Schutz und Freiheit.


Ganz plötzlich durchfuhr mich ein innigliches Gebet

Meine Seele schrie förmlich zu Gott, wo denn die Menschen seien, die auch so fühlten wie ich. Ich flehte: „Lieber Gott, hilf mir! Hier auf Erden scheint dafür, wie ich mir das Leben wünsche, keine Möglichkeit gegeben zu sein!“ Zwei Wochen später – ich war auf einem Seminar für Geistheiler – gab mir eine fremde Frau einen Zettel mit einer Telefonnummer. Sie empfahl mir, ich solle bei der angegebenen Nummer anrufen und um eine Einführung bitten, das sei etwas Gutes für mich.

Gesagt, getan. Schon zwei Tage später wurde ich in die Lehre Bruno Grönings eingeführt. In dieser Einführung geschah die große Wende für mein Leben. Gott muss mein Gebet erhört haben. Intuitiv wusste ich, dass ich bei diesem Bruno Gröning-Freundeskreis alles finden würde, wonach sich mein Herz so gesehnt hatte.

Und tatsächlich. Hier wurde meine innere Not genommen. Ich ging aus der Einführung mit einem unbeschreiblichen Glücksgefühl hinaus. Das erste Mal in meinem Leben hatte ich einen derartig intensiven Glückszustand empfunden, so dass ich neuen Mut bekam. Durch regelmäßige Besuche der Gemeinschaftsstunden und durch die Aufnahme des Heilstroms habe ich nach und nach die volle Lebenskraft wiedererhalten. Meine Abschlussprüfung im Februar 2000 als Diplom-Musikerin im Fach Klavier konnte ich, zwar noch mit großem Kraftaufwand, aber doch gut bestehen. Ein halbes Jahr später fand ich zu meinem Beruf als Klavierlehrerin. Ich wollte nie Klavierlehrerin sein, doch musste ich ja finanziell auf die Beine kommen.


„Himmel auf Erden“ erleben

Und zu meinem großen Erstaunen durfte ich von der ersten Unterrichtsstunde an diese Tätigkeit als „Himmel auf Erden“ erleben. So hat mich Gott auch hier an die richtige Stelle gesetzt, und heute ist mein ganzes Leben rundum glücklich. Ich liebe meinen Beruf, ich kann freier denn je musizieren, wieder die ganze Liebe zur Musik empfinden und diese Liebe an meine Schüler, bei kleinen Konzerten, beim Musizieren, Singen oder bei Tonaufnahmen innerhalb des Bruno Gröning-Freundeskreises weitergeben. Es erfüllte sich hier im Freundeskreis einer meiner größten Herzenswünsche. Ich darf dazu beitragen, dass wunderbarste harmonische Musik, die von jungen zeitgenössischen Komponisten im Bruno Gröning-Freundeskreis geschrieben wird, aufgeführt werden kann. Hier darf ich erleben, dass es sehr wertvoll ist, zeitgenössische Musik zu unterstützen.

Nach allen Erfahrungen, die ich in meiner Vergangenheit machen durfte, bin ich glücklich, in den Neuschöpfungen der Musik auch die harmonischen wieder finden zu können. Gerade diese Musik, die im Bruno Gröning-Freundeskreis entsteht, hat für mich einen göttlichen Auftrag. Diese herzerfrischenden, göttlichen Klänge heben die Seelen ihrer Zuhörer oftmals bis ins Unendliche und bauen die Menschen dadurch innerlich auf. Das ist das genaue Gegenteil zu den Erlebnissen mit der disharmonischen Musik aus meiner Vergangenheit.


Jetzt fühle ich mich auch nicht mehr alleine

In diesem wunderbaren Freundeskreis habe ich viele gute Freunde gefunden, die auf besondere Weise meine innersten Gefühle teilen und verstehen. Ich kann mich nun austauschen und erlebe wahre und tiefe Freundschaften.

Auch meinen Ehemann – er ist ebenso Musiker – lernte ich im Bruno Gröning- Freundeskreis kennen. Mittlerweile haben wir eine kleine Tochter und einen Sohn, die unser Familienleben aufs Höchste bereichern.

Mein Leben ist harmonisch geworden und vereint rege musikalische Tätigkeit mit einem herzlichen Familienleben. Ich weiß nun, dass Gott die Gebete des Menschen erhört, alle Not wendet, Herzenswünsche auf die richtige Art und Weise erfüllt und den Menschen wieder auf seinen richtigen Platz stellt.

Aus einem großen Gefühl der Dankbarkeit über die wunderbare Wende in meinem Leben und die wieder erhaltene Gottverbindung habe ich das innere Bedürfnis, in diesem Werk des Bruno Gröning-Freundeskreises mitzuhelfen. Durch ehrenamtliche tätige Nächstenliebe in den Aufgaben innerhalb dieses Freundeskreises hat mein Leben einen echten Sinn bekommen. Es bringt mir innerlich größtes Glück, einerseits die eigenen Erfahrungen über das tätige Wirken Gottes weitergeben zu dürfen, und andererseits meinen großen Dank durch selbstloses Mitwirken ausdrücken zu können und zu spüren, dass hierauf der Segen liegt.

Die Tatsache, dass dieser weltweite Freundeskreis ausschließlich aus freiwillig und ehrenamtlich helfenden Menschen besteht, beeindruckt mich zutiefst, und es beglückt mich sehr, dass ich hier dabei sein darf. Für die Aufgaben, die ich übernommen habe, gebe ich gerne meine Freizeit, denn sie erfüllen mein Leben mit großer Freude.

 

"Ursprünglich" von Silvia M. aus der CD "Ursprünglich"

 

Musik vom Bruno Gröning-Freundeskreis im Grete Häusler Verlag