Wissenschaftler kommen zu Wort
Das Heil erfahren, meine lieben Freunde, das ist Wahrheit.
Das Heil erfahren, meine lieben Freunde, das ist Wahrheit. Bruno Gröning
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Als Jugendliche im Bruno Gröning-Freundeskreis

Bericht von S. K., 16 Jahre, Schülerin (2012)

Durch meine Eltern bin ich seit meiner Geburt im Freundeskreis. So ist es für mich ganz normal, mich am Tag zwei Mal auf den Empfang des Heilstromes einzustellen. Als Kind habe ich das Einstellen als ganz normal empfunden und einfach getan.

Manchmal war es bei mir so, dass ich nicht gerne in die Kindergemeinschaft gehen wollte. Aber das war eher selten. Meine Mutter hat das auch nicht zugelassen, wofür ich ihr heute dankbar bin. Wenn ich dann in der Kindergemeinschaft war, habe ich mich dort immer sehr wohl gefühlt, und wir hatten viel Spaß miteinander.

Als ich mit 14 Jahren in die lokale Jugendgemeinschaft kam, begann ich ganz intensiv darüber nachzudenken, warum ich das mache. Gehe ich dorthin, weil meine Eltern mir das sagen oder weil ich selbst davon überzeugt bin? Es arbeitete stark in mir, so dass ich alles immer wieder durchdachte.

Erfahrungen in der Schule

Kurz bevor ich vierzehn Jahre alt wurde, kam die Zeit, dass meine Klassenkameraden anfingen, sich zu verändern. Sie begannen, wie alle Jugendliche, Alkohol zu trinken und dies und das auszuprobieren.
In dieser Zeit nahm ich an einer Jugendwoche vom Freundeskreis teil, und dabei ist mir dann ganz klar geworden, dass ich diesen Weg mit Bruno Gröning und seiner Lehre gehen will. Das war aber auch nicht so ganz einfach für mich.

Oftmals bekam ich ein klares Gefühl, wie ich etwas machen sollte, und alle anderen machten gerade das Gegenteil. Dann stand ich alleine da, und meine Freundinnen haben mich manchmal so angesehen, als wäre ich irgendwie verrückt. Es kam aber auch immer gerade so, dass z. B. eine Party angesetzt war, wenn gleichzeitig etwas im Freundeskreis lief. Dann stand ich da und wollte eigentlich lieber zur Gemeinschaftsstunde oder Tagung gehen, aber wegen meiner Freundinnen wollte ich auch nicht bei der Party fehlen! Ich habe mich immer für die Gemeinschaftsstunde oder Tagung entschieden! Deshalb war ich auf keiner einzigen Party, weil jedes Mal etwas vom Freundeskreis dazwischen kam. Oftmals habe ich mich darüber aufgeregt, aber nachher war ich doch froh und habe mich beschützt gefühlt!

Die verpasste Geburtstagsparty

Die größte Prüfung in der Hinsicht hatte ich, als eine meiner besten Freundinnen ihren Geburtstag nachfeiern wollte. Sie hatte dazu die Hälfte unserer Klasse eingeladen. Ich hatte schon im letzten Jahr bei ihrer Feier gefehlt, jetzt wollte ich auf jeden Fall dabei sein und hatte auch schon zugesagt!

Tja, aber wieder war gerade an diesem Wochenende die schon so lange ersehnte Erfolgsberichtstagung! Ich hatte mich schon so drauf gefreut, jetzt steckte ich wie immer in der Zwickmühle, und ich dachte nur: „WARUM ist das so?“ Zusammen mit meinen Eltern stellte ich mich ein, und wir fragten gedanklich nach einer Lösung, aber es kam keine Antwort, was ich machen sollte. Allerdings konnte ich mich gedanklich auch nicht wirklich frei machen!

Am Tag des Geburtstages meiner Freundin hatte ich abends mit ihr noch etwas unternommen, weil ich dachte, wer weiß, ob ich an dem Wochenende dabei bin. Wir hatten viel Spaß zusammen, und ich hatte auch schon angedeutet, dass ich auf ihrer Geburtstagsparty eventuell nicht kommen kann. Davon war sie natürlich nicht begeistert. Sie redete auf mich ein, dass ich doch unbedingt kommen sollte. Sie hätte sich schon so auf mich gefreut. Außerdem würde es meine erste Party sein und das an ihrem Geburtstag, und im letzten Jahr hätte ich auch schon gefehlt usw.

Wie es mir ging, kann man sich ja denken. Ich bekam ein schlechtes Gewissen, weil ich sie schon so oft versetzt hatte: Irgendwann kam ich auf die Idee, dass ich ja beides machen könnte: zuerst zur Tagung und dann abends zurückfahren. Ich könnte gerade noch rechtzeitig da sein, wenn die Party anfängt. Das war natürlich nicht die beste Lösung, nach der halben Tagung zu einer Party zu fahren, mir war das auch klar. Nur blieb mir nichts anderes übrig, wenn ich beides machen wollte. Mein Vater nahm mich am Samstag Morgen mit, wollte aber bis zum Ende am Sonntag bleiben. Also musste ich jemanden finden, mit dem ich am Samstag in der Abendpause nach Hause fahren könnte. Ich stellte mich intensiv dafür ein und fuhr am nächsten Morgen mit zur Tagung, fest vertrauend darauf, dass Bruno Gröning schon ein Auto mit freiem Platz für mich finden wird. Nach meiner Erfahrung hilft er mir immer. Meiner Freundin sagte ich noch, dass ich kommen würde.

Aber es fand sich niemand. Ich dachte, das gibt’s doch nicht, hier sitzen 600 Freunde und niemand fährt schon früher heim und kann mich mitnehmen! Aber es blieb so, und ich konnte an meine Freundin nur eine SMS senden, dass ich nicht kommen würde. Nun saß ich da und war sauer auf mich, einfach auf alles, und ich dachte nur: „Bruno, ich habe mich doch eingestellt, was mache ich denn jetzt?“ Ich konnte aber nichts machen außer mich einstellen, dass meine Freundin mir nicht böse ist und viel Spaß auf ihrer Party hat. Die Tagung verlief noch sehr kraftvoll mit vielen vorgetragenen Berichten über Hilfen und Heilungen und letztendlich war ich froh, dort gewesen zu sein.

Am nächsten Morgen fuhr ich zusammen mit meiner Freundin zur Schule. Sie sprach nicht viel und gab nur kurze Antworten. Da war mir klar, dass sie sich ganz schön verletzt fühlte, weil ich nicht auf ihrer Party war. Als ich in die Klasse kam, sah mich niemand an, und keiner sagte mir ein Hallo. Sie unterhielten sich alle über die lustige Party. Auch meine anderen Freundinnen sahen mich nicht an. Also saß ich ganz alleine in einer Ecke und wusste nicht, was ich machen sollte.

Ich dachte, das kann doch nicht wahr sein, ich sitze hier wie ein Außenseiter, nur weil ich nicht auf der Party war. Es hat in mir gekämpft, aber dann kam ich zu dem Entschluss, dass ich mir die Freude nicht nehmen lassen will. Also nahm ich gute Gedanken auf.

So saß ich noch weiter alleine da, aber fröhlich! In der nächsten Stunde entspannte sich dann die Lage. Meine Freundinnen sprachen wieder mit mir, und am Ende des Tages war wieder alles ganz normal. Ich verstand, wenn ich sauer oder beleidigt gewesen wäre, hätte sich die Situation nicht drehen können.

Aber ich fand es dann doch schade, nicht auf der Party gewesen zu sein. Meine Freundin hatte mir jedoch schon im Voraus gesagt, dass es dort auch Alkohol geben würde, weil sie weiß, dass ich keinen trinke. Erst als ich die Fotos von der Party sah, wurde mir klar, wie froh ich eigentlich sein konnte, nicht auf der Party gewesen zu sein und dass die Tagung für mich viel besser war. So kann ich jetzt nur dankbar sein, wie sich alles ereignet hat.

 

Mein Verhältnis zu meinen Schulfreunden

Von meinen Schulfreunden wurde ich als Sensibelchen abgestempelt, weil ich vieles nicht mitgemacht habe, dass ich z. B. keinen Alkohol trank. Da musste ich dann durch, ich sagte einfach nur: „Nein, das mache ich nicht.“ Meine Freundin fragte mich dann: „Sophia, du bist jetzt sechzehn, wann willst du denn mal anfangen?“

Das Ganze war für alle meine Freundinnen irgendwie sehr komisch, das konnte ich für sie auch nachempfinden, für sie war doch alles so völlig normal. Also warum sollten sie dies und das nicht tun? Wer sagt ihnen z. B., was im Alkohol enthalten ist und welche Wirkung er auf den Menschen hat? Woher sollen sie das wissen? Auf jeden Fall stand ich oftmals alleine da. Das hat mich dann doch immer wieder betroffen gemacht, wenn meine Freundinnen mich so seltsam angesehen haben.


Sieg über die Zwänge

Vor kurzem hat sich dann plötzlich alles gedreht. Wir hatten eine Klassenfahrt und saßen an einem Abend zusammen und haben so miteinander geredet. Auf einmal meinten die coolsten Mädels aus unserer Klasse, mit denen ich nur wenig zu tun habe, ja Sophia, wir finden das so super, dass du immer so gut gelaunt bist, immer so positiv. Wenn du einen anstrahlst, dann ist man auch immer sofort glücklich.

Ein Junge aus meiner Klasse meinte, dass ich in einer „Friede-Freude-Eierkuchenwelt“ leben würde. Er ist ein Kopfmensch, der sich sehr viele Gedanken um die Umwelt, Natur und die Zukunft der Menschheit macht und auch viel Negatives weiß und sieht. Er sagte trotzdem, dass er neidisch sei, wenn er mich immer so strahlen sieht.

Das hat mir ganz deutlich gezeigt, dass sie eigentlich alle das Gleiche wollen wie ich und dass es sich gelohnt hat, diese Jahre durchzustehen. Das hat mich in meiner Haltung bestärkt und ich weiß, es ist so richtig. Es bringt gar nichts, den Anderen immer hinterher zu laufen und das zu machen, was sie alle tun, nur um nicht Außenseiter zu sein.
Jetzt habe ich erkannt, dass es überhaupt nicht so ist, wenn man diesen Weg geht. Es ist sogar umgekehrt, weil die Anderen einen sogar deswegen bewundern. Das war ein ganz wichtiges Erlebnis für mich, dafür bin ich sehr dankbar.

Eine lustige Situation war noch, als sich meine Freundin über jemanden aufregte und sagte, man kann sich wirklich nicht mit jedem vertragen. Da sah mich meine andere Freundin an und meinte: „Doch, die Sophia, die kann das.“ Darauf erwiderte die andere Freundin: „Ja, bei der ist das ja auch echt.“

Seitdem fühle ich mich innerlich ganz frei und muss mir keinen Zwang antun, um von meinen Freundinnen anerkannt zu werden. Jetzt weiß ich ganz sicher, dass meine Entscheidung für das Gute genau richtig ist.