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Theologischer Kommentar zum Bericht von A. M.

von Dipl.-Theologe K. F.  (2011)

Die Theologie als die Wissenschaft des Glaubens, des Geistes, des Unsichtbaren reicht weit zurück in die Urgeschichte der Menschheit. Die Theologie hat viele Zweige und birgt in sich das Urwissen und die reiche Erfahrung der Völker dieser Erde. Sie hat sehr wohl gute Antworten auf das ungewöhnliche Heilungsgeschehen von A. M., es bezeugt geradezu das Wissen der Theologie.

In fast allen Religionen weltweit gibt es ein Verständnis für geistige Ursachen von Krankheiten, ebenso auch von geistiger Heilung.
Erika Bourguignon [1] zeigt in ihren Studien, dass 90% der von ihr untersuchten 488  Kulturen Zustände von Besessenheit kennen (d. h. eine fremde geistige Kraft oder Wesen bemächtigt sich der Seele eines Menschen oder die Seele ist zeitweilig sogar ganz aus ihrem Körper abwesend).
Insbesondere gibt es das geistige Wissen und priesterliche Rituale (Exorzismus), um Kranken und Besessenen zu helfen, sich vom Leid befreien zu können.

Folgendes dazu gilt für einige große Weltreligionen

-    Im antiken Judentum wurden Krankheiten grundsätzlich auf die Wirkung von Dämonen zurückgeführt. Psalm 38,5 f spricht vom „Frevler“, der fürchtet, dass Gott ihm seinen Schutz entzieht und ihn „denen überlässt, die ihm nach dem Leben trachten“. Auch in Psalm 102,4 wird eine dämonische Ursache vorausgesetzt, die das Fieber hervorruft. - Das heutige Judentum kennt besonders Beauftragte, die einen Besessenen durch Gebet heilen können.
 
-    In der katholischen Kirche kennt man Gebet und Krankensalbung, um Gott um Hilfe anzurufen. In den industrialisierten Ländern wird jedoch zumeist auf die Hilfe der Medizin vertraut.
Daneben besteht seit Gründung der Kirche die Tradition, Dämonen durch Gebet und Rituale auszutreiben. Im Ritual sind bestimmte Gebete und Fragen bzw. Befehle an den Dämon festgelegt. Jesus „bedrohte“ das Fieber der Schwiegermutter des Petrus wie einen Dämon, Mk9, 25. Besonders Fälle wie Epilepsie wurden in Verbindung mit dämonischen Kräften gebracht. Die Kirchenväter wie Irenäus, Tertullian, Cyprian und Origines bestätigen die Erfolge der Exorzisten, die in der frühen Kirche zu einem neuen Beruf führten. Auch heute noch werden nach dem „Großen Exorzismus“, einem Regelwerk seit 1614, von kirchlich beauftragten Exorzisten Dämonen ausgetrieben.

-    In islamischen Gemeinden gibt es die Gewohnheit, dass ein Hodscha einen Spruch des Korans auf ein Stück Papier schreibt, welches dann dem Kranken in Erwartung von Heilung an die Kleidung geheftet wird. Es gibt offiziell Beauftragte, z. B. ein Imam, der durch Gebet dämonisch Besessene heilt. Im Niltal ist das zar-Ritual bekannt, ein Austreibungsritual, bei dem die Dämonen, die dem Menschen innewohnen, dazu gebracht werden sollen, den Menschen nicht mehr zu belästigen. Zu diesem Ritual gehört ein ekstatischer Tanz.

-    Der Buddhismus bezeichnet Unwissenheit, Anhaftung und Abneigung als „Geistesgifte“, das heißt geistige Ursachen von möglichen Krankheiten. Um Krankheiten zu vermeiden, wird allgemein empfohlen, sich mehr der Meditation zu widmen. Im tibetischen Buddhismus werden auch exorzistische Rituale verwendet. Dort gibt es die Rezitation des 100silbigen Mantras, wobei man u. a. die Reinigung von bösen Geistern und Dämonen visualisiert.

-    Hinduismus. Um sich von Krankheiten zu befreien, unterzieht sich der fromme Hinduist einem puja-Ritual, bei dem er im Tempel Früchte an die Gottheit opfert. – Im Shivaismus werden Gebete zur Austreibung von Dämonen verwendet.

-    Schamanismus. Eine Krankheit kann erst dann auftreten, wenn ein Mensch seinen Schutzgeist, d. h. sein Krafttier, verloren hat und somit der eindringenden Kraft, z. B. der Infektion, ausgeliefert ist. Ursachen von Krankheiten können ein schlechtes Karma sein, Seelenverlust, das Eindringen eines Geistwesens oder eines magischen Gegenstandes in den Menschen. Es gibt auch das Verständnis, dass Ahnen verärgert sind über das Verhalten der Menschen, in diesem Fall versucht der Schamane durch Gebet und Opfer, die Ahnen friedlich zu stimmen.

-    Zusammenfassend. Die lange Tradition bezeugt, dass die Menschen seit jeher um die geistigen Ursachen von Krankheiten und Besessenheits-Phänomenen (d. h. geistige Zwänge) gewusst haben. Sie haben beachtliche Erfolge erzielt, die Ursachen dieser Phänomene mit geistigen Methoden zu beseitigen.


Geistige Ursachen von Krankheit aus theologischer Sicht

Die Theologie ist sehr vielschichtig, aber es gibt einige generelle Übereinstimmungen zu der Frage, warum Menschen überhaupt in Süchte oder Krankheiten verfallen können.
Wenn der Mensch das Böse in sich zulässt, tritt es in sein seelisches Bewusstsein ein, oft anscheinend harmlos in Form von Neugier, Spaß oder Ausprobieren-Wollen. Später äußern sich die negativen Energien sehr konkret: „Du brauchst jetzt Alkohol“ usw. Solche Gedanken können zu einer psychischen Fixierung werden, sich in Verhaltensgewohnheiten äußern und schließlich in die Bereitschaft, sich mit den Drogen zu identifizieren. Dann beobachten wir die Abhängigkeiten und Zwänge, bis hin zum Übergang in kriminelle Handlungen usw.

Die negativen Gedanken und die psychischen Fixierungen können aber auch auf den Körper einwirken und so körperliche Krankheiten verursachen. Wir haben uns daran gewöhnt, bei körperlichen Krankheiten materielle Ursachen zu vermuten (Stress, Umweltgifte, Krankheitserreger usw.) und den Arzt aufzusuchen. Diese Ursachen sind nicht ausgeschlossen, aber zunächst liegen auch hier geistige Einflüsse zugrunde.

Vom Menschen meist unbemerkt geschieht aber noch etwas Entscheidendes. Auf dem Weg der Aufnahme negativer Gedanken, psychischer Fixierung und der Entstehung von körperlichen und seelischen Krankheiten, wird bösen Geistwesen ein direkter Zugang zur Persönlichkeit, der Seele des Menschen geschaffen. Da die Seele etwas Individuelles und von Gott Geschaffenes ist, tendierte das Böse zu allen Zeiten dazu, diese zu fangen, lahm zu legen und zu vernichten. Nicht immer äußert sich das Böse so eklatant wie bei einer dämonischen Besessenheit durch lautes Schreien, Aggression gegen religiöse Gegenstände und dergleichen. Das Böse wird jedoch, wenn es in den Menschen eintritt, immer als willentliche, treibende, auch „raffinierte“ Kraft erfahren, das heißt, als eine Kraft, die quasi personale Züge an sich hat.
Es ist hier nicht der Raum, die theologischen Aussagen über das Böse umfassend zu beschreiben. Aus dem Alltag kennen wir den Kreislauf des Bösen, d. h. das Böse bringt immer wieder neue Zwänge und Ursachen hervor und bringt den Menschen damit in weitere Verstrickungen bis zur völligen Zerstörung. Oft verbirgt sich das Böse hinter der „Banalität des Alltäglichen“, wie Ingo U. Dalferth [2] es beschreibt.


Die Theologie und die Lehre Bruno Grönings

Jetzt stellt sich die Frage, wozu die Lehre Bruno Grönings, wenn in der Theologie  dieses Wissen offensichtlich bereits weitgehend enthalten ist?
Das ursprünglich reine Wissen der Theologie konnte von den Menschen über die Zeitalter der Geschichte nicht immer rein bewahrt werden, und damit schwand auch die gute Kraft oder ging ganz verloren und damit die Möglichkeit Heilungen bewirken zu können. In einigen theologischen Zweigen wird heute sogar schon diskutiert, dass diese Kräfte niemals existiert hätten und die Überlieferungen aus alten Schriften nur symbolisch zu verstehen seien. Diese Meinung ist jedoch durch zahllose Heilungen auf geistigem Weg, z. B. durch die Lehre Bruno Grönings oder auch durch Gebete, eindeutig widerlegt.

Bruno Gröning sagte dazu:
„Ich weiß nicht viel, ich weiß weiter nichts als nur das, was Menschen heute nicht mehr wissen. Gerade deshalb sehe ich es als meine Pflicht an, jeden Menschen dahingehend zu belehren, zu wem er gehört, was für ein Geschöpf er ist und wie er die Schöpferkraft in sich aufnehmen kann, um auch Herr seines Körpers zu werden.“ 
und
„Sie müssen mit so viel guter Kraft ausgestattet sein, dass das Böse in Ihnen, in Ihrem Körper keinen Platz mehr findet und dass Sie immer wieder aufs neue das Böse abstoßen können, so Sie einmal doch vom Bösen angegangen worden sind, in Zukunft auch angegangen werden.“ 

Bruno Gröning kannte diese geistigen Gesetze offenbar sehr genau. Seine Lehre überzeugt durch die zahllosen Erfolge als Garant für die Wahrheit, er sagte z. B.:
„Das Böse wird immer alles dazu tun, damit es nicht beseitigt wird. Und das Böse ist so hinterlistig und weiß sich überall ein- und anzuschleichen.“ 
und
„Der Mensch wird durch sich selber aufgebaut oder zerstört. Im Waffensaal des Denkens schmiedet er die Waffen, mit denen er sich seinen eigenen Untergang bereitet. In gleicher Weise bildet er die Werkzeuge, mit denen er sich himmlische Wohnungen der Freude, der Kraft und des Friedens erbauen kann. Mit Gottes Macht ist wohl gedacht.“ 


Die Wirkung böser und guter Kräfte am Beispiel von Frau A. M.

Am Beispiel von Frau M. wird das Ausmaß dieser negativen Energien sichtbar. Am Anfang der Entwicklung standen Neugier und Spaß. Dann erkennen wir Stufen der Gewöhnung, Fixierung von Verhaltensweisen bis hin zur völligen Abhängigkeit von den Suchtmitteln. Das Gewissen oder das „Herz“ als psychisches Zentrum setzte in seiner Schutzwirkung immer mehr aus. Das wirklich Gute konnte sie nur noch teilweise erahnen, aber schon gar nicht mehr umsetzen. Das Böse als Energie und verborgene Identifikation war ihr bereits in „Fleisch und Blut“ übergegangen. Nach den Gesetzmäßigkeiten dieser Entwicklung hätte nur noch der Tod durch Drogen folgen können.

Dass es zu einer vollkommenen Wende kam, ist für jeden Beobachter äußerst erstaunlich und nur als göttliches Geschenk zu betrachten.
Die erste Berührung mit der göttlichen Kraft geschah fast ohne ihren Willen, wenn wir von ihrer Entscheidung, zum Arzt-Informationsvortrag zu gehen, absehen. Bei dem Vortrag selbst stand sie unter dem Einfluss von Drogen und bekam fast nichts mit. Trotzdem geschah das Wunder, erst Tage danach stellte sie überrascht fest, dass sie den Konsum von Drogen „vergessen“ hatte, d. h. die zwingenden, negativen geistigen Kräfte waren vollständig beseitigt.

Erstaunlich ist besonders, dass es nach 18jähriger Abhängigkeit von teils schwersten Drogen (Heroin gespritzt) keinerlei Entzugserscheinung gab. Beim Entzug verlangt die „einwohnende“ böse Energie bzw. das böse Geistwesen verstärkt nach Drogen oder deren Ersatz. Wenn dies nicht mehr eingenommen wird, entwickelt das Geistwesen seine ganze Macht mit dem Hervorrufen von Schmerzen, zwingenden Gedanken, Ängsten usw.

Der völlige Wegfall von Entzugserscheinungen bei Frau M. ist Hinweis auf das vollkommene Ausschalten dieser negativen Kräfte. Wie sich später zeigte, war damit eine dauerhafte Heilung geschehen, die nun schon länger als 10 Jahre besteht. Solches ist nur dem Einwirken der allmächtigen, göttlichen Kraft möglich.

Aus theologischer Sicht ist das Besondere bei dieser Heilung, wie auch bei allen Heilungen im Bruno Gröning-Freundeskreis, dass keinerlei Rituale zur Austreibung des Bösen oder Gegenzauber und dergleichen erfolgen, sondern einfach nur die Aufnahme des göttlichen Heilstroms. Und das geschah bei Frau M. geradezu unbewusst. Die regelmäßigen Gebete ihrer Mutter für ihre belastete Tochter haben sicher geholfen, diese Heilung zu erlangen.


Schlussfolgerungen

Die Heilung von Frau M. macht einige wichtige Erkenntnisse deutlich:

1. Die Entzüge unter medizinischer, auch stationärer Aufsicht und ärztlicher Behandlung blieben für Frau M. ohne Erfolg. Diese Tatsache zeigt, dass die Medizin hier nicht helfen konnte und die wirkliche Ursache nicht erfasste.

2. Nach dem 9-wöchigen „kalten“ Entzug hatte Frau M. die körperlichen Symptome überwunden, aber die seelischen Zwänge waren noch so stark, dass sie gegen ihren Willen sofort wieder das Heroin spritzte – und sie hatte sich doch geschworen: „Wenn ich das überlebe, nehme ich nie wieder Drogen.“ Daraus wird deutlich, dass die Sucht nicht nur eine Gier der Körperzellen ist, sich mit der Droge voll zu „saugen“, sondern tief in der Seele verhaftet ist.

3. Auf dem Informationsvortrag des Bruno Gröning-Freundeskreises war der göttliche Heilstrom so mächtig, dass eine spontane, dauerhafte Befreiung von alle Zwängen und körperlichen Symptomen eintrat, d. h. die bösen, geistigen Energien wurden vollständig beseitigt.

4. Etwa 2 Monate nach der spontanen Befreiung von allen Suchterscheinungen kam Frau M. durch ungute soziale Kontakte in Situationen, wieder Haschisch zu rauchen. Sie fühlte sich dabei sehr schlecht. Sie konnte sich selbst ohne Gefühle von Entzug nach 2 Wochen wieder davon lösen. Offensichtlich war ihre Heilung so stabil und tiefgreifend, dass auch dabei kein Rückfall eintrat.

Ohne jegliche soziale Betreuung ist sie seit 1998 geheilt.

Vereinfachend können wir sagen:
Diese Beobachtungen bestätigen eindrucksvoll die geistige Ursache der Belastung, die somit nur auf dem geistigen Weg beseitigt werden konnte. Das geschieht sehr zahlreich bei allen Heilungen, die allein auf geistigem Weg durch die Lehre Bruno Grönings bewirkt werden.

Alle Belastungen, ob körperlich oder seelisch, kommen letztlich auf dem geistigen Weg in den Menschen. Was geistig hineinkommt, muss auch geistig wieder hinaus.
Das schließt natürlich nicht aus, dass der Betreffende auch die Hilfe des Arztes oder von Medikamenten in Anspruch nimmt.

Zum Abschluss

Damit haben wir zwar theologisch eine Erklärung, wissen aber noch lange nicht, wie eine solche Heilung im Einzelnen vor sich geht. Wir können zwar von der Erfahrung her sagen: so ist es geschehen, aber das Wie und Warum bleibt uns verborgen. Das ist allein die Gnade Gottes und sein Geheimnis.

Mit der Lehre Bruno Grönings haben wir das Wissen und den göttlichen Heilstrom, um solche „Krankheiten" besiegen zu können.


 Erläuterungen und Quellen

[1]  Bourguignon, E. Religion. Altered States of Consciousness and Social Change, Ohio State University Press, (1) S. 11

[2] Dalferth, Ingolf U., Das Böse. Essay über die Denkform des Unbegreiflichen, Tübingen 2006, (2) S. 115