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Bruno Gröning
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Hilfen für Schüler, Eltern und Lehrer – Eine Lehrerin berichtet

Bericht von M. L., Lehrerin (2010)

40 Berufsjahre als Lehrerin

Nach meinem Studium für das Lehramt an Universität und Pädagogischer Hochschule begann ich 1969 meine berufliche Tätigkeit. In 40 Berufsjahren als Lehrerin arbeitete ich an Berufsfach- und Handelsschulen, hauptsächlich aber an Haupt-, Gesamt- und Grundschulen und konnte viele wertvolle Erfahrungen sammeln. Die wichtigsten möchte ich hier vorstellen.

Ich habe meine berufliche Tätigkeit mit Freude begonnen. Die mir anvertrauten Kinder lagen mir von Anfang an am Herzen. Mein Wunsch war es immer, ihnen das beste Rüstzeug als Grundlage für ihr Leben mitzugeben.

In den letzten Jahren meines Studiums und zu Beginn meiner beruflichen Tätigkeit erlebte ich die Jahre der sogenannten 68er-Studentenbewegung (um 1968), eine geistige Strömung aus den USA, die jede Autorität in Frage stellte. Zuerst habe ich die Thesen dieser Bewegung unterstützt. Mit den Jahren begann ich jedoch in der Schule Anzeichen dafür zu beobachten, dass der Geist dieser Bewegung bei meinen Schülern nicht die erhoffte Wirkung zeigte, sondern Reaktionen bei den Schülerinnen provozierte, die den Unterricht schwierig werden ließen. Der Zerfall von Autorität und überlieferten Werten wirkte sich in erschreckendem Maße auf die Erziehung aus. Was in den Städten begann, wurde bald auch auf dem Lande sichtbar: Bis in die hinterste Dorfschule hielt die „Antiautoritäre Erziehung“ Einzug.

Ein neuer Geist bemächtigte sich der Schule

Bisher hatte ich erlebt, dass Ruhe, Respekt, Ordnung, das rechte Maß an Disziplin und Leistungsorientierung die Arbeit in den Klassen bestimmte. Nun stieß ich schon bei der Durchsetzung selbstverständlicher erzieherischer Ordnungsmaßnahmen immer häufiger auf die Auffassung, dies sei autoritär. Ich stellte indessen fest, dass Kollegen, die dieser neuen Linie folgten und die Disziplin der Schüler vernachlässigten, massive Probleme beim Unterrichten bekamen. Der Lärmpegel in der Schule stieg derart, dass sich Schüler und Lehrer zuweilen nur noch hilflos die Ohren zuhalten konnten. Für viele Schüler wurde es schon zu einer Herausforderung, still zu sitzen oder sich über den Zeitraum nur einer einzigen Schulstunde zu konzentrieren. Die Leistungsfähigkeit in solchen Klassen ließ erschreckend nach.

Hatten noch zu Beginn meiner Unterrichtstätigkeit in den Siebziger Jahren auf dem Lande die Achtklässlerinnen ihre Puppen mit in den Unterricht gebracht, so begegnete mir jetzt immer häufiger das neue Leitbild der „coolen kids“.

In den Klassen, in denen ich unterrichtete, saßen immer mehr Scheidungskinder, Opfer der um sich greifenden Auflösung von Ehe und Familie. Mit dem häufigen Orts- und Partnerwechsel der Eltern kamen die Heranwachsenden, wie ich aus vielen Gesprächen erfuhr, nicht zurecht. Besonders im Religionsunterricht wurde deutlich, wie sehr die Schüler Lebenssinn und gute Vorbilder vermissten. Manche verschlossen sich, bis hin zu Selbstverachtung. Es gab immer wieder Fälle von Magersucht; eine Schulabgängerin,  ein begabtes Mädchen, brachte sich um.

Andere Schüler, zunehmend auch Mädchen, wurden aggressiv und gewalttätig. Die Kinder- und jugendpsychologischen Beratungsstellen in der Umgebung, die wir zuvor eher selten hatten bemühen müssen, hatten von Jahr zu Jahr immer längere Wartelisten.

Auch wir Lehrer wurden immer mehr in Mitleidenschaft gezogen. Konnten wir früher Zeit und Kraft für unseren Doppelauftrag von Bildung und Erziehung einsetzen, mussten wir nun unter dem Stichwort der „selbstbestimmten Schule“ in immer kürzeren Abständen immer neue Erlasse, Bestimmungen und Anordnungen umsetzen. Resigniert und ausgebrannt (burn-out), kämpften viele Kollegen schließlich nur noch ums bloße berufliche Überleben. Ich erlebte an verschiedenen Schulen, wie mehrere besonders engagierte, auch junge Lehrer durch Selbstmord verbittert aus dem Leben schieden.

Im Laufe der Jahre wurde ich immer nachdenklicher über meine schulischen Erfahrungen und bemühte mich, die Entwicklung zu verstehen. Ich begann, mich intensiv mit Literatur zum Thema auseinanderzusetzen.

Literaturhinweis, Beispiele:
- Gaschke, Susanne: Die Erziehungskatastrophe, München 2001
- Ludwig, C. /Mannes, A. (Hrsg.): Mit der Spaßgesellschaft in den
Bildungsnotstand, St.Goar  2003
- Anrich, Ernst: Wohin gehört der Mensch? Seeheim 1972
- Meves, Christa: Mut zum Erziehen, Stein am Rhein 1997
- Brezinka, Wolfgang: Erziehung in einer wertunsicheren Gemeinschaft, 3. Aufl., München 1993
- Kosiek, Rolf: Die Frankfurter Schule und ihre zersetzenden Auswirkungen,  Tübingen  2003


Meine Erfahrungen und Erkenntnisse dazu

Meine Erfahrungen und eigene Überlegungen dazu veröffentlichte ich in Zeitschriften und schrieb Leserbriefe zum Thema, mit reger Resonanz. Unter anderen meldete sich zustimmend ein Historiker; der Chefredakteur einer Tageszeitung und eine sehr bekannte Autorin aus dem erzieherischen Bereich luden mich zu Gesprächen ein. Ich gewann durch solchen Gedankenaustausch zwar immer mehr Gewissheit, dass meine individuelle Erfahrung vor Ort mit der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung übereinstimmte, doch im konkreten schulischen Alltag fühlte ich mich umso ohnmächtiger, etwas zu ändern.

Weiterhin war ich bemüht, meinen Schülern alles Nötige für ihr Leben mitzugeben. Vor der allgemeinen Desorientierung glaubte ich mich nur noch schützen zu können, indem ich mich und meine Schüler über alle Probleme in der Welt informierte. Mit so viel Ungutem überschüttet, sprang eines Morgens ein Neuntklässler auf und schrie mich an, er habe genug von all den Hiobsnachrichten, er halte das einfach nicht mehr aus.

Nachdem ich das Ganze überschlafen hatte, war ich diesem Schüler dankbar, erkannte ich doch, dass er recht hatte. Das war für mich ein Schlüsselerlebnis; ich wusste, ich durfte weder mich noch die Schüler weiter niederdrücken lassen. Doch einen Ausweg fand ich nicht. Ich fühlte mich erschöpft und wurde krank. Seit meinem 36. Lebensjahr konnte ich nur noch als Teilzeitkraft arbeiten, zu mehr war ich körperlich und seelisch nicht mehr in der Lage.

Es ging weiter bergab mit mir, ich fühlte mich ständig müde und kraftlos. Der heftige Ausbruch einer schlummernden Erkrankung, deren kein Arzt Herr wurde, ließ mich nach Alternativen Ausschau halten. Im Herbst 1997 hörte ich von Bruno Gröning und ließ mich in seine Lehre einführen. Nachdem ich 30 Jahre nach dem richtigen geistigen Weg für mich gesucht hatte, erkannte ich sofort, dass dieser der richtige für mich ist und mir hier geholfen werden kann.

Mein neuer Anfang

Ich begann, die Lehre Bruno Grönings entschlossen in die Tat umzusetzen. Der Erfolg war zunächst, dass ich innerhalb weniger Monate von meiner jahrzehntelangen körperlichen Belastung, bei der mir weder Schul- noch Alternativmediziner hatten helfen können, gesundete. Außerdem stellte ich nach einiger Zeit fest, dass ich von langjährigen Depressionen befreit war.

Meine wegen der gesundheitlichen Probleme reduzierte Berufstätigkeit konnte ich wieder voll aufnehmen. Ich fühlte mich sehr viel leistungsfähiger als ich es je war, voller Energie und Lebensfreude, und wieder so kraftvoll, dass ich, die ich bisher nicht mehr als 18 Wochenstunden geschafft hatte, jetzt, mit 50 Jahren, wieder voll zu arbeiten begann. Als Vollzeitkraft war ich sogar deutlich leistungsfähiger als früher. Unter freiwilligem Verzicht auf sämtliche Ermäßigungsstunden konnte ich schließlich nach 40 Jahren meine berufliche Tätigkeit gesund beenden, was keineswegs typisch für diesen Beruf ist.

Ich bemerkte bald, dass ich, durch das regelmäßige Einstellen aufgetankt mit Heilkraft, schulischem Lärm und ständiger Unruhe entschiedener und kraftvoller zu begegnen und die Zügel fester in der Hand zu halten im Stande war.

Die Beschäftigung mit der Lehre Bruno Grönings gab mir meine innere Sicherheit zurück, die Dinge beim Namen zu nennen und Unruhe konsequent nicht zu dulden, ist sie doch, so Bruno Gröning, ein erstes Zeichen für Energiemangel.

Unter dem Eindruck meiner Heilungen und meiner derart gestiegenen Lebenskraft war es naheliegend, dass ich mir die Frage stellte, wie diese Lehre auch für einzelne Kollegen und Schüler eine Hilfe sein könnte. Ich hatte von den sogenannten Fremdhilfen gehört: Bruno Gröning-Freunde berichteten oftmals, wie sie für andere Menschen den Heilstrom aufgenommen und deren Heilung erlebt hatten. So begann ich, mich gezielt für meine jeweilige Klasse, einzelne Schüler und Kollegen einzustellen und fest für sie an eine Wende zum Guten zu glauben. Im Laufe der Jahre konnte ich die Wirksamkeit an zahlreichen Beispielen immer wieder beobachten.

Beispiel einer Hilfe für eine Kollegin

Ich machte die Erfahrung, dass ich mich auch für meine Kollegen wirkungsvoll auf den Heilstrom einstellen konnte. So erlebte ich es beispielsweise bei einer aus der ehemaligen DDR stammenden Kollegin, deren Ausbildung nicht entsprechend anerkannt war und die vergleichsweise wenig verdiente, worunter sie sehr litt. Einige Monate, nachdem ich mich für ihre Angelegenheit eingestellt hatte, erhielt die Kollegin zu ihrer eigenen Überraschung und großen Freude die volle Anerkennung ihrer Ausbildung und somit eine angemessene Bezahlung. Das war 22 Jahre lang nicht möglich gewesen.

 

Beispiel einer Hilfe für einen Schüler und seine Familie

So hatte ich einen stotternden Schüler, der wegen nervöser Magenprobleme immer wieder ins Krankenhaus musste. Hintergrund war, dass der gewalttätige Vater der Familie das Leben zur Hölle machte. Kurz nachdem ich in der Angelegenheit den Heilstrom aufgenommen hatte, hörte der Junge ohne äußeren Anlass oder fachliche Intervention zu stottern auf, und die Magenprobleme verschwanden. Zwei, drei Wochen später berichtete die Mutter erstaunt über die Veränderungen in ihrem Haushalt. Die Situation habe sich aus ihr unerklärlichen Gründen entspannt. Der Vater ließ die Familie seither in Ruhe.

 

Ich begann meine Schüler zu lieben

Zwar hatte ich von jeher die meisten meiner Schüler gemocht, nun aber begann ich sie zu lieben, und zwar besonders die bedürftigsten. Wo ich mich früher über ein randalierendes Kind geärgert hatte, erlebte ich nun, wie nach gedanklichem Abgeben der Angelegenheit an Bruno Gröning und einem kurzen Einstellen auf die Heilkraft der Ärger verflog und ich unter der Schmutzkruste von Aggression und Renitenz den verletzten Wesenskern des Kindes zu spüren fähig war.

Die Kinder fühlten die Kraft, die durch das Einstellen von mir ausging. Gerade die, denen ich streng begegnen musste, entwickelten sich in der Folge nicht selten zu besonders verantwortungsbewussten, einfühlsamen Mitschülern.
Auch für eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern der Kinder bat ich innerlich und nahm für sie den Heilstrom auf.

War ich früher erbost über Mütter, die ihre Kinder nüchtern und ohne Pausenbrot oder im kalten Herbst nur im dünnen T-Shirt in die Schule schickten, so nahm ich mehr und mehr die hinter scheinbarer Gleichgültigkeit und Ignoranz herrschende Not der Familien, die Sorge um Arbeit und Geld oder um den Bestand der Ehe wahr. Oftmals war ich erschüttert und tief berührt, wie manche Mütter und Väter sich verzweifelt abmühten, trotz aller Überforderung doch noch irgendwie gute Eltern zu sein. Ich musste nun auch nicht mehr in ihr vielfältiges Klagen und Jammern einstimmen, sondern konnte Kraft und Zuversicht ausstrahlen, was viele Eltern dankbar annahmen.

Notrufen wie „Warum folgt Marco bei Ihnen? Hier zu Hause ist mal wieder die Hölle los!“ stand ich nicht mehr hilflos gegenüber. Ich wusste ja, was den Unterschied machte, wenn ich davon auch nur indirekt sprechen konnte: „Das Gute geht nur da hinein, wo das Schlechte entfernt ist.“, belehrt uns Bruno Gröning. Und so lehrte ich die Kinder das Abgeben: „Sag mal, willst du den Groll auf die Mutti nicht los werden?“ – „Doooch!“ „Dann trenn dich doch davon! Komm, jetzt wirf die ganze Wut einfach in den Mülleimer!“ riet ich und stellte mich im Stillen kurz ein. Gemeinsam bat ich mit dem Kind sodann um die göttliche Hilfe. „Marco hat zu seiner alten Ausgeglichenheit zurückgefunden!“, stellte einige Tage später die Mutter überrascht fest. Derlei habe ich immer wieder erlebt.

Obgleich multikonfessionell, erlaubten mir die Eltern an unserer ganz normalen staatlichen Schule, mich mit allen Kindern frühmorgens einfach an Gott zu wenden, ihn zu bitten und in allen Angelegenheiten an die Wende zum Guten zu glauben. Jeden Morgen stellte ich mich in dieser „Stillezeit“, in der stets kurz dieselbe ruhige Musik lief, für meine Schüler ein. Offen mit den Kindern über Bruno Gröning und seine wunderbare Lehre zu sprechen, war mir nicht gestattet. Zwar durften meine Schüler in den Pausen vor dem Schulhof mit Handzetteln umworben werden, sich den neuesten Gewaltfilm im Kino anzuschauen, aber auf einen geistigen Weg aufmerksam zu machen, der ihnen Hilfe und Heilung bringen könnte, war nicht erlaubt.

Erlebnisse in meiner zuletzt geführten Klasse

Meine lange Erfahrung mit der Lehre Bruno Grönings bewirkte, dass ich durch die erlebten Erfolge immer sicherer wurde. 2007 bekam ich eine dritte Klasse mit 21 Kindern, darunter acht Kinder mit sogenanntem ADS-Syndrom, sechs Aussiedlerkinder aus Großrussland (hauptsächlich Kasachstan), Kinder mit Elternteilen aus Ägypten, Bulgarien, der Türkei, Thailand, Rumänien und England. Sieben wurden von nur einem Elternteil aufgezogen, davon sechs Scheidungskinder, der Vater eines weiteren Kindes war durch Suizid aus dem Leben geschieden. Ein Kind lebte bei Adoptiveltern, zwei andere waren Pflegekinder, die den Eltern wegen sexuellen Missbrauchs bzw. Gefängnisaufenthalt (Drogendelikte) entzogen wurden. Eine solche Klassenzusammensetzung ist heutzutage bei weitem kein Einzelfall.

Ein halbes Jahr, nachdem ich mich regelmäßig für diese Klasse eingestellt hatte, waren die Unterschiede zu den ähnlich zusammengesetzten Parallelklassen nicht mehr zu übersehen. Klagten die dort unterrichtenden Kollegen über Faulheit, erlebte ich in meiner Klasse anhaltenden Fleiß und Lernfreude. Es war immer ein ruhiges und konzentriertes Arbeiten möglich, auch die acht ADS-Schüler waren ausgeglichen und gesammelt bei der Sache; nur eines nahm noch ein Medikament.

Ein mir von der vorigen Klassenlehrerin als äußerst leistungsschwach bezeichneter Schüler, den ich, wie sie vermutete, womöglich schon bald in die zweite Klasse zurückschicken müsse, konnte überraschend den Anschluss an die Klasse halten und schließlich versetzt werden.

Ein anderer Junge, dessen Zwillingsbruder auf Grund seines aufsässigen Verhaltens in der Nachbarklasse immer wieder für Ärger und Streitereien sorgte, arbeitete in meiner Klasse sorgfältig und verhielt sich kooperativ und friedlich, obwohl er genau wie sein Bruder unter der vom Alkoholismus seiner Mutter bestimmten häuslichen Situation zu leiden hatte.

Friedliches Einvernehmen

Klagten die Kollegen über dauernde Streitereien in ihren Klassen, herrschte in meiner meist friedliches Einvernehmen. Kam doch einmal eine Auseinandersetzung vor, ging ich ihr nicht mehr wie früher nach und gab auch keine Zeit mehr für Diskussionen darüber her. Ich nahm an keiner der teuren und zeitraubenden Streitschlichtungs-Fortbildungen teil, sondern hielt mich einfach an die Lehre Bruno Grönings: „Holen Sie doch den Schmutz nicht immer wieder her! Trennen Sie sich davon!“ Ich schickte die Kontrahenten kurz mit dem Auftrag, sich zu versöhnen, vor die Tür, wir anderen gingen kurz in die Stille, und ich hielt die Kinder an, Gott im Herzen um den Frieden zu bitten. Ich selbst stellte mich derweil innig auf den Empfang des Heilstroms ein. In allen Fällen kehrten die Streithähne binnen kurzem in die Klasse zurück, scherzten oder teilten sogar ein Geheimnis miteinander. Die Arbeit konnte ungestört weitergehen.

Ein Junge, Eduard, der als wiederholender Drittklässler in meine Klasse kam, war in seiner alten Klasse wegen seiner Aggressivität gefürchtet gewesen. Nachdem ich mich für diesen Neuen intensiv eingestellt hatte, erlebten wir innerhalb weniger Tage zur Überraschung aller eine beeindruckende Wandlung. (siehe Dokumente: eingescannte Briefe der ehemaligen Klassenkameraden, nämlich seine alte Klasse, die Eduard nicht mehr wiedererkennt).

Eduard taute regelrecht auf, wurde zu einem umgänglichen und fleißigen Schüler, er bat um ein Klassenamt, und die Kinder wählten ihn sogar zum Klassensprecher. (siehe eingescannte Dokumente: Brief von Eduard an mich sowie Brief an seine vorige Klassenlehrerin sowie schriftliche Dokumentation über die Änderung in Eduards Einstellung.) Nach Jahren folgten nun erstmals auch seine Eltern, für die ich mich ebenfalls eingestellt hatte, einer schulischen Einladung. Die Eltern waren überglücklich, Gutes über das Verhalten ihres Sohnes zu hören. Der Vater fand die Kraft, dem Jungen den Konsum gewaltverherrlichender Videospiele zu untersagen. Wie sie berichteten, hatte sich der Junge auch zu Hause auffällig zum Guten verändert, war mitfühlend und folgsam geworden.


Von mangelhaft nach „sehr gut“

Mit einem anderen Jungen meiner Klasse kam die Mathematiklehrerin nicht zurecht. Nach meinem Eindruck war dieses Kind aufgeweckt. Sie meinte aber, es müsse zu einer Förderschule, es sei womöglich „lernbehindert“. Die mathematischen Leistungen des Jungen beurteilte sie mit mangelhaft. Wenige Tage, nachdem ich mich für diese Kollegin eingestellt hatte, änderte sich ohne äußeren Anlass ihr Verhalten gegenüber dem Jungen schlagartig. Seine Leistungen wurden in kürzester Zeit „sehr gut“. Die Kollegin sagte: „Das ist ein Wunder!“

Klassenarbeiten, die wir Klassenlehrer der drei Parallelklassen in enger Absprache vorbereiteten und einheitlich schreiben ließen, erbrachten in meiner Klasse immer wieder die besseren Ergebnisse. Klagten die Kollegen über mangelnden Besuch bei Elternabenden und Beschwerden der Eltern, so waren meine Elternabende immer überdurchschnittlich gut besucht. Die Eltern waren sehr zufrieden und anerkannten meine Arbeit in jeder Hinsicht und stützten mich. Zu den Elternsprechtagen erboten sie sich sogar, mir ein warmes Mittagessen zu bringen, da ich doch den ganzen Tag in der Schule sein müsse. Die von den Kollegen beklagten Missverständnisse zwischen Schule und Eltern erlebte ich nicht.

Dass ich in dieser Klasse mit der schwierigen Zusammensetzung innerhalb weniger Monate auf den verschiedenen Ebenen derart viel Gutes erlebte, nachdem ich mich eingestellt hatte, ist beispielhaft für all die Hilfen und Führungen, die ich durch das Einstellen in meinem Beruf erfuhr. Immer wieder konnte ich erfahren, wie selbst verhaltensauffällige Schüler beidrehten, nachdem ich mich für sie eingestellt hatte, und wie auch schwierige Familiensituationen gut wurden.

Eine andere Schülerin in meiner Klasse hatte so starke Asthmaanfälle, dass sowohl im Lehrer- als auch im Klassenzimmer ein Foto des Kindes nebst Verhaltensanweisungen für alle Fachkollegen und Notarztnummer aushingen. Ich stellte mich für das Mädchen ein und es erlebte keinen einzigen Anfall mehr; Zudem war es kurz darauf beim Sportfest zu unserer aller Überraschung die Schnellste beim Laufen.

Immer wieder durfte ich erleben, wie die durch mein Einstellen gewonnene Kraft auch bei den Kindern wirkte. Ich konnte ihnen Rüstzeug fürs Leben mitgeben. Sie lernten zu Glauben und zu Vertrauen, dass Gott sie sieht und jedes einzelne lieb hat.

Allmorgendlichen Stilleübung

In unserer kleinen allmorgendlichen Stilleübung lernten sie wichtige Teile der Lehre Bruno Grönings, z. B. sich von allem Unguten zu trennen. Oft machten die Kinder dann die Geste des Wegwerfens: Sie trennten sich sichtlich und wirkten hernach wie befreit.

Regelmäßig bat ich Bruno Gröning, meinen Unterricht zu führen. Ich spürte diese Führung. So bekam ich den Gedanken, den Morgen mit ihnen nicht wie in allen Grundschulklassen üblich mit einem vom Gespräch bestimmten „Morgenkreis“,  sondern in Stille zu beginnen. Während täglich dieselbe ruhige Musik lief, schauten die Kinder auf die kleinen Dinge aus der Natur, die ich vor ihnen ausgebreitet hatte, während ich den Heilstrom aufnahm. Ein kurzer Sinnspruch, dann fassten wir uns bei den Händen: „Jetzt schicken wir uns ganz viel Liebe, besonders auch denen, die heute fehlen!“ Anfangs haben die Kinder sich dabei fest die Hände gedrückt, was mir Gelegenheit gab zu erklären, dass es um ein geistiges Geschehen geht. „Das ist ja wie Strom!“, rief zuweilen einer aus, und „wir sind alle dran angeschlossen! Und wenn wir jetzt durch den Ort gehen, dann tragen wir das überall hin!“

Manchmal ließ ich die Kinder malen, was sie in dieser „Stillezeit“ empfanden. Die Ergebnisse waren erstaunlich, schienen doch alle Kinder den Strom gespürt zu haben, der ihnen zufloss.

Kinderzeichnungen: Erleben des Heilstroms.

Auch als ich die Kinder bat, einmal aufzuschreiben, was sie in der „Stillezeit“ erlebten, zeigten ihre Mitteilungen, wie sie diese Erfahrung schätzten.


Immer aufgeschlossener wurden die Kinder

Manche richteten sich zu Hause auch solch eine „schöne stille Ecke“ ein, um dort ungestört zu sich kommen zu können. Sie wurden feinfühliger für das, was sie spürten. Unvergesslich bleibt mir ein violetter Wintermorgen, als eine Stillezeit am Fenster zwei sonst raue Jungen so anrührte, dass sie danach für eine geraume Weile ganz andere Stimmen hatten: Geradezu zärtlich leise, andächtig sprachen sie im anschließenden Kreis von dem, was sie erlebt hatten. „Was steckt in ihnen!“, dachte ich, „so kenne ich Kinder in der Schule eigentlich nicht. Wie kann ich den Unterricht gestalten, dass diese Seiten mehr zum Tragen kommen?“

Immer wieder nahm ich für meine unterrichtliche Führung die Heilkraft auf. Die Kinder reagierten sichtlich, mit wachsender Sensibilität, besonders, wenn wir uns still auf etwas aus der Natur konzentrierten und ich dabei den Heilstrom aufnahm. Dann kamen plötzlich Bemerkungen wie: „Ich hab‘ die Kraft von dem Baum gespürt!“ oder auch ein spontanes „Ich find den Jochen eigentlich ganz nett. Ich verstehe gar nicht, warum wir uns neulich so gezankt haben!“ oder ein anderer Junge sagte: „Der himmlische Vater, das ist unser Zuhause, und die Erde, das ist unsere Schule!“

„Falsch!“, korrigierte einer meiner Buben

„Langsam mache ich mir Sorgen! Erst so wenige Kinder haben den Einmaleins-Führerschein geschafft!“, entfuhr es mir. „Falsch!“, korrigierte einer meiner Buben meine gedankenlose Bemerkung sofort: „Du sollst dir keine Sorgen machen!“ Hier musste ich mich selber an dem messen lassen, was ich den Kindern an geistigen Gesetzen vermittelte, wie sie uns Bruno Gröning nahegebracht hat. Die Kinder nahmen sie ernst und in ihren Alltag hinein. So auch die Gewissheit, jederzeit Gott um alles bitten zu können.

Eines Tages sah ich zufällig vom Fenster der Klasse aus, in der ich in der ersten Stunde Förderunterricht gab, wie draußen auf dem Schulhof ein Kind mit einer entsetzlichen Maske umherging; sie sah aus, wie solche, die bei Überfällen benutzt werden. Das Gummi verzerrte die Gesichtszüge, die Augen sahen durch zwei schmale Schlitze. Ich lief sofort nach draußen: „Weg damit!“ Die Maske war selbst fabriziert, vermutlich einer nachgebildet, wie sie in den von manchen Kindern konsumierten Gangsterfilmen gezeigt werden. Ich nahm die Maske an mich. In der Pause erfuhr ich, dass eines meiner Kinder, die auch draußen auf den Beginn der zweiten Stunde gewartet hatten, unmittelbar nach diesem Vorfall für den Maskenträger im Herzen gebeten hatte.

Die Kinder wurden umsichtig und bewiesen Mitgefühl

Die Kinder wurden umsichtig, bewiesen Mitgefühl und lernten, dass man, wie Bruno Gröning sagt, „... das Böse nicht annehmen“ soll. „Hüten Sie sich vor jedem bösen Gedanken, lehnen Sie ihn ab“, riet er uns. „Wenn mich die Großen auf dem Schulweg ärgern wollen, dann stell' ich auf Durchzug, da hör' ich gar nicht hin. Ich denk' dann: ‚Das wird gut. Die lassen mich in Zukunft in Ruh.‘ Nun stell dir mal vor: Das tun die jetzt auch!“ Solche Erfolgsnachrichten hörte ich immer wieder von meinen Schülern.

So trug mein regelmäßiges Einstellen für die Kinder und ihre Anliegen reiche Frucht. Ich erlebte, wie sie in wachsendem Maß aufgeschlossen wurden für das geistige Wissen und es zusehends anzuwenden lernten. Viel Gutes konnte ich den Kindern durch mein Einstellen für sie mitgeben, und sie reichten es weiter, auch an ihre Eltern.

Abschiedsbriefe

Abschiedsbriefe bei der Schulentlassung ihrer Kinder zeigten die Dankbarkeit, die mir in den Jahren meiner Zugehörigkeit zum Bruno Gröning-Freundeskreis als Lehrerin entgegengebracht wurde.

Ich weiß, dass dieser Dank nicht mir gebührt, sondern Bruno Gröning, der uns gelehrt hat diesen göttlichen Heilstrom aufzunehmen. Die Eltern haben schlicht diese Kraft gespürt, die ich durch das Einstellen bekommen habe.

Meine Wünsche

Und so wünsche ich mir von Herzen, dass immer mehr Eltern, Lehrer und Kindergärtner mit den ihnen anvertrauten Kindern wieder Glück und Zufriedenheit erleben dürfen. Die Lehre Bruno Grönings war für mich der Schlüssel, der mir dazu das Tor geöffnet hat.

Möge sich jeder und jede selber überzeugen, welche Fülle von Erfolgen eintreten kann, wenn wir uns auf den Heilstrom nach der Lehre Bruno Grönings einstellen und diese einfache Lehre befolgen.
„Gott ist nichts unmöglich!“, sagte Bruno Gröning .
Und das gilt auch für den Bereich der Erziehung. Ich habe es erlebt.

Erziehungswissenschaftlicher Kommentar