Wissenschaftler kommen zu Wort
Das Göttliche kann der Mensch nicht mit dem Verstand, sondern nur mit dem Gefühl aufnehmen.
Das Göttliche kann der Mensch nicht mit dem Verstand, sondern nur mit dem Gefühl aufnehmen. Bruno Gröning
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Naturwissenschaft und Spiritualität – mein Weg zu einem anderen Weltbild

Bericht von Herrn Dr. M. B., Geologe (2010)

Zu meiner Person

Nach meinem Abitur studierte ich Geologie und Paläontologie [1]. Zunächst richtete sich mein Interesse auf die angewandte Forschung. Danach konzentrierte ich mich auf die Ingenieurswissenschaften und promovierte erfolgreich im Fachgebiet Bodenmechanik. Nach fünfjähriger Forschungszeit verließ ich den universitären Bereich und arbeite seit mehr als einem Jahrzehnt an ingenieur- und geowissenschaftlichen Aufgaben.

Mein Verhältnis zur Wissenschaft

Sowohl in meiner Schulzeit als auch im anschließenden Studium wurde mir ein rein naturwissenschaftliches Denken vermittelt, das im Wesentlichen auf den Fundamenten der klassischen Physik ruhte. Insbesondere das Studium der Geologie und Paläontologie wurzelte tief im mechanistischen Weltbild der Aufklärung. Dabei handelte es sich sicher um einen der konservativsten Zweige der Naturwissenschaften, die eng mit der Newton`schen Mechanik [2] und dem Darwinismus [3] verbunden sind. Ich war fasziniert von dem Wissen über die Geschichte unserer Welt. Auf der Grundlage der Physik, der Chemie und der Biologie wurden die Prozesse der Entstehung der Erde, der Kontinente, unserer Landschaft und des gesamten Lebens transparent. Jahrmillionen zogen vor meinem geistigen Auge vorbei. Der Studiengang offenbarte mir quasi als naturwissenschaftliches „Studium Generale" eine Weltsicht von außen, klar und in einer Schärfe, die keinen Zweifel zuließ. Alles, aber auch wirklich alles schien erklärbar. Man musste nur die richtigen Fragen stellen und die Lösungen waren lediglich eine Frage der Zeit. Lange Jahre wurde ich von dieser Faszination getragen, bewunderte Menschen, die mit ungeheuren Detailkenntnissen aus dem Nichts neue Theorien schufen und erlag dabei der Aura des Wissens an sich.

Ich weiß nicht, warum ich an einen Punkt kam, an dem die reine Faszination an der Wissenschaft mich nicht mehr befriedigte. Es kam so weit, dass ich eine weitere Anhäufung von Wissen sogar als eher sinnlos empfand. Vielleicht weil ich spürte, dass es mich als Person in meiner Entwicklung im Leben nicht wirklich weiterbrachte. Kurzum - es entstand ein Stillstand und mir wurde vor allem eines - langweilig. Ich stellte Sinnfragen und suchte Antworten.

Der Prozess der eigenen Erfahrung

Zu dieser Zeit beschäftigte ich mich nebenberuflich mit dem Thema Heilquellen. Ich fragte mich damals, worin eigentlich die von vielen Menschen beschworene heilende Wirkung besteht. Schaut man sich den Chemismus von Heilwässern an, so unterscheiden sie sich häufig nicht von gewöhnlichen Mineralwässern. Was macht sie also zu Heilquellen? Ist es der Glaube an die Wirkung? Suggerieren sich die Heilungssuchenden die Wirkung selbst auf?

Ich nahm Wasserproben verschiedener Heilquellen, experimentierte damit und machte eine für mich erstaunliche Erfahrung. Stellt man ein Glas Heilwasser direkt neben eines mit gewöhnlichem Leitungswasser, so überträgt sich augenblicklich der geschmackliche Charakter des Heilwassers auf das Leitungswasser. Das heißt ein weiches wohlschmeckendes Heilwasser gibt dem Leitungswasser eine weichere wohlschmeckendere Grundnote, ohne dass es vorab zu einem stofflichen Austausch gekommen ist. Ich wiederholte dies viele Male, ließ andere Menschen testen, ohne dass sie wussten, worum es mir ging. Es zeigte sich, dass 8 von 10 Personen den gleichen Effekt sofort wahrnahmen. In mir rang ich mit einem erheblichen Widerspruch, da hier offenbar eine Fernwirkung vorliegt, die nicht mit meinem naturwissenschaftlichen Weltbild vereinbar war. Mein wissenschaftliches Denken wie das der meisten Geowissenschaftler, Biologen und Chemiker wurzelte tief in den mechanistischen Vorstellungen Descartes [4]. Eine Reaktion kommt dabei nur durch den Kontakt, der einen Impuls auslöst, zustande. Akzeptiert wird zwar die Schwerkraft, doch werden alle anderen Vorstellungen von Fernwirkung bislang zurückgewiesen. Nun aber stand auf der einen Seite meine persönliche Erfahrung, die ich ja nicht leugnen konnte, auf der anderen Seite mein anstudiertes Wissen.

Die Tatsache, dass ich etwas wahrnahm, was meinem naturwissenschaftlichen Verständnis nach nicht sein konnte, erreichte mich emotional, ging mir sozusagen zu Herzen. Damit setzte bei mir genau das ein, was der Göttinger Professor Gerald Hüther [5], einer der angesehensten Vertreter der modernen Neurobiologie [6], in seinen Forschungen herausfand: Nur Ereignisse, die den Menschen emotional berühren, setzen nachhaltige Veränderungsprozesse in Gang. Tatsache ist, ich öffnete meine Sinne und setzte mich geistig in Bewegung, ich begann quasi über meinen Tellerrand hinauszuschauen.

Die Folge war, dass ich eines Tages mit meiner Frau im Dokumentarfilm „Das Phänomen Bruno Gröning .- Auf den Spuren des Wunderheilers“ saß. Tief bewegt verfolgte ich die Zeitzeugenberichte rund um das Phänomen Bruno Gröning. Dabei steht eine Vielzahl von Heilungen im Widerspruch zum mechanistischen Weltbild. Ich beschäftigte mich weiter mit diesem Phänomen und erfuhr von aktuellen wissenschaftlich dokumentierten Heilungen, die nach dem herkömmlichen physikalischen Verständnis nicht geschehen können. Zum Beispiel verschwinden über Jahre bestehende organische irreparable Schäden manchmal in Minuten oder Stunden.

Aus naturwissenschaftlicher Sicht kann sich organische Materie nicht von jetzt auf gleich, sozusagen von kaputt zu heil, austauschen. Selbst wenn man die viel beschworenen Selbstheilungsprozesse mit einbezieht, braucht es hierzu immer Zeit. Und doch sind die genannten Beispiele vielfach dokumentierte Realität.

Was aber bedeutet das? Eigentlich genügt eine einzige dieser Heilungen, um zu zeigen, dass das mechanistische Weltbild zumindest unvollständig ist. Denn in einem Bezugssystem, das die Natur als ein vollkommenes Uhrwerk begreift und sich im Wesentlichen auf der Lokalität [7] und dem Determinismus [8] – als ein Detail zusammen gründet, kann es Ausnahmen dieser Form nicht geben.

Wissenschaft und Weltbild

Ich begann mich mit der Wissenschaft des 20. Jahrhunderts zu beschäftigen. Ich las u.a. Ausführungen von Werner Heisenberg [9], Erwin Schrödinger [10], und Hans-Peter Dürr [11] und musste feststellen, dass das mechanistische Weltbild bereits seit gut 100 Jahren überholt ist. Mir wurde dabei jetzt erst bewusst, dass die Welt nicht aus Dingen, aus Bausteinen, die mechanistisch [12] in einandergreifen besteht. Materie besteht aus keinem Stoff und keiner Substanz. Die vermeintlichen Bausteine (Atome, Elektronen, Quarks etc.) entpuppen sich als reine (örtlich gebundene) Energie in unterschiedlicher Form. Alles Lebende und scheinbar nicht Lebende besteht demnach in letzter Konsequenz aus Energien, die sich in Wechselwirkung miteinander befinden. Wesentlicher Punkt dabei war für mich die Entdeckung der Quantenmechaniker, dass das Ergebnis eines Experimentes, zumindest im Mikrokosmos, abhängig sein kann von dem, der es durchführt. Die Wirklichkeit entsteht dabei erst im Zuge der Beobachtung,
mehr dazu siehe Bericht von Herrn Dr. rer. nat. U. St.

Das Subjekt der Erkenntnis, also der Mensch, ist demnach in die wissenschaftliche Betrachtung mit einzubeziehen. Damit besteht die Welt möglicherweise nicht aus Dingen bzw. Objekten, die an sich, d. h. unabhängig vom Bewusstsein existieren (Realismus, s. [2]) sondern sie ist mit dem Bewusstsein, d. h. der geistigen Ebene des Menschen offenbar auf einer elementaren Ebene verbunden. Die Worte Bruno Grönings „Der Geist beherrscht die Materie“,  bleiben damit für mich nicht nur eine Behauptung, sondern erhalten eine konkrete Anbindung an diese Entdeckungen. Auch Fernwirkungen, wie sie im Umfeld von Bruno Gröning dokumentiert sind, wurden durch diese Erkenntnisse für mich greifbarer.

Ich begann meine Weltsicht zu prüfen und stellte fest, wie sehr sie doch mit den Aussagen der etablierten Naturwissenschaft verbunden ist. Dabei sind die Grundlagen der Wissenschaft lediglich auf bislang nicht beweisbaren Annahmen (z. B. die Newton'schen Axiome [13]) gegründet, die den heutigen Bezugsrahmen bilden, in dem sich scheinbar alles bewegt. Zweifellos zeigen gerade die technischen Errungenschaften, dass diese Annahmen wohl begründet sind, doch bleiben sie eine reine Konvention (man hat sich darauf geeinigt, dass es so ist, da sie der Erfahrung entsprechen). Eine auf Annahmen gegründete Wissenschaft bildet zwar möglicherweise Teile der Realität ab, kann aber nie den Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Innerhalb ihres Bezugsrahmens entsteht ein in sich geschlossenes und verifizierbares System. Was aber ist mit Dingen, die außerhalb liegen? Die genannten Fernwirkungen und Spontanheilungen gehören zum Beispiel dazu oder auch Nahtoderfahrungen [14], mehr dazu siehe Bericht von Dipl. Ing. F. E., Melbourne, Australien (2010).

All diese Phänomene sind im konventionellen, naturwissenschaftlichen Sinne nicht beweisbar, doch sie werden über den Menschen wahrgenommen. Über meine Wahrnehmung machte ich eine Erfahrung mit Heilwasser, genauso wie ein Mensch, der spontan von einer medizinisch nicht heilbaren Krankheit genesen ist oder ein Mensch der eine Nahtoderfahrung erfuhr. Warum sollte man das unmittelbar selbst Erlebte, die eigene Erfahrung leugnen, zugunsten eines Weltbildes, das selbst lediglich auf Annahmen ruht? Traue ich der eigens erlebten Tatsache, also mir selbst, weniger als einer gesellschaftlichen Konvention?

Sich überzeugen heißt prüfen

Bruno Gröning ermahnte die Menschen: „Seien Sie bitte, bitte nicht leichtgläubig! Heute sage ich wie immer: „Sie brauchen das nicht zu glauben, was ich sage! Ich verlange es auch nicht. Eine Pflicht, die Sie haben: sich selbst davon zu überzeugen!“ 

Genau dies habe ich in der Vergangenheit selbst viel zu wenig getan. Aber nur die eigene Prüfung ist es, die zu einer echten Überzeugung führen kann. Dies bedeutet, ich muss selbst Zeuge sein. Prüfen bedeutet dabei immer Aktivität, denn ohne Aktivität ist keine Erfahrung und damit auch keine Überzeugung möglich. Das beste Beispiel für mich war das Phänomen des Heilstromes. Bruno Gröning sprach von einer Kraft, die überall verfügbar ist, die jeder Mensch aufnehmen kann und die zu Hilfe und Heilung führt. Aus mechanistischer Weltsicht fehlt für die Existenz einer Energie in dieser Form, d. h. einer Fernwirkung dieser Art, jede naturwissenschaftliche Grundlage. Sie kann allenfalls auf die Psychologie und die Möglichkeit der Selbstsuggestion verweisen. Aus meiner bisherigen Weltsicht heraus hätte ich den Sachverhalt theoretisch beleuchtet und im Spiegel der Lehrmeinungen als nicht möglich abgehakt. Mit dem genannten Wissen und meinen Erfahrungen ist diese Form der Beurteilung nicht mehr ausreichend. Ich, das Subjekt der Erkenntnis, bin quasi gezwungen selbst zu prüfen, da die sogenannte „objektive“ Betrachtung von Außen meine Sinneswahrnehmung und damit einen Teil der Wirklichkeit ausschließen würde.

Nach den neuesten neurobiologischen [6] Erkenntnissen ist der Mensch in der Regel nur dann fähig etwas wahrzunehmen, wenn er sich grundsätzlich vorstellen kann, dass das Wahrzunehmende auch existiert. Dies bedeutet für das Phänomen des Heilstromes, dass ich mir zumindest vorstellen können muss, dass es ihn geben könnte, um ihn wahrzunehmen. Genau dies ist mir gelungen. Ich spüre den Heilstrom, ohne dass ich erklären kann, worum es sich dabei handelt und was genau passiert. Ich nehme das Phänomen so wie es ist. Fakt ist, dass sich seither bei mir alle ehemaligen Zipperlein in Luft auflösten und ich mich über den ganzen Tag krafterfüllt fühle.

Der Heilstrom und die Frage nach Gott

Stellt man sich die Frage nach dem Zustandekommen einer Heilung auf dem geistigen Weg, so kommt man um die Frage nach Gott nicht herum, da nahezu alle Heilungen mit der Zuwendung der Betroffenen zu Gott in Verbindung stehen. Bruno Gröning sprach von dem göttlichen Heilstrom, der göttlichen Kraft. Er sagte: „Aber den Heilstrom aufnehmen müssen Sie, Sie müssen auf Gott hören und Sie müssen diese Seine Sendung, die Er für uns, für jeden Menschen, für jedes Lebewesen bestimmt hat, auch aufnehmen, wie die Ameise, wie jede Pflanze es tut, wie jedes Tier. Nur Menschen haben keine Zeit dafür.“ 

Dabei spielt die Frage nach Gott heute für viele Menschen keine wesentliche Rolle in ihrem Leben. Vielleicht ist es das Ergebnis des jahrhundertelangen Kampfes der christlichen Kirchen gegen das mechanistische Weltbild der Aufklärung. Immer wieder versuchten sie Gott als geistige Instanz mit der Methode der Objektivierung [15] zu beweisen. Ein aus heutiger Sicht aberwitziges Unternehmen. Es wäre so, als suche ich eine Partitur Beethovens in den Bauelementen des Klaviers, auf dem sie gerade gespielt wird. Diese Versuche mussten scheitern und führten letztlich zu der heutigen strikten Trennung zwischen Geistes- und Naturwissenschaft.

Aus der Beschäftigung mit dem Phänomen Bruno Gröning heraus wurde mir bewusst, dass es jedem einzelnen Menschen obliegt, sich die Frage nach Gott zu stellen. Jeder für sich ist hier als Mensch gefragt. Eine geistige Instanz erschließt sich nicht durch Literaturstudien, nicht durch rationale Gedankengebäude, die die Wahrnehmung des Menschen und damit auch seine geistige Ebene aus dem Prozess der Erkenntnis ausschließen. Sie entzieht sich damit übrigens auch jeder Diskussion. Dabei ist es wie mit dem Phänomen des Heilstromes. Die Erfahrbarkeit hängt davon ab, ob ich grundsätzlich auch gewillt bin, eigene Erfahrungen zu machen. Dies erfordert zwangsläufig meine Aktivität. Wenn ich keinen Schritt gehe, dann passiert nichts. Die Wissenschaft kann dies für den Einzelnen nicht übernehmen. Sie kann uns aber zumindest von überholten Weltbildern befreien, die diese Schritte behindern. Ich selbst schließe mich hierzu den Worten des Schweizer Physikers und Galaxienforschers Bruno Binggeli [16] an, der zur Rolle der Naturwissenschaft anmerkt:

„Wissenschaft beweist damit nicht die Existenz Gottes. Darin kann es in einer Disziplin, die sich lediglich in einem sich selbst gesetzten Bereich innerhalb von Raum und Zeit, also einer reinen Abstraktion bewegt, nicht gehen. Sie gibt aber im Spiegel ihrer kosmologischen und quantenmechanischen Entdeckungen Gott und der Mystik wieder einen Raum. Sie stellt die Metaphysik aus der Ecke der „Spinnerei“ bzw. der philosophischen Spielerei und des nicht wirklich Seriösen wieder in einen seriösen Bezugsrahmen. Interessant ist, dass sie sich Kraft ihrer Methodik dabei selbst bzw. die Grundlagen ihres Weltbildes als Irrtum belegt.“

Auch Bruno Gröning bemerkte zur Rolle der Wissenschaft: „Es gibt heute zahlreiche Mediziner und andere Wissenschaftler, die wie ich zu der Erkenntnis gekommen sind, dass es Kräfte gibt, die früher bekannt waren, unbekannt wurden und heute wieder nach und nach anerkannt werden müssen, weil sie einfach da sind.“ 

Wie gehe ich damit um?

Genau letzteres stellt für mich den wesentlichen Aspekt dar. Diese Phänomene sind einfach da, sie sind Realität. Somit stellt sich für mich weniger die Frage der Erklärbarkeit, sondern nur die Frage: Wie gehe ich damit um? Sicher kann man darüber hinwegschauen oder sich ihrer verschließen und doch bleiben sie ein schlichtes Faktum. Ich selbst habe mich für eine Auseinandersetzung mit dem Phänomen Bruno Gröning entschieden, da die sich daraus ergebenden Konsequenzen so fundamental für mein eigenes Leben sind, dass sich ein darüber hinwegschauen geradezu verbietet. Ich gebe damit auch der Frage nach Gott wieder Raum und mir die Möglichkeit, Spiritualität neu zu entdecken.



Erläuterungen und Quellen:

(aus Wikipedia mit eigenen Ergänzungen)

[1] Paläontologie

Die Paläontologie ist die Wissenschaft von den Lebewesen vergangener Erdzeitalter. Gegenstand paläontologischer Forschung sind die in Sedimentgesteinen vorkommenden Organismenreste und Hinweise aller Art auf vorzeitliche Lebewesen, die als Fossilien (vom lateinischen fossilis „ausgegraben“) bezeichnet werden.

Die systematische Erfassung der Fossilfunde und den daraus abgeleiteten Erkenntnissen bilden die wesentliche Grundlage für die Theorie der biologischen Stammesgeschichte (Evolution).
Als Belege für ausgestorbene Lebewesen geben Fossilien nicht nur Auskunft über deren Morphologie, Systematik, Physiologie, Ontogenese und Ökologie. Sie bieten vor allem auch einen zeitlichen Rahmen für Evolutionsprozesse. Entsprechend der vertikalen Aufeinanderfolge fossilführender Gesteinsschichten lassen sich Gemeinschaften vorzeitlicher Lebewesen in eine zeitliche Reihenfolge bringen (Prinzip der Stratigraphie). Mit Hilfe radiometrischer Methoden kann man Gesteinen und den darin enthaltenen Fossilien auch Alter in (wenigen tausend bis vielen Millionen) Jahren zuweisen (Geochronologie). Das Alter der Fossilien gibt Auskunft darüber, wann im Verlauf der Stammesgeschichte einzelner Gruppen sowie der Lebewesen insgesamt bestimmte Veränderungsprozesse auftraten.

[2] Newton'sche Mechanik

Isaac Newton (1642 bis1727) befasste sich 31 Jahre lang mit dem Phänomen der Zeit. Nach Newton sei das Universum ein gewaltiges Uhrwerk, und nur die Zeit wahre die Ordnung aller Dinge. Des Weiteren sei sie eine feststehende Größe, die für jeden und überall gleich sei und sich nie ändere. Die Materie bestand für ihn aus kleinsten Teilchen, die nicht zerstörbar sind und unsere gesamte Welt aufbauen. Er schuf die Grundlagen für ein Weltbild, das nicht nur materialistisch sondern auch mechanistisch war. Damit wurde eine Realität postuliert, die durch die Regelmäßigkeit des Uhrwerkes geprägt und keines Uhrmachers (Gott) mehr bedarf.
Die Newton'sche Mechanik ist gleichbedeutend mit der klassischen Mechanik. Ausgehend von den Entdeckungen Newtons im 17. und 18. Jh. und Maxwells im 19. Jh. sind vor dem Hintergrund eines absoluten Raumes und einer absoluten Zeit die realen Größen im Universum Teilchen und Felder, die sich nach eindeutigen Gesetzmäßigkeiten verhalten. Die klassische Mechanik ruht dabei auf drei Grundannahmen:

  1. Die Welt besteht aus Dingen bzw. Objekten, die an sich, d.h. unabhängig vom Bewusstsein existieren (Realismus).
  2. Zwei Ereignisse an jeweils verschiedenen Orten können sich nur dann beeinflussen, wenn ein Signal genügend Zeit hat den Raum zwischen ihnen zu überbrücken (Lokalität).
  3. Jedes gegenwärtige und zukünftige Ereignis kann aus der Wirkung vergangener Ursachen vollständig erklärt werden (Determinismus).

 

[3] Darwinismus

Als Darwinismus bezeichnet man die biologische Evolutionstheorie von Charles Darwin, die besagt, dass in beliebigem Rahmen (d. h. auch außerhalb der Biologie) bei Vorhandensein von Evolutionsfaktoren eine Evolution stattfindet. Die Evolutionstheorie (biologische Evolution) erklärt die Entstehung, die Entwicklung und die Vielfalt des Lebens auf natürliche, d. h. physikalisch-chemische Weise. Das Konzept des universellen Darwinismus geht davon aus, dass bei jedem System mit diesen Bedingungen Evolution stattfinden wird, ganz gleich in welchem konkreten Rahmen. Das heißt, dass sich bei den Einheiten mit der Zeit komplexe Eigenschaften herausbilden, die ihre Reproduktion begünstigen, während in jeder Generation auch ein Teil verdrängt wird (d. h. ausstirbt). Teilweise können Eigenschaften auch an Komplexität verlieren, wenn der entsprechende Selektionsdruck nachlässt oder sich eine weniger komplexe Eigenschaft als vorteilhafter durchsetzt. Der Universelle Darwinismus sagt für die Entwicklung keine Zielrichtung voraus.

[4] Descartes

René Descartes (1596 bis 1650) war ein französischer Philosoph, Mathematiker und Naturwissenschaftler. Descartes gilt als der Begründer des modernen frühneuzeitlichen Rationalismus. Er war einer der wichtigsten und strengsten Vertreter des Mechanistischen Weltbildes. Er vertrat demnach die These, dass nur Materielles existiert und z. B. der menschlichen Geist oder Wille nicht durch Bezug auf Immaterielles erklärbar ist. Selbst den menschlichen Körper bezeichnete er als bloße „Gliedermaschine“ Er reduzierte den lebenden Organismus des Menschen auf dessen Mechanik und wurde damit zum Begründer der neuzeitlichen Iatrophysik, die Lebensvorgänge und die krank¬haften Veränderungen im Organismus physikalisch und mechanisch bedingt auffasst. René Des-cartes war allerdings durchaus religiös; seine Aufteilung des Menschen in einen mechanisch funktionierenden Organismus und eine Seele ist wohl sein bekanntester und auch meistkritisierter Denkansatz geblieben.

[5] Gerald Hüther

Leiter der Abteilung für neurobiologische Grundlagenforschung an der Psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen. Professor Gerald Hüther arbeitet auf dem Gebiet der experimentellen Hirnforschung. Unter anderem untersucht er:

  • die Auswirkungen von Angst und Stress auf Gehirn und Verhalten
  • den Einfluss der Ernährung auf das Gehirn
  • die Wirkungen und langfristigen Folgen des Konsums von Drogen und Psychopharmaka
  • die Beeinflussbarkeit der kindlichen Hirnentwicklung durch psychosoziale Faktoren und psychopharmakologische Behandlungen
  • die Evolution des Bewusstseins

    Populärwissenschaftliche Werke u.a.:
  • Biologie der Angst - Wie aus Stress Gefühle werden. Vandenhoeck und Ruprecht Verlag, Göttingen 2005, ISBN 3-525-01439-2
  • Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen (Sammlung Vandenhoeck; 6. Aufl. 2006) ISBN 978-3-525-01464-6
  • Die Macht der inneren Bilder. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen; 3. durchgesehene Aufl. 2006 ISBN 978-3-525-46213-3

 

[6] Neurobiologie

Die Neurobiologie beschäftigt sich im Wesentlichen mit den molekularen und zellbiologischen Grundlagen der Neurowissenschaften. Untersuchungsgegenstand sind die Mechanismen, mit denen Nervensysteme dazu beitragen, dass Organismen ihre Lebensvorgänge angepasst an ihre jeweiligen Umwelten vollziehen können. Dabei werden Aufbau und Funktion sowohl von einzelnen Nervenzellen (Neuronen), von größeren Zellverbänden, die Funktionseinheiten bilden, aber auch ganzer Nervensysteme untersucht.

[7] Lokalität

Zwei Ereignisse an jeweils verschiedenen Orten können sich nur dann beeinflussen, wenn ein Signal genügend Zeit hat den Raum zwischen ihnen zu überbrücken (s. Newtonsche Mechanik).

[8] Determinismus

Jedes gegenwärtige und zukünftige Ereignis kann aus der Wirkung vergangener Ursachen vollständig erklärt werden (s. Newtonsche Mechanik).


[9] Werner Heisenberg

Werner Karl Heisenberg (1901 bis 1976) war einer der bedeutendsten Physiker des 20. Jahrhunderts und Nobelpreisträger. Er formulierte 1927 die nach ihm benannte Heisenbergsche Unschärferelation, welche eine der fundamentalen Aussagen der Quantenmechanik trifft – nämlich, dass bestimmte Messgrößen eines Teilchens (etwa sein Ort und Impuls) nicht gleichzeitig beliebig genau bestimmt werden können.
Unter seinen nichtfachwissenschaftlichen Schriften ragt seine Autobiographie hervor: Der Teil und das Ganze. Gespräche im Umkreis der Atomphysik (1969). Hier zeigen sich seine philosophischen Interessen, die in Richtung einer neuplatonischen Naturdeutung gehen, wobei die Symmetrieprinzipien der Physik eine fundamentale Rolle spielen.

[10] Erwin Schrödinger

Erwin Schrödinger (1887 bis 1961) war ein österreichischer Physiker und Wissenschaftstheoretiker. Er gilt als einer der Begründer der Quantenmechanik und erhielt für die Entdeckung neuer produktiver Formen der Atomtheorie gemeinsam mit Paul Dirac 1933 den Nobelpreis für Physik. Doch Schrödinger war nicht nur Physiker sondern auch Philosoph.

Ausgewählte Veröffentlichungen:

  • Was ist Leben? - Die lebende Zelle mit den Augen des Physikers betrachtet, Leo Lehnen Verlag (Sammlung Dalp), München, 1951, 2.Aufl.
  • Was ist Materie?, 2-CD-Set, 86 Minuten, Originaltonaufnahmen, supposé Köln, ISBN 3-932513-30-4
  • Geist und Materie, Diogenes Verlag 1994

 

[11] Hans-Peter Dürr

Hans-Peter Emil Dürr ist ein deutscher Physiker, der bis Herbst 1997 Direktor am Max-Planck-Institut für Physik (Werner-Heisenberg-Institut) in München war. Seine Tätigkeitsfelder waren die Kernphysik, Elementarteilchenphysik und Gravitation. Dürr war von 1958 bis 1976 Mitarbeiter von Werner Heisenberg und wurde 1987 mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Er gehört der forschungskritischen internationalen Gruppe Pugwash an, die 1995 den Friedensnobelpreis erhielt. In 2004 wurde ihm das Große Bundesverdienstkreuz verliehen.

Ausgewählte Schriften:

  • Wirklichkeit, Wahrheit, Werte und die Wissenschaft (Mitautor, Mithrsg), BWV, 2003.
  • Auch die Wissenschaft spricht nur in Gleichnissen, Herder spektrum, 2004.
  • Liebe - Urquelle des Kosmos  −  Ein Gespräch über Naturwissenschaft und Religion, H.P.Dürr/Raimon Panikkar; Herder Vlg. (Herder Tb.5965), Freiburg 2008, ISBN 978-3-451-05965-0.

 

[12] mechanistisch

Als mechanistisch bezeichnet man eine Position, welche auf einen metaphysischen Materialismus festgelegt ist, also auf die These, dass nur Materielles existiert und z. B. der menschlichen Geist oder Wille nicht durch Bezug auf Immaterielles erklärbar ist.
Im mechanistischen Bezugssystem sind letztlich alle Phänomene erklärbar; sodass sich die Chemie auf die Physik, die Biologie auf die Chemie und die Psychologie auf die Biologie reduzieren lässt.

[13] Newton'schen Axiome

Isaac Newton formulierte im Jahre 1687 drei Grundsätze (Gesetze) der Bewegung, die als die newtonschen Axiome, newtonsche Prinzipien oder auch newtonsche Gesetze bekannt sind. Diese Gesetze bilden das Fundament der klassischen Mechanik. Obwohl sie vielfach empirisch bestätigt worden sind, bleiben sie nicht beweisbare Grundsätze.
Insbesondere physikalische Theorien beruhen auf Axiomen. Aus diesen werden Theorien geschlussfolgert, die im Experiment verifiziert werden. Stehen Aussagen der Theorie im Widerspruch zur experimentellen Beobachtung, werden die Axiome angepasst.
Beispielsweise liefern die Newtonsche Axiome nur für „langsame“ und „große“ Systeme gute Vorhersagen und sind durch die Axiome der Speziellen Relativitätstheorie und der Quantenmechanik abgelöst bzw. ergänzt worden. Trotzdem verwendet man die Newtonschen Axiome weiter für solche Systeme, da die Folgerungen einfacher und für die meisten Anwendungen die Ergebnisse hinreichend genau sind.

[14] Nahtoderfahrung

Als Nahtod-Erfahrung wird ein Erfahrungstyp bezeichnet, der auftritt, wenn Menschen dem Tode nahe sind und der eines oder mehrere Erfahrungselemente wie ein Gefühl von Frieden, Ruhe, Liebe oder Glück, Tunnelerlebnis, Außerkörperliches Erlebnis, Begegnungen mit Anderen (oft tote oder religiöse Wesen), Begegnung mit einem Lichtwesen oder eine Rückschau auf das Leben enthält.

Wesentlich sind dabei dokumentierte Fälle, für die es keine Erklärung im herkömmlichen naturwissenschaftlichen Sinne gibt. Dabei nehmen Menschen Vorgänge in ihrer Umwelt wahr, die sie Kraft ihrer Sinne aus biologischer Sicht zweifellos nicht hätten wahrnehmen können. Sie beschreiben dabei Details von Begebenheiten, die nur aus einer Perspektive außerhalb ihres Körpers erlebbar waren. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist der Fall der Nahtod-Erfahrungen von Pam Reynolds, deren Beschreibung ursprünglich auf Michael B. Sabom zurückgeht. Während die Patientin einer Gehirnoperation unterzogen wurde, zeigten mehrere Messinstrumente ein so genanntes Null-Linien-EEG, da im Gehirn durch die besondere Operationsmethode mittels Unterkühlung, Blutabzug und Medikamentenwirkung keinerlei messbare Aktivität vor sich ging. Die Augen der Patientin waren zugeklebt und die Ohren wegen der Hirnstrommessungen zugestöpselt. Nach der Darstellung von Sabom beschrieb Reynolds hinterher, sich daran zu erinnern, während des Eingriffs etwa zwei Meter über dem OP-Tisch geschwebt zu sein. Sie gab außerdem Details der Gespräche während der Operation wieder und berichtete von den Eingriffen an ihrem Gehirn, wobei sie auch das Aussehen der Spezialinstrumente und deren Anwendung detailliert beschreiben konnte.

Selbst blinde Menschen machen, wie Sehende, dabei überprüfbar richtige Beobachtungen. So beschrieb z.B. eine 70-jährige Frau sehr genau und anschaulich, was um sie herum passierte, als die Ärzte sie nach einem Herzanfall reanimierten. Diese Frau war seit ihrem achtzehnten Lebensjahr blind. Sie konnte nicht nur beschreiben, wie die angewendeten Instrumente aussahen, sondern sogar ihre Farbe angeben. Erstaunlich war, dass es die meisten dieser Instrumente noch gar nicht gab, als diese Frau vor über fünfzig Jahren das Augenlicht verlor. Zudem wusste sie sogar, dass der Arzt einen blauen Anzug an hatte, als er mit der Reanimation begann.
 

[15] Objektivierung

Die Objektivierung wird in diesem Kontext der Vorgang bezeichnet, bei dem in einer wissenschaftlichen Untersuchung der Einfluss des Menschen ausgeschlossen wird. Dabei wird im Sinne der Vergleichbarkeit und Verifizierbarkeit der zu beobachtende Vorgang von außen betrachtet mit dem Ziel allgemeingültige Gesetzmäßigkeiten zu erkennen, die unabhängig vom Bewusstsein des Menschen existieren.

[16] Bruno Binggeli

Der Astrophysiker Bruno Binggeli wurde 1953 in Frick (Schweiz) geboren und ist bis heute Professor in Basel. Er arbeitete als Astronom in Kalifornien, Chile und Florida. Beachtung fanden seine Arbeiten zur Morphologie von Galaxienhaufen und Zwerggalaxien. In seinem Buch «Primum Mobile» verknüpft er die mittelalterliche Sicht auf den Kosmos, das Weltbild Dantes, mit den Erkenntnissen und Rätseln der heutigen Kosmologie. Und zeigt, wo heute das Unvorstellbare, Unsagbare beginnt. Mit Hilfe der Analogie (Finden von Ähnlichkeit) stellt er fest, dass das aktuelle Urknall-Weltbild sich besser mit mittelalterlichen Vorstellungen vergleichen lässt, als mit dem unendlichen Weltall der Neuzeit nach Giordano Bruno (19. Jahrhundert). Letztere, so Binggeli, habe zu einem reduktionistischen Materialismus und schließlich in den Nihilismus geführt.

Literatur:

Primum Mobile, Dantes Jenseitsreise und die moderne Kosmologie. - Bruno Binggeli, Ammann Verlag 2006, ISBN-13: 978-3-250-10502-2